Posts

Es werden Posts vom 2013 angezeigt.

Eine unabhängige Perspektive, ein unabhängiger Jahresrückblick. Mit ohne Faktencheck!

Das war 2013. Ein Jahr voller enttäuschender Großereignisse. Keine Fußball-WM und auch keine Bundestagswahl. Kein Stuttgart 21 und auch keine Baustellen. Kein Flughafen in Berlin. Kein Stau auf deutschen Straßen. Ist nicht wirklich was passiert, gell. 
Dreizehn. Unglückszahl. Ich erinnere mich noch an zwölf. Da ging wenigstens die Welt unter. Im vergangenen Jahr sind halt ein paar Leute gestorben. Wie jeden Tag. Da gab es diese NASA-Affäre und die mit dieser Frau von den Neo-Nazis. Die mit ihrem Scherpa. Ich glaub die war von der SS. Ganz sicher.

Was ich an der NASA-Affäre allerdings nie verstanden habe: warum horchen die uns aus, wenn die sowieso schon längst auf und davon fliegen können. Durchs All und so. Und aufm Mars haben die bestimmt nen geiles Leben.

Im Sommer waren ja die Städte in Deutschland mit komischen Portrait-Fotografrien tapeziert. Ich verstehe ja vieles, aber diese Form von Vandalisbums zähle nicht einmal ich zur urbanen Art. Da war doch glatt eine Frau mit retouchie…

Die einzige Jahrgangsbestenliste von MYINDIEMIND.de - das haben wir gern gehört - und was sonst noch so passiert ist.

Bild
Das war ein Jahr oder? Stimmt. Zwölf Monate und fast 365 Tage. So was nennt der Mensch Jahr. Und was da alles passiert ist.

Wir haben da sehr viel Musik gehört, Musik geguckt, Bands gefeiert, Menschen gemocht. Und auch nicht. Ich fasse hier mal kurz das Beste von 2014 - für die Ohren des MY INDIE MIND - zusammen. Oh ja, Toplisten! Toll! Trotzdem viel Spaß beim Nicken und vielleicht staunenden Nachlesen. Wäre doch schön, hier am Ende noch was Neues zu entdecken.

Werbeunterbrechung: THE ROCK N ROLL WRESTLING BASH

Bild
THE ROCK N ROLL WRESTLING BASH
28.12.2013 // LKA Longhorn Stuttgart 
Support: Los Skeleteros & Violetta Poison 
Nach sieben Jahren kommt der THE ROCK N ROLL WRESTLING BASH endlich wieder nach Stuttgart und zieht eine Schneise der Zerstörung durch die Schwabenmetropole, schlimmer als Stuttgart 21!

Dieses einzigartige Rock’n’Roll-Musical ist eine Symbiose aus mexikanischem Lucha Libre-Wrestling und energiegeladenem Rock’n’Roll-Sound. Zu erleben hautnah und ohne Absperrung am Ring, wenn die Kämpfer der „Trash Wrestling League G.T.W.A.“ (Galactic Trash Wrestling Alliance) durch die Lüfte fliegen und „El Brujos Gorechestra“ dazu ein gnadenloses Set herunterballert.

Alle Charaktere in dieser Show sind frei erfunden und total verrückt! Diese Show glänzt mit pechschwarzem Humor und blutrünstigem Trash und faszinierenden Kostümen. Lustige und skurrile Storylines, in der alte Fehden zwischen Wrestlern ausgetragen, Neue geschaffen und andere ein für alle Mal beendet werden, machen diese Show so b…

Ach du heilige Scheiße! Am Dienstag ist ja dieses "Weihnachten"! Vielleicht kannst Du hiermit ja was anfangen und deinem kleinen Neffen Entwicklungshilfe bieten, oder deiner Schwiegermama ne Freude machen. Kurz: Geschenktipps. Ahoi.

Bild
A Wilhelm Scream crashen jede Party. "Party Crasher" ans Herz gelegt. Vorausgesetzt...

Man hat da als Hörer nichts dagegen, dass die Hardcore-Punks seit Jahren eigentlich immer wieder den gleichen Bart stricken. Besetzungswechsel hin oder her. Die Herren aus dem fernen Amerika vereinen eine unstoppbare Dringlichkeit mit einer guten Ladung Dude-ismus. Gut, dass Devil noch nicht weiß, dass Nuno Pereira schon tot ist, sonst gäbs die Platte nicht, und man wüsste nicht wie man die Heranwachsenden an vermeintlich gute Musik ran bekommen sollte. Das hab ich nicht erfunden, das singt er selbst in "Devil Don't Know". Und eigentlich nur weil das Cover so abgrundtief hässlich ist poste ich das jetzt noch im Anschluss. Nein, halt dem Infogetalt wegen natürlich auch.


A Whilhelm Scream - "Party Crasher"
VÖ: 15.11.2013
via: No Idea / Uncle M


_______________________________________________________#
Gebrüder Grimm würden sich freuen, wenn ihr diese Doppel-CD hört. Bestimm…

Hohe Spielekunst aus Ludwigsburg: Studio Fizbin mit The Inner World.

Bild
Auf der Gamescom im letzten Sommer stapfte ich etwas ausgelaugt durch die Pressehallen. Durch Zufall fand ich ein Stückchen Heimat im fernen Köln. Mich lachten Visitenkarten von Studio Fizbin an, die im benachbarten Ludwigsburg feine Spiele entwickeln. Ihr erster Adventure-Hit The Inner World ist vor kurzem auf Apples iOS-Geräten erschienen. Sebastian Mittag, Fizbin-Mitgründer und Game Director des Spiels, stand uns kurzerhand für einige Fragen zur Verfügung. Was der liebe Mensch so zu erzählen hat und weshalb ihr euch The Inner World unbedingt kaufen solltet, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

"Wrist Slitter" klingt nicht so wie es sich ließt. Matt Pryor ist wieder mehr oder minder glücklich.

Bild
Ist irgendwie schön, dass der Sänger von The Get Up Kids und The New Amsterdams, Matt Pryor, auf seinem neuen Soloalbum wieder etwas fröhlicher daher kommt. Hätte man beim Albumtitel doch so ein selbstmitleidiges suizidales Ding erwarten können.

Vielmehr verarbeitet der sympathische Exzentriker eine schwere Zeit der Vergangenheit. Jene, die sich auch in seinen vorgehenden Werken immer mehr breit gemacht hatte. Getragen von einer Melancholie, die jetzt nur noch ganz selten durchtropft. Auf "Wrist Slitter" verarbeitet ein Künstler eine persönliche Odyssee, die manch andere Persönlichkeit an den Rand des Selbstmordes hätte treiben können.

Er scheint mit seinen fröhlich angestimmten Folk-Punk-Nummern auf dem Neuen Album aber nicht zu überkompensieren. Denn diese Aufrichtigkeit, die einen echten Song ausmacht, schwingt da noch mit. Hier versucht niemand Pop über den Punk zu stülpen, nur um dem Schwermut zu trotzen. Hier ist ein Künstler zu hören, der erleichtert und froh darüber…

Sea + Air mit viel Honig im Schlagzeugmuseum in Ludwigsburg. Jetzt sind sie daheim. Was nun?

Bild
Das war die Letzte ihrer Homecoming-Shows. Die Letzte ihrer rund 500 Shows der vergangenen zwei Jahre Tour-Geschichte. Jetzt soll erst einmal Pause von der Bühne sein. Als Sänger Daniel Benjamin diese Botschaft gestern Abend in Ludwigsburg dem Publikum verkündete ging erst einmal ein trauriges Raunen durch die Ränge. Zu Recht. Denn das gemerkt europäische Duo Sea + Air besiedelt so eine Bühne immer sehr eindrucksvoll und eben irgendwie toll.

Ihre abstrakte Songwriter-Kunst, und folkige Indie-Spielerei machte auch unten im kalten Eingangsbereich des Schlagzeugmuseums sehr viel Spaß. Sehr verträumt künstlerisch, manchmal drollig abgehoben. Aber nie uncharmant, unecht.

Das Ehepärchen Eleni und Daniel Benjamin kommt ganz hier aus der Ecke. Aus Frickenhausen. Ja, die schwäbische Alb hat schon häufig musikalisch überrascht. Zurecht sind Sea + Air mit ihrem Song "Heart Of The Rainbow" in die Weite der Republik und darüber hinaus gestartet.

Am Samstagabend war außerdem noch Stefan …

Advent, Advent - Musik geschenkt. Musikalischer Adventskalender von Fund-Music.

Bild
Die neue Crowdfunding-Plattform, Fund-Music, mit Sitz in Dortmund verschenkt ab heute jeden Tag ein Song aus ihrem Künstler-Potpourri.

Zum Adventskalender geht es ->hier: in der App auf der Facebookseite schaltet sich jeden Tag ein Türchen frei. Mit einem Song aus den unterschiedlichsten Musikrichtungen von Alternative über Elektro und Songwriter bis Pop und Punk.

Da die Finanzierungs-Methode - Crowdfunding  oder Schwarmfinanzierung - in Deutschland immer noch ein in bisschen den Kinderschuhen steckt, ist Fund-Musik ein willkommener Zuwachs auf dem virtuellen Marktplatz.

Mehr zu Fund-Music?

Touché Amoré, Self Defense Family und Dad Punchers. So war das letzte Konzert in Deutschland. Im Juha-West, Stuttgart.

Bild
Es war ausverkauft. Ziemlich warm. Und eigentlich so wie man sich eine Hardcore-Show vorstellt. Am Freitag, im Jugendhaus West - zu Stuttgart.

Ein guter Haufen junger Menschen, der sich durch die Konzerträumlichkeiten quetschte, nur um die musikalischen Helden zu sehen. Hätte man ja nicht erwartet, dass die Generation Y noch begeisterungsfähig ist. Aber alsbald der Headliner Touché Amoré die erste Note angeschlagen hatte, war die Meute nicht mehr zu halten. Fliegende Füße, ekstatische Singalongs, und eine Dynamik die das Juha-West schon lange nicht mehr gesehen hat. Musikalisch fuhren die Amerikaner ihre Ladung Hits über eine gefühlte Ewigkeit ab. Gewohnt tight. Gewohnt nett, ohne Allüren.

Selbst wenn man nicht der größte Fan der Band ist, musste man sich eingestehen, dass das ein verdammt gutes Konzert war. Touché Amoré ist eine Band die das was sie macht, in Perfektion beherrscht. Zwar gibt der Bandname nur in zwei Sprachen vermischt, ansatzweise irgendeinen Sinn, und klingt amerik…

Und das Ländle so: Willkommen daheim Sea+Air! Plus wunderprächtiges neues Video.

"You Don't Care About Me" ist die neue Single-Auskopplung von Sea+Air, dem Griechisch-Schwäbischen Indie-Pärchen. Der Song stammt vom Debütalbum "My Heart's Sick Chord".
Wer die Beiden noch diese Woche live genießen will, ist im Südwesten gerade richtig. Drei der nächsten vier Shows sind nämlich im Ländle.

Touché Amoré kommen rum. Am Freitag im Juha-West in Stuttgart.

Bild
Die neuste Platte "Is Survived By" von Touché Amoré ist ein sicherlich ein Grower wie er im Buche steht. Verstehste nicht? Ich meine damit, dass die Platte wachsen muss. Nicht physisch. Emotional, Mensch. Über sich hinaus gar. Menschlich eben.

Die ganz normalen Typen, die es ziemlich gut verstehen emotionalen echten Hardcore aufs Parkett zu legen, tuen dies am Freitag in Stuttgart. In unserem weltweit liebsten Jugendhaus-West im Stuttgarter Westen.

Fr. 29.11.2013: TOUCHE AMORE w/ SELF DEFENSE FAMILY / DAD PUNCHERS @ JUHA WEST - STGT.
Dick im Kalender angestrichen ist das bei den meisten Fans sicherlich eh schon. Den wenigen Neulingen. Dem Nachwuchs möchte das aber auch gesagt sein, denn es sollte gut werden.

Mit dabei sind Self Defense Family und Dad Punchers. Alle Infos dazu ->hier.

Außerdem möchte ich euch noch daran erinnern, dass wir gerade zusammen mit den netten Leuten von Uncle M aus Münster die neue CD "Is Survived By" zwei mal verlosen. Wenn ihr gewinne…

Haste Mojo, biste richtig. Mojo Fury mit neuer Platte "The Difference Between".

Bild
Was ziemlich großspurig getragen imposant anfängt - entpuppt sich als wahres Groove-Monster. "The Difference Between" von den Nord-Iren Mojo Fury ist ein Album, wie man es gerne hört. Neu, frischt und treffsicher.

Die drei Musikstudenten fanden in Belfast während dem Studium zusammen, und starteten die Band vor fünf Jahren. Mit ihrem mittlerweile zweiten Album liefern sie ein Werk ab, das man so noch nicht all zu oft hören durfte. Zwar bedient es sich bekannter Pop-Mittel. Synthesizer, zusammen mit den gängigen Rock-Instrumenten. Dabei fahren sie einen Sound der sich irgendwo zwischen Yourcodenameis:Milo und Soulwax orientiert. Irgendwie eben nordisch angehauchter, progressiver Synth-Rock.

Mit Mut zu Melodie und Spaß an der krächzenden Dissonanz schaffen die drei gemächlich antreibende Anti-Hymnen. Man müsste mehr Musik aus der Ecke Belfast hören. Denn die Mundart, die die Vocals einfärbt ist ein angenehm anders klingendes Englisch. Irgendwo zwischen Schottland und Kanada. …

Schöne Musik. Nerviger Einstieg. "Building" Teil 1 und 2 von The Building. Ein ambivalentes Verhältnis.

Bild
Eigentlich kotzt es mich an, dass ich den ersten Titel auf dem Album so beschissen finde. Wie kann eine Band gefühlt stundenlang nölen "This is not a band to fall in love with"? Man ist einfach ironisch, heutzutage.

"Building" von dem Trio The Building aus Hamburg ist ein Album mit zwei Teilen. Beziehungsweise, eher ein Album zweimal unterschiedlich interpretiert und durch gemischt. Musikalisch spannend, experimentell. Getragen, rhythmisch. Gesanglich geschmeidig.

Genau deshalb, gerade weil mir so viele schöne Worte zum Gesamtwerk einfallen. Genau deshalb, nervt mich dieses eine Lied so übermäßig. Mich stört nicht die Aussage per se schon, mich nervt einfach die Penetranz. Ich merke schon  wie ich dadurch fast den Blick für die Schönheit des gesamten Werks verliere. Das kann doch nicht der Zweck eines Openers sein.

Denn über die zwei Teile hinweg gibt es einige Songs, die ich gerne häufiger hören möchte. Vor allem Titel 6 und 7 von Teil 1. "Old Man" und …

Zwei mal Touché Amoré - "Is Survived By" geschenkt.

Bild
Unsere Freunde von Uncle M haben uns zweimal das neue Album "Is Survived By" von Touché Amoré zugeschickt. Auf CD. Das sind diese silbernen Dinger, die ihr mit ins Auto nehmen könnt. Wir haben außerdem den Auftrag diese zu verschenken. Wie toll ist das denn!?!

Postet hier einen Kommentar, der uns klar macht warum wir gerade euch eine CD zuschicken sollten. Ein Like bei Facebook ist auch ne gute Bestechung ;) ZWINKER.

Touché Amoré sind auch bald in Stuttgart. Schaut euch die Tourdaten an!

POPNOTPOP. In fünf Clubs in Stuttgart Live-Musik und DJ-Sets, die ganze Nacht. Wir haben uns auf dem Clubfestival rumgetrieben.

Bild
Fünf Clubs. Sechzehn Acts. Eine Nacht. Die vierte Auflage des Club-Festivals für Indie- und Elektro-Musik hatte eine voll gepackte und durchaus gemütliche Partynacht in Petto. Das POPNOTPOP profitiert aus der Club-Dichte in Stuttgarts Innenstadt. So kann die Ausgeh-Mitte der Region einfach mal zum Festival verwandelt werden, ohne große Aufbauarbeiten. Die fünf beteiligen Clubs liegen allesamt in gemütlicher Spaziergangreichweite von einander entfernt.

Keller Klub, Zwölfzehn, Rocker 33, Bar Romantica und Schocken standen so Samstag auf Sonntag allen Freunden der Nacht mit nur einem Ticket offen. In den Läden spielten von 21 Uhr an einige hochkarätige Künstler auf. Die Liste der Acts beinhaltete so einige Geheimtipps und Künstler aus dem ganzen Land. Einige davon wagen sich sogar so langsam auf das Sprungbrett in den Olymp, also aufgepasst. Es spielten Children, Sea+Air, Exclusive, Charlie Barnes, Claire, Yalta Club, Fuck Art Let's Dance, Okta LogueKitjen Special, Konstantin Sibol…

"You did it all on your own". The Sky We Scrape mit "Divides". Chicago-Punk Debüt mit handfestem Post-Hardcore.

Bild
"Divides" ist ein Debüt, das angenehm vertraut klingt. Es bietet diesen Post Hardcore mit dieser persönlichen Punk-Note, der mich über die Jahre hinweg immer und immer wieder begleitete. The Sky We Scrape erinnern mit ihrem ersten Langspieler an Bands wie Sommerset, Olympia oder Quicksand und die jungen Thrice-Jahre.

Hierbei geht es der Band nicht ums große Ganze. Vielmehr wirkt das gesamte Album wie ein Sammelsurium kleiner zwischenmenschlicher Geschichten. Ganz im Geiste des Emotional Hardcore. Dabei wird eine Kraft erzeugt, die nicht durch die Härte der Musik, oder Gekeife am Mikro erzwungen wird. Das passiert einfach über schöne handfeste Melodien, aufrichtig gesungen und mehrstimmig gegrölt.

Das Ganze umfasst 42 Minuten und 12 Songs. Diese sind niemals dick aufgetragen. Kommen ziemlich roh und echt daher. Nichts ist aufgeblasen. Darüberhinaus verfügen The Sky We Scrape über das Talent Singalongs in flüssige Breaks zu integrieren, so dass einem einfach die Nackenhaare z…

Reise zum Ende der Welt mit Luftschmitt. Kommste mit? Die Koblenzer Band zeigt uns dabei warum Pop nicht oberflächlich sein muss.

Bild
Endlich habe ich eine Detailkarte vom Ende der Welt. Dumm, dass ich nicht der beste Kartograph bin. Wo genau dieses Ende der Welt liegt, finde ich darauf nicht heraus. Oder ist das etwa Koblenz? Denn da kommen die Urheber dieses Stücks Papier her. Dieses lag ihrem digitalen Tonträger "Reise zum Ende der Welt" bei. Die erste Veröffentlichung von Luftschmitt. Da scheint es jemand ernst mit der Kunst zu meinen. Bei der Bemusterung lag außerdem nämlich ein echter, handgeschriebener Brief auf richtigem Briefpapier bei.

Papier. Wer hat denn sowas noch. Fühlt sich gut an. Weich, und liegt leicht in der Hand. Da kann auch das Air-Tablet nicht mithalten. Wahnsinn. Warum ich das schreibe? Weiß ich nicht. Das mag an der anregenden verspielten Pop-Musik liegen, die ich jetzt schon über Tage hinweg höre. Ich konnte mir gar nicht schnell genug eine Meinung bilden, um zu merken, dass sie beim nächsten Hören gleich wieder zu revidieren war.

Pfff, ist halt Muse auf Deutsch. Dieses Luftschmi…

Funeral For A Friend am Sonntag in Stuttgart. The Tidal Sleep und Gnarwolves waren dabei.

Bild
Es ist immer ungewohnt eines Sonntags die müden Knochen, zum letzten Ende der Woche, noch einmal vor die Tür zu schleppen. So muss es jedem Stuttgarter vergangenen Sonntagabend ergangen sein. Denn die Menschen, die wegen der Waliser Funeral For A Friend ins Universum am Charlottenplatz gepilgert waren, schienen allesamt müde und erschöpft von Arbeitswoche und Wochenende.

Wahrscheinlich bekiffte Gnarwolves schafften es da als Opener um kurz nach acht Uhr abends nicht so wirklich das Publikum aufzuwecken. Da halfen auch keine Antiwitze. Ein schlapperiges "untight" gespieltes Set brachte kaum Bewegung in den Laden an der U-Bahn-Halte. Dabei sind die Engländer doch fast schon heimisch in Stuttgart, bedenkt man die Häufigkeit ihrer Auftritte hier in der Stadt am Neckar. Aber selbst ihre Freunde in der ersten Reihe bekamen die Beine nicht von der Stelle. Da drohte der Abend schon ein langweiliger zu werden. Die netten Skater-Typen hatten schon mal bessere Shows abgeliefert.

Die e…

Im dunklen Wald mit kleinem Orchester: das neue Album von So Hideous

Bild
Vor etwa einem Jahr bin ich auf der Suche nach neuer Musik auf die vier New Yorker von So Hideous, My Love gestoßen. Das klingt zumindest vom Namen her nach kitschigem Emocore aus dem Jahre 2005, musikalisch waren die ersten beiden EPs aber eher mit Devil Sold His Soul ohne den klaren Gesang zu vergleichen. Konkret heißt das hohe, kratzige Schreie mit viel Melodie und Orchesteranleihen.
Ende 2012 ließ die Band das "My Love" fallen und rief als So Hideous ein Kickstarter-Projekt ins Leben. Für das neue Album "Last Poem/First Light" sollte ein echtes Orchester angekarrt werden, dazu wurden knapp 5.000 Dollar gesammelt. Die Fans finanzierten freudig und am 22. Oktober 2013 wird das Werk schließlich erscheinen.
Wie klingt die neue Scheibe nun? Definitiv anders, irgendwie größer und gleichermaßen auch besser. Die Songs sind nicht mehr so zimperlich wie auf den Vorgängern, sondern gereift und rabiat. Da braucht es keine minutenlangen Intros, nach einigen Takten geht es dir…

Vergangene Klänge und aktuelle Bilder. Funeral For A Friend mit wiederveröffentlichtem Debüt. "Juno" neu bebildet.

"Juno" in dieser Version von der Debüt-EP, der Waliser Funeral For A Friend. Ihre erste Platte "Between Order And Model" nahmen die Briten 2001 auf. Darauf waren schon eine ganze Ladung späterer Hits der Band in ihrem ursprünglichen Soundgewand zu hören. "Juno" ist einer davon. Den bekommen wir nun frisch bebildert mit Live-Aufnahmen aus Berlin. Die vor circa einer Woche gedreht wurden. Verrückt diese schnelle Welt.

Der Grund: die anhaltende Tour, und der anstehende Re-Release von "Between Order And Model", in Deutschland am 15. November, durch Uncle M, die das Boysetsfire-eigene Label End Hits Records dabei unterstützen.

Live spielen Funeral For A Friend am Sonntag mit Gnarwolves und The Tidal Sleep im Universum in Stuttgart.

Weitere Termine:

Neues aus der Emo-Ecke: Brooks Was Here aus Warschau. "High Violence".

Bild
Als die vier Freunde 2011 in Warschau ihre Band gründeten, hatten sie wohl gerade zuvor mal wieder The Shawshank Redemption gesehen. In dem Knast-Drama, das auf einer Geschichte von Stephen King basiert kratzt James Whitmore alias Brooks Hatlen "Brooks Was Here" in einen Holzbalken.

Unter diesem Namen haben die vier Herren aus der polnischen Hauptstadt vor kurzem ihre zweite EP veröffentlicht. Brooks Was Here spielen kratzbürstigen Emocore. So wie man ihn Anfang der Neunziger pflegte. Damit liegen sie lustiger Weise heute wieder total am Zahn der Zeit. Die EP namens "High Violence" beinhaltet sechs dieser wunderbar nölenden Emo-Songs.

In teils brüchigem Englisch fauchen die Lyrics über verträumte und treibende Indie-Punk-Rhythmen hinweg. Inhaltlich wird sich über Ungerechtigkeit und Kapitalistenschweine aufgeregt und zum Aufruhr gepeitscht. Musikalisch erinnert das sehr schön an Crime In Stereo und gesanglich an Glassjaw. Damit könnten Brooks Was Here heute gerne …

Kleines Video Potpourri. Mit folgenden Zutaten: Scarred By Beauty, Captain Capa, Vitja, Martin Gallop und Fettes Brot.

Bild
Bevor wir heute das Wochenende einfeiern, lassen wir uns doch zunächst audiovisuell berieseln. Mit dabei: Scarred By Beauty aus Kopenhagen, mit "Ikaros".  Captain Capa aus Bad Frankenhausen mit "Foxes". Aus Münster und Köln Vitja mit "Sleeping in Snow". Martin Gallop mit "Missing Trains" aus Berlin. Aus Hamburg Fettes Brot mit "Echo". Achtung könnte bisweilen metallisch schmecken. Und im Abgang wird es poppen. Auf eine gewisse Art und Weise. Schöne Freitagnacht!

Boysetsfire vor ausverkauftem Haus. Mit Fights & Fires und Neaera in den Wagenhallen in Stuttgart-Nord.

Bild
Erst kürzlich haben sich Boysetsfire mit ihrem neuen Album "While a nation sleeps" fulminant zurück gemeldet. Als dann eine Deutschland-Tour angekündigt wurde, war die Freude bei der treuen Fangemeinde perfekt. Vor zwanzig Jahren gründete Frontmann Nathan Gray mit seinen Bandkollegen diese Boysetsfire, die heute zu einem der wichtigsten Bestandteilen der Melodic Hardcore und Post Hardcore Welt werden sollte.

Innerhalb weniger Wochen war die Show in Stuttgart ausverkauft. Nicht einmal die übergroße Venue der Wagenhallen in der Nordstadt konnte dem Andrang der Massen gerecht werden. Ein Schauspiel, das sich Herr Gray nicht im Traum hätte ausmalen können. Acht Jahre ohne neues Album, dann plötzlich zurück mit Vollgas und verdammt guten neuen Songs. So sind Boysetsfire heute keinen deut zahmer geworden.

Samstagnacht schöpften sie aus allen ihrer Facetten. Brutale Hardcore-Songs prallten perfekt auf die melodischen Rock-Hymnen. Songs wie "Until Nothing Remains" auf &qu…

Der Meister des Pathos ist zurück. Erwachsener, mit viel Seele, Post-Indie und Sprechgesang. Casper. "Hinterland".

Bild
Da ist es, das neue Werk von Casper und seiner Band. Mit "Hinterland" wird klar, Casper ist nicht nur ein Rapper. Er ist der Kopf seiner Band. Sein neues Album lebt nämlich hauptsächlich von der grandiosen Musik, der Musiker hinter seiner kantigen Stimme. Zwischen Post-Rock, Indie und Jam-Band ist hier zusammen mit dem Rapper großes komponiert worden. So fühlt sich dieses Rap-Album an, als wäre es von Bruce Springsteens Sohn, der gerne singen könnte.

Aus der Not wird schnell die Tugend, so vermengt Casper harmonische Lieder mit anspruchsvollen Texten, in kantigem Sprechgesang vorgetragen.

Benjamin Griffey, aus den USA und Ostwestfalen, ist erwachsener geworden. Unter dem Namen Casper hat er mit dem Vorgängeralbum "XOXO" fast alles seiner Jugend, seine Verluste, das große Drama verarbeitet. "Hinterland" ist weniger traurig, weniger biestig. Es ist verträumt und voller Sehnsucht. Hier hat der Rapper die Luft sich selbst zu zitieren, bewegte Melodien zu besi…

Schafe, Wölfe, Rap, Elektro, Indie und Ostwestfalen, Baden und Württemberg. Duo Schafe & Wölfe mit "Katzen & Jammern". Häh, was jetzt?

Bild
Eine Überschrift, die sich liest wie eine Tag-Cloud. Ein Song-Titel, der sich liest wie eine Fabel. Eine Band, die sich anhört wie Schafe & Wölfe. Na, zumindest wenn man davon ausgeht, dass ein Schaf neben mäh mäh auch singen kann, und ein Wolf anstatt zu jaulen kratzig daherrappt.

Das Duo aus Lemgo, dessen Wurzeln eigentlich in Karlsruhe und Reutlingen liegen, schickt sich an zu beweisen, dass im Rap noch nicht alles gesagt, und im Elektro-Indie-Pop noch nicht alles gedudelt ist. Mit ihrem aktuellesten Song "Katzen & Jammern" deutet sich schon an, dass da ein schönes Album draus werden könnte.

Ihren Langspieler haben die zwei mit Norman Kolodziej aufgenommen und produziert. Der ist bekannt als Der Tante Renate und als eine der zwei Hälften von Bratze. Außerdem mischt er schon seit ungefähr immer beim Label Audiolith mit. Zwar hat die Platte noch kein Veröffentlichungsdatum, aber trotzdem sollte der Ausblick auf Kollaborationen mit Strizi von Frittenbude oder Egotro…

Neun Briten, zwei Bands, vier Songs. Departures und Moose Blood. Die neue geteilte EP.

Bild
Ja, Emotional Hardcore hat schon lange nicht mehr so viele ansprechende neue Bands hervorgebracht. Gerade in England und dem restlichen alten Königreich scheint sich täglich eine neue Emo-Band zu gründen. Wenn die so gut sind wie Moose Blood, dann ist das auch eine schöne Angelegenheit. So erinnern die doch stark an die späten Neunziger. Und früher war doch alles besser.

Zusammen mit der schottischen Band, Departures, haben sie nun eine neue Split EP gedeichselt. Die beinhaltet zwei brandneue Songs jeder Band. "A Song For The Sunset" und "Closing Doors" auf Seiten der Schotten und "Stay Here" und "Girl" bei den Engländern Moose Blood aus Brighton.

Departures legen mit etwas mehr nordischer Härte vor. Sind aber verspielt genug um den Emo in ihren Hardcore rein zu lassen. Machen nicht auf dicke Hose, verzweifeln und zweifeln lieber. Moose Blood, geografisch an der südlichen Küste Englands angesiedelt, ganz am anderen Ende von Großbritannien, gehen…

Zutaten zur Politsuppe.

Bild
Die Verpackung ist schon ab. Die gelben Säcke sind auf die Straße gebracht. Deutschland hat gewählt. Die ungreifbare Suppe namens Politik ist weiterhin arg verwässert. Die selbe Omi darf sie anrühren. Gut ziehen lassen und lange abwarten. Dann wird aus ein paar Möhren, und Grünzeug auch irgendwann ein leckeres Essen. Vorausgesetzt man mogelt  ein bisschen Fleisch-Inhalt in die Brühe. Dazu benötigt man ein bisschen schwäbische Hinterlistigkeit. Maultäschle, oder sogenannte Herrgottsbescheißerle sorgen dafür. Aber eine christliche Suppenköchin bescheißt leider immer nur die falschen. Nicht die Großen, die mit Geld. Denn was fehlt unter diesen Zutaten auf dem Bild? Wasser? Ja. Brühwürfel? Ja, die auch.

...

Stimmt! Die Eier.

Weltfriedenstag versus Wahlkampf, Bundestagswahl und Fußball. Aufgewacht aus der Entpolitisierung?

Bild
Heute ist Weltfriedenstag (International Day Of Peace). Morgen ist Bundestagswahl. Übermorgen marschieren wir weiter in den Krieg. Ist es nicht paradox? Ja. Weil es niemanden interessiert.

Angela Merkel hat es geschafft. Sie hat die Bundesrepublik Deutschland von der Politik befreit. Es war ein harter Kampf. Über zwei Legislaturperioden, sprich acht Jahre hat sie uns zermürbt. Das allgemeine politische Desinteresse nahm über diese Zeit hinweg stetig zu. Heute interessiert es niemanden mehr.

Nicht einmal die Fußball-Bundesliga. Sonntag ist ganz normaler Spielbetrieb. Tut das der Wahlbeteiligung gut? Glaubt wirklich jemand daran, dass Fans die zum Auswärtsspiel nach Stuttgart oder Freiburg pilgern, vorher noch in Frankfurt oder Berlin zur Wahlurne gehen. Dann wenn es nicht um den neuen Vereinsvorsitzenden geht?

Der breiten Gesellschaft scheint die Politik am Arsch vorbei zu gehen. Selbst der größten Sportliga im Land.

Nun sollen wir sie wieder wählen, diese Merkel. Weil "wir sie do…

Soul Punx im Stuttgarter Westen. Letlive. waren zusammen mit Night Verses und The American Scene im JuHa. So schön war das.

Bild
Nicht nur, dass Jason Aalon Butlers Bart immer länger wird, er und seine Band, diese letlive. Soul Punx werden mir immer sympathischer. Oft ist es ja so, dass wenn man mit ziemlich großen Erwartungen zu einer Show geht - man nur enttäuscht werden kann. Ich wusste, dass letlive. ein Live-Brett sind, und habe meine kleine Urlaubsreise extra so gebucht, dass ich zum Konzert in Stuttgart wieder in der Heimat bin. Fanboyistisch gar. Keine Bange, ich habe keine Bleistiftzeichnungen meiner Idole angefertigt. Habe auch keine Kerrang-Poster der Herrschaften in meinem Teenie-Zimmer. Aber ist das nicht schön, dass auch nach einer Übersättigung von Bands und Live-Gigs immer noch Bands für Freude sorgen können?

Da waren die Erwartungen schon vor der Show am Freitag hoch. In einem kleinen Laden wie dem wunderbar heimeligen Jugendhaus West in Stuttgart musste die Band einfach überzeugen. Das ging gar nicht anders. Oder?

Zunächst aber durften zwei Mitbringsel aus den USA die Bühne für die Herrschaft…

Kapitel 7 singt "Über Leben", Sehnsüchte und über elektronische und akustische Klänge drüber.

Bild
Oft ist das siebte Kapitel eines Buchs das spannendste. Oder zumindest sagt mir das meine Intuition gerade. Denn da müsste der dritte Plot-Punkt gerade seinen Höhepunkt erreichen. Die letzte überraschende Wendung vor dem großen Showdown. Kapitel 7 klingen wie die Ernüchterung nach diesem alles in Frage stellenden Ereignis.

Aus dem Alltag gerissene Gedanken, die den Lärm aussperren. Diesen mit Akustik-Gitarre und verträumten Elektro-Welten ersetzen. Im Mittelpunkt der Musik die kantige, verzweifelte Stimme von Frontmann Gavin Karlmaier. Ursprünglich hatte der Kölner sein Musikprojekt alleine gestartet. Über die Zeit wuchs seine Lidermacherei und gewann an Substanz. Nun ist Kapitel 7 eine vierköpfige Band unter der Federführung des Songschreibers.

Musikalisch fasst die Band sich in fünfzehn Minuten und drei Songs auf der neusten EP "Über Leben" zusammen. Dabei gibt es Halb-Hymnen, Halb-Balladen, und ganze Songs. Allesamt erinnert von dem musikalischen Grundgerüst an den Brite…

Musik aus der Soundcloud. Kafka Tamura mit erster EP "Somewhere Else".

Bild
Die beiden deutschen Musiker und Freunde Patrick Bongers und Gabriel Häuser stoßen im vergangenen Jahr über den Internet-Dienst Soundcloud auf Songskizzen von Emma Dawkins. Die 16-jährige Engländerin geht in Southampton zur Schule, fängt mit 13 an eigene Lieder zu schreiben und stellt davon Demos online. Ein paar E-Mails gehen ins Land und schon wandern die ersten Gesangspuren von England nach Deutschland. Der Song „Somewhere Else“ entsteht.

Im Januar 2013 trifft die neue Band Kafka Tamura sich dann das erste Mal in Southampton. Hier enstehen Pläne für weitere Aufnahmen und ein Video. Später spielen die drei gemeinsam Konzerte in England und Deutschland. Das Video zu „Somewhere Else“ sammelt innerhalb weniger Wochen mehr als 70000 Views. Auftrieb für weitere Songs.

Auf seiner ersten EP bettet das Deutsch-Englische Trio den gemeinsamen Erstling "Somewhere Else" in zwei weitere Songs. Stilsicher agieren die beiden Deutschen dabei mit getragener Electronica, die Emmas unglaubl…

Neues zusammengeflickt aus From Autumn To Ashes, Thursday und Glassjaw. Get Involved! mit erstem Song.

Bild
Mit ihrem ersten Song "Apathy" erwecken die fünf Amerikaner in Get Involved! doch gleich mal eine neue Hoffnung für künftigen Screamo. In einem Mix aus Metal, Post Hardcore und New Wave scheinen alle Einflüsse der Künstler und ihrer vergangenen Bands in einem wahnwitzigen Cocktail zusammen zu laufen. Gerne mehr davon.

Get Involved! sind Brian Deneeve, ehemals Gitarist bei From Autum To AshesDerrick Karg, Tucker Rule, ehemals Drummer bei Thursday,  Lars Weiss von der NYC-Hardcore-Band Judge und Todd Weinstock, der mal bei Glassjaw die Axt schwingen durfte.

Die Debüt-EP "Silk Cuts" soll noch diesen Winter erscheinen. Vorab gibt es den Song "Apathy" als kostenlosen Download auf der Webseite der Band. gtnvlvd.com

Folkiger Punk-Rock im Juha West: Apologies, I Have None & The Smith Street Band

Bild
Das muss man sich mal vor Augen führen: GTA V erscheint und im Juha West in Stuttgart findet frech ein Konzert statt. Da habe ich mich also vor den Fernseher gesetzt und musste mich wundern, wie klein die Schrift doch ist. Und für das Fadenkreuz, in Wirklichkeit nur ein winzig kleiner Punkt, bräuchte man fast einen weiteren Hinweis, damit man es entdeckt. Bevor die Augen also komplett den Geist aufgeben, lieber mal los zum Konzert.
Apologies, I Have None sowie deren Tourbegleiter The Smith Street Band machten einen Stopp in Stuttgart. Weder vom mächtig kalten Wetter, noch von GTA V ließ sich das Publikum fern halten. Die hatten bestimmt die gleichen Probleme mit der Darstellungsgröße im Spiel und wollten Frust abbauen. Nun aber genug mit den Vergleichen zu dem ganzen Zockerkram.
Einigermaßen pünktlich hauten die Australier von der "Street Band" in die Klampfen und bezauberten mit fetzig-ehrlichem Punk-Rock und witzig-ehrlichen Worten. Die Folk-Einflüsse, von denen man auf di…

Listener mal live zugehört. In Stuttgart gesehen mit Stumfol und Perfect Youth.

Bild
Es ist nicht normal, dass man das als Zuhörer mag, wenn einer einen die ganze Zeit zutextet. Listener aus Arkansas, USA wählen auf diese Art und Weise ihre Zuhörer schon mal indirekt aus. Der breite Südstaaten-Slang den Frontmann Dan Smith spricht, ist einerseits das Markenzeichen des Trios, andererseits auch für manches Ohr gewöhnungsbedürftig.

Wie eine breite, frenetisch vorgetragene Mundart zur Poesie werden kann ist beeindruckend. Stellt man sich vor das wäre Schwäbisch. Käme das in den USA live so an? Vielleicht. Wobei dort kaum jemand ein Tröpfchen Deutsch versteht.

Die Qualität, die die Band Live zu Tage bringt, ist alles andere als dürftig. Vergangene Woche spielten die bärtigen Herren im gut gefülltem Juha-West. Für einen Mittwochabend war das schon bemerkenswert. Hier war der Sound glasklar abgemischt. So kamen die harten Passagen des neuen Albums "Time Is A Machine" sehr viel mehr zur Geltung als schon von Platte.

Mit viel Wucht und Spielwitz überzeugten Listener…

Das Beste aus dem Krach machen. Crash of Rhinos mit "Knots".

Bild
Nach Auskunft der fünf Engländer aus Derby wollten sie nach dem Krach des ersten Albums mit ihrem zweiten Album "Knots" das Beste aus dem Krach machen. Tiefstapler. Crash of Rhinos sind weit weg von Krach. Auch wenn ihre Zusammensetzung viel Krach bergen sollte. Fünf Stimmen. Zwei mal Bass. Zwei mal Gitarre und das obligatorische Schlagzeug.

Der daraus entstehende Sound ist irgendwo zwischen The Beautiful Mistake und Crime In Stereo anzusiedeln. Also feinster Emo. Title Fight und Polar Bear Club kommen aus heutiger Sicht auch noch ins kollektive musikalische Verständnis. Wenn man in diese Ecke denkt, liegt man ungefähr richtig. "Knots" das irgendwo in Liverpool aufgenommen wurde liegt in sich in einem ständigen Wandel. Immer weit Weg vom Krach, mit viel Harmonie, und schrägem, schönen Gesang aufgefüllt. Jeder Song hat eine eigene Farbe, je nach dem welche der fünf Stimmen dominant eingesetzt wird. Und trotzdem klingt das Album wie aus einem Guss.

Man merkt eben, d…

When you close your eyes / do you see me?! Wütende Briten. Pariso. Jetzt noch metallischer mit "Consanguinity".

Bild
Aus England kommt ja schon immer guter Punk. Guter Hardcore auch. Okay zur Zeit kommt an Hardcore viel moderner Einheitsbrei. Dazu zähle man aber jetzt mal einfach so gar nicht Pariso. Die netten Herren, die da oben im Foto so bedröppelt in einem eher karg gehaltenen Garten posieren sind Herren eines eher famosen metallischen Hardcore-Sounds.

Mit ihrem neuen Album "Consanguinity", das ich erst gar nicht versuchen werde auszusprechen, fräsen die Herrschaften eine tiefe Schneise durch die Hardcore- und Metallandschaft. Ich würde mich ja gerne festlegen an welche Band mich Pariso mit ihrem neuen Werk erinnern, kann ich aber nicht. Wenn ich im Alphabet recht weit vorne anfange lande ich bei Converge und Chimaira. Hätte niemals gedacht, dass ich die beiden Bands in einem Atemzug nennen würde. Nuschele ich mich noch ein bisschen tiefer durchs Alphabet lande ich beim genauen Zuhören manchmal sogar bei The Destiny Program und Norma Jean.

Pariso fahren ein ziemlich dreckiges Brett a…