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Es werden Posts vom Oktober, 2012 angezeigt.

Halloween, Hell-O-Wheen? Hallo Wien? Hoho.

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Wir kommentieren mal einfach so das Zeitgeschehen, objektiv und total ohne eigene Meinung, genau, das ist möglich. Was die allgemeine Medienwelt simuliert wird hier geachtet, äh, geächtet.

Halloween ist viel schlimmer als Fasching, denn das kommt von den Amerikanern. Äh Briten! ...Äh Engländern.... Äh Kelten. Ach, ist doch egal wo das herkommt, es ist sowas von fremd in dieser sowas von fremdelnden Welt. Da kriegt man ja Angst - vor den Gestalten auf der Straße - vor den Gestalten im Schrank - vor den Gestalten im Fernsehen - vor den Gestalten in meinem Kopf.

Die sind nämlich nicht von hier, das passt mir nicht. Fremdes ist mir fremd. Ih, Kürbisse.

Nein mal im Ernst. Gehen wir auf die Straße, benehmen uns daneben, denn morgen ist Feiertag! Und wenn irgendein importierter Brauch es rechtfertigt sich noch kranker als sonst zu verkleiden - dann verkleiden wir uns! Man lebt nur einmal, und Dracula lebt ewig.

Ja ja und wir fahren auch nicht nach Österreich! Viel Spaß euch Monstern, kommt…

Frage-Antwort-Spielchen: Punk-Band Feine Sahne Fischfilet im Interview und im Visier des Verfassungsschutzes.

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Eigentlich sind Feine Sahne Fischfilet nur ein paar Typen die verspielte Punk-Rock-Musik machen, und eben links auf der Politik-Skala zu orten sind. Eigentlich ein ganz normales Ding, Punk und links, so wie es halt richtig ist. Bis dann der Verfassungsschutz die Werbetrommel rührte. Sie seien Linksextremisten, so der Verfassungsschutzbericht, laut der Tageszeitung taz. Dabei sind Feine Sahne Fischfilet, im rechtsradikal gebeutelten Mecklenburg-Vorpommern in einer Minderheit, die laut gegen Nazis aktiv wird. Im Interview stellt sich Sänger Monchi nun stumpfen Fragen und bringt so manch interessante Antwort.


Gedankenspiel: Fernsehen versus Museum.

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Wenn ich den Fernseher anmache ist alles alt. Also nicht ich, per se. Aber alles was mir der Flimmerkasten anbietet ist alt. Hab ich schon mal gesehen. Im englischen Original und ohne Werbe-Unterbrechung. Ich finde nichts im Fernsehen.

Wenn ich ins Museum gehe sehe ich eine ganze Menge alter Dinge von Leuten von denen ich behaupte sie zu kennen, weil ich ja doch gebildet bin. Bilde ich mir ein. Ich sehe allerdings Bilder die ich schon mal gesehen habe, oder so tue als hätte ich sie schon gesehen. Ich gehe sowieso nur in große Sammlungen, die kleinen bemerke ich gar nicht.

Es ist einfach vieles zu pauschalisieren.

Ich stelle fest mein Bild vom Fernsehen entspricht dem vom Museum eigentlich fast wie ein Ei dem anderen. Ich sehe dort nur Dinge die ich schon kenne, oder mir einbilde sie schon zu kennen. Aber warum ist das so?

Das Angebot ist schuld. Diese großen Ausstellungen sind Sammlungen von Antiquitäten. - Aber halt schere ich da gerade etwa Galerien und Ausstellungen, Sammlungen un…

Wochenendspielchen. Einfach mal die Freundin besuchen. The Visit.

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The Visit ist ein wirklich kleines Spielchen, in dem es ausschließlich darum geht von einem Haus in ein anderes zu laufen, um die Freundin zu besuchen. Aber ganz so einfach ist das dann doch nicht. Das Spiel fängt wie ein Side-Scroller Jump-&-Run á la Super Mario an - schnell hat man kapiert, dass man Dinge auslöschen kann, in dem man auf sie drauf springt. Aber dann kommt der Humor ins Spiel.

Eine Hand voll junger Entwickler haben das Browser-Spielchen beim Hackathon in Stuttgart entworfen und entwickelt. Die jetzt im Netz spielbare Version wurde dann noch eine kurze Woche aufpoliert und mit Sound versehen. Beim Hackathon Stuttgart haben mehrere ambitionierte Nachwuchs-Entwickler innerhalb von drei Tagen Spiele erdacht und entwickelt. So ist das Ganze quasi ein Kreativ-Marathon, dessen Ergebnisse sich sehen lassen  können.

Das Spiel The Visit kann ->hier direkt im Internet-Browser gespielt werden.

Mehr dazu?
Blog der Entwickler: majustuff.tumblr.com
Die Veranstaltung: hackathon…

Neues Melodic-Punk-Futter von The Swellers, "Running Out Of Places To Go".

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Eigentlich ist der Skatepunk von The Swellers, was für die sonnigen Tage. Was zum raus gehen und eine verdammt noch mal gute Zeit zu haben. Trotzdem bringt uns das in Münster ansässige Label Uncle M diesen Spätherbst eine neue EP der Swellers aus Fenton, MI.

So ein bisschen sonnige Aufbruchsstimmung kann ja nicht schaden. Vor allem wenn sie so überzeugend und mitnehmend wie auf "Running Out Of Places To Go" dargeboten ist. Mal ein bisschen dramatischer, mal ein bisschen direkter nach Vorne. Immer irgendwie mit guter Laune. Die neue EP ist eine Sammlung aus schönen, traurigen, aber keineswegs negativen oder aussichtslosen Songs.

"I'm tired of waiting for something better than this", und da ist sie, die zwingende Aufforderung etwas selbst in die Hand zu nehmen. So ist die neue EP von The Swellers ein kleines, antreibendes Ding, dass dem einen oder anderen Faulpelz die Herbstträgheit ausreden könnte.



The Swellers - "Running Out Of Places To Go"
VÖ: 19.10.2…

Holmes: Kostenlose Musik und Tourdaten. Mit B-Seite und niemals frei sein.

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Holmes aus Skandinavien veröffentlichen zu ihrer anstehenden, erneuten Tour die Single "I Will Never Be Free", im Gegensatz zum Songtitel kommt das Teil frei, ähm kostenlos. Wenn man denn so will, denn die Single kann nach dem "Name Your Price"-Verfahren bei ->hier Bandcamp digital erworben werden. Mit dabei ist die bisher unveröffentlichte B-Seite "Please".

Warum ich euch das sage? Na, weil Holmes toll sind, und bald wieder auf Tour. Und ihr die euch bei euch in der Nähe nicht entgehen lassen solltet.

Hier gibt es Musik, nach dem Knick alle Tourdaten.

I Will Never Be Free by Holmes

Pilot To Gunner, ziemlich "Guilty Guilty".

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"So tell me, who's gonna burn it down? / And when?". Pilot To Gunner haben einen komischen Humor. Anstatt eines Bandfotos liegen im Album-Papp-Falter die einzelnen Bandmitglieder ermordet als Leichen umher. Der Ironie bewusst spielen sie teilweise arg tanzbare Post-Punk-Nummern mit den eingängigsten Refrains, in denen sich Tanzaufforderungen und resignierte Revolution die Hand geben.

Man merkt recht schnell, dass die Band nicht erst seit der Facebook-Ära aktiv ist. 1998 hat die Band sich nämlich schon gefunden. Da sagen auch die rund 130 Facebook-Fans nichts über die Qualität von Pilot To Gunner aus. Sie atmen Erfahrung, klingen irgendwie ultra-lässig und doch zwingend. Aber die New-Yorker Herren klingen immer noch am besten wenn Frontmann Scott V. Padden mit voller Stimme dahersingt oder brüllt.

Zwischenzeitig lässt das Album namens "Guilty Guilty" zwar ein bisschen nach - da gehen sie ein bisschen zahmer vor, mit Unterstützung eines Frauenstimmchens (in &quo…

Crowdfunding bald Standard? Featurette über Crowdfunding (4/4).

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Alle Teile des Features ->hier nachlesen.

Crowdfunding wird in Deutschland sicherlich schwieriger zu etablieren sein als in den USA, da hierzulande „über 90 Prozent der direkten Finanzierung von Kultur die öffentlichen Hände tragen“, so Wolfgang Börnsen, kultur- und medienpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Jenseits des Atlantiks hat allein kickstarter.com, der amerikanische Crowdfunding-Pionier bereits im ersten Jahr um die 80 Millionen US-Dollar umgesetzt. Davon ist man in Deutschland noch weit entfernt – dennoch sind sich die Pling-Gründer Heberling und Holetzeck sicher, dass die Schwarmfinanzierung „ähnlich einer Lokomotive langsam anfängt zu fahren, die aber – wenn sie erst einmal ins Rollen kommt – nichts mehr aufhalten kann.

Entscheidend für die Zukunft der deutschen Plattformen wird auch die Frage sein, wie die Unterstützungsleistung technisch abgewickelt wird: Um sich vor Betrügern zu schützen, fließt das Geld auf pling.de erst, wenn das Projekt in der vor…

Vom allein sein, vom nicht selbst sein, vom Ausbrechen. Captain Planet mit "Treibeis" und Poesie mit Punkdrive.

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"Zwischen Ausfahrt und Auffahrt / Gibt es wenig zu berichten / Und am Abend spiegelt sich dein Tag / Im Bankautomatenmonitor". Captain Planet aus Hamburg erzählen mit ihrem neuen Album "Treibeis" von der Normalität. Oder dem was wir als normal empfinden, und gar nicht mehr hinterfragen, warum wir das so tun, wie wir es tun. Mit dieser Selbstverständlichkeit, diesen Alltagstrott hinnehmen. "Hab dich schon oft gefragt / Ob du noch weißt / Wozu du jeden Morgen / An dieser Haltestelle stehst?" und da stellen wir fest, dass wir uns selbst das schon lange nicht mehr gefragt haben.

Das ist die große Stärke von Captain Planet. Beobachtungen aus dem tristen Alltag, werden hinterfragt, nachvollziehbar und ungestelzt. Poesie in Alltagssprache. Musikalisch Emocore mit Punkdrive. Die mittlerweile achte Veröffentlichung der norddeutschen Band rauscht beim ersten Hören ein bisschen, fast unbemerkt an einem vorbei. Man hört direkt, dass die Band nicht von Ungefähr kommt…

Hector Savage aus Köln! He, an den Boxer kann ich mich erinnern, äh, Ex-Boxer. Sein richtiger Name war "Joe Chicago"!

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"Wir hofften, dass dies eine Spur sei, die uns zu Hector Savage führen könnte. Und wenn nicht, könnte ich mir immernoch die Beine enthaaren lassen!" Dass dieses Zitat nichts mit der Band per se zu tun hat, könnte durchaus stimmen. Mit der Musik hat das nichts gemein. Auf der Platte ist davon auch nichts zu hören. Aber dieser Hector Savage, der ist namensgebend für die Kölner Hardcore-Metal-Band. Dies war einst der Bösewicht in die Nackte Kanone 2 1/2 und ward von Anthony James als direkten Gegenspieler zu Leslie Nielsen als Lieutenant Frank Trebin verkörpert. Kultfiguren aus Film und Fernsehen ergeben einfach immer die besten Namen für Hardcorebands.

Dass der Hector Savage aus der Überschrift im eigentlichen Zitat aus Detroit zu sein vermag, liegt daran, dass ich mir einen kleinen Scherz erlaubt habe, weil ich die Namensinspiration der Kölner Band so großartig finde. Großartig ist auch das Musikalische auf der EP von Hector Savage. Das Gitarrenspiel könnte dem ein oder ande…

Lebe dein Projekt oder lass es! Featurette über Crowdfunding (3/4).

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Das zweite Teil des Features über Crowdfunding nachlesen? ->Hier entlang.

In Deutschland setzen Plattformen wie startnext.de oder pling.de, die Projekte jeglicher Art fördern, auf die Schwarmfinanzierung. Sie rollen aber erst langsam an: Auf Pling wurden seit der Gründung im November 2010 etwa die Hälfte aller online gestellten Vorhaben umgesetzt, mit einem Gesamtwert von mehr als 50.000 Euro.

Die Geschäftsführer David Holetzeck und David Heberling erhalten sieben Prozent der investierten Summe eines erfolgreich finanzierten Projekts. Es findet eine Kooperation mit Hochschulen statt, um auf „die kreative Masse, die viel an Universitäten anzufinden ist, zurückgreifen zu können“, veranschaulicht David Heberling.

Auch hierzulande sollten einige Kriterien beachtet werden, um seine Idee verwirklichen zu können, räumt Roland Wirzbinna ein, der mittels pling.de gerade einen Dokumentarfilm über Geburtsmomente (Titel: Ozean der Emotionen) finanziert hat. „Wir haben jeden Tag beobachtet, wie…

Wenn Ohrwürmer zu Gänsehaut werden. Apologies, I Have None und Kmpfsprt in Stuttgarts Zwölfzehn.

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Der Samstagabend hatte in Stuttgart viel zu bieten. Die große Masse ging zu 0-8/15-Metalcore ins Zapata, die cleveren zu Apologies, I Have None und Kmpfsprt ins Zwölfzehn.

Die beiden Bands hatten Pop-Punk mit Emocore-Anschlag, der frühen Zweitausender zu bieten, und füllten das kleine Zwölfzehn gemütlich, mit ein paar Leuten und guter Stimmung. Die Kölner Kmpfsprt, die sich aus Mannen von einstigen Days In Grief und Fire In The Attic zusammen geschlossen hatten, spielten ihre kantige Pop-taugliche Gitarrenmusik, und machten damit nichts verkehrt. Nur das Publikum in Stuttgart braucht halt manchmal ein bisschen länger bis es auftaut. Lag sicher nicht an der Musik, denn der Applaus war groß.

Bei ihrer ersten Headlineshow spielen die Londoner Apologies, I Have None gar großartig auf. Wie ihr bei uns lesen konntet, ist deren Debütalbum "London" schon ziemlich gut, doch live zeugten sie von großer Klasse. Wenn Ohrwürmer sich zu Gänsehaut transformieren, dann machen die darbieten…

Redcraving mit Volllängen-Debüt: "Mirroring", zwischen Harmonie und Krach.

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Endlich mal wieder etwas Hartes mit Substanz, jauchzt das Herz der Musik-Journaille. Redcraving untermauern mit ihrem Debütalbum "Mirroring" die These, dass gehaltvoller, lauter Krach, der im Hardcore fußt und mit Englisch besungen wird, schon lange nicht mehr ausschließlich aus dem englischen Ausland, geschweige denn von Übersee kommen muss.

"Mirroring" ahmt nicht plump nach. Die Platte mag hier und da natürlich an Genre-Kollegen des (sagen wir mal grob) Post-Hardcore erinnern. Sobald wir das Stilgemisch nun schlussendlich als eigene Schublade festschreiben wollen. Aber das ist eine andere Baustelle.

Redcraving aus Berlin machen laute, mal brutal nach vorne preschende Musik, die durch stimmige Melodien und Harmonien aufklaren, wie ein wolkenbehangener Herbsttag, und die vereinzelten Sonnenstrahlen, die die Tristesse erhellen. All das ist mit sehr viel Herzblut und Gespür für dissonante atmosphärische Brüche geschrieben und inszeniert. Wie oft bei einem Debüt mit au…