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Es werden Posts vom August, 2009 angezeigt.

Film-Review: Inglourious Basterds

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Bild: Mélanie Laurent als Shosanna Dreyfus, eine jüdische Kinobesitzerin in Paris
Es war einmal im von Nazis besetzten Frankreich.

Bingo, Quentin. Damit hast Du wieder einmal den Vogel Abgeschossen. Quentin Tarantinos neuester Streich Inglourious Basterds macht einen Streifzug durch die deutsch-französische Weltkriegsgeschichte. Geschichtliche Fakten werden absichtlich missachtet. Und das ist auch gut so. Tarantino schickt den Zuschauer in eine fiktionale Begebenheit, die den Nazi-Besatzern in Paris ganz schön Feuer unter dem Hintern macht. Mit historischen Abläufen nimmt der Film es zwar nicht genau, dafür aber erst recht wenn es um Meilensteine der Filmgeschichte geht. Ein Filmbegeisterter wie Tarantino selbst wird die ein oder andere Anspielung, und direkte Nennung von wichtigen Filmepochen entdecken.

Juden-Jäger Landa gegen die Basterds.

Keiner bleibt verschont, kein Goebbels, kein Hitler. Die wichtigsten Rollen werden auf der einen Seite von Brad Pitt, und auf der anderen Seite von d…

CD-Review: Andorra Atkins - Augenlied

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Emocore, Hardcore, whatevercore. Da draußen gibt es so schrecklich viele Abkömmlinge der eigentlich wunderbar alternativen Bewegung.
Kaum noch eine Band spielt Musik, der Musik wegen.
Kaum noch eine Band wird bekannt wegen ihrer Musik. Man muss super cool sein um in die Szene zu passen. Die Musik kann da gerne 0/8/15 sein. Das stört die einfältigen Konsumenten nicht, und die Plattenbosse noch weniger. Und der anspruchsvolle Musikliebhaber bleibt dann meist auf der Strecke.

Zum Glück gibt es aber hier und da noch eine Band, der man förmlich anhört, warum sich hier ein paar junge Menschen zusammen setzen um Musik zu machen. Ganz einfach weil sie sich danach fühlen. So eine Band ist mit Sicherheit auch Andorra Atkins. Die neben Escapado den wohl fettesten, emotionalen, echten, deutschsprachigen Hardcore dieser Welt fabrizieren. Kenner kennen Andorra Atkins schon eine Weile unter dem Namen Kill Kim Novak. Doch den Namen musste das Quintett aus Nord-Rhein-Westfalen ablegen, weil er der echten…

Hallo Demokratie. Die Deutschen haben den Glauben an dich verloren.

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Bild:Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung

Der Stern schreibt, die Deutschen hätten den Glauben an die Demokratie verloren. Unter den Arbeitern glauben null Prozent, dass sie bei der Bundestagswahl etwas mitbestimmen könnten. Insgesamt glauben die Bürger der Bundesrepublik laut einer aktuellen Umfrage nur noch zu fünf Prozent, dass die Wahl die Politik beeinflussen würde.

Wenn das so ist, dann ist die hiesige Demokratie tot. Willkommen Scheindemokratie in der man die Partei zu wählen hätte. Oder eben gar nicht zur Wahl ginge. Damit wäre die Bundesrepublik quasi gestorben.

Kein Wunder, dass sich manche die Mauer zurück wünschen, und die Ostalgie massig Fans hat. Die Menschen hatten noch nie einen guten Blick für die Realität.

Wir könnten es ja mal im Kollektiv versuchen. Wenn keiner der 62,2 Millionen wahlberechtigten Deutschen kommenden September zur Urne schreiten würde, dann hätten wir eine sagenhafte Wahlbeteiligung von null Prozent (in Zahlen = 0%). Das wäre doch was.…

CD-Review: Portugal. The Man - The Satanic Satanist

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We are all just lovers. Schmeichelt sich "The Sun" in unser Ohr ein. Eins der smoothsten lieder, das die Band aus Alaska je komponiert hat. Das Lied steht auch ziemlich für den Ganzen Langspieler. Schmeichelnde Melodien, die schnell erzählt sind, und auch nicht lange andauern. The Satanic Satanist von Portugal. The Man geht nämlich gerade mal 34 Minuten, mit seinen 11 Liedern.

Das macht die Scheibe nicht sofort schlechter. Jedoch hätte man gerne mehr, denn was man auch in der sechsten Runde von der Band, die wahrscheinlich immer noch nicht in Portugal war, serviert bekommt ist wunderbarer Indie-Rock. Und auch immer noch mit einer guten Brise Soul verfeinert. Lediglich die Gospel-Anleihen von der Church-Mouth-Zeit haben die jungen Musiker wieder mehr oder weniger komplett abgelegt. Im großen ganzen fühlt sich die Neue an wie der erste Langspieler der immer noch recht jungen Band. Nur ein wenig minimalistischer, und ein bisschen groovender als damals auf "Waiter. Your Vult…

Taking Back Sunday in Münster, ein Konzertbericht.

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Das einzige Headliner Konzert der Emo-Helden von Taking Back Sunday war das in Münster in der Sputnikhalle am sechsten August. Ansonsten waren sie noch in Amsterdam zu finden oder auf ein paar Festivals, hier und da vertreten. Doch es war natürlich sehr gut die Jungs als Mainact zu sehen. Mit einer Show von rund ein-ein-halb Stunden war der geneigte Zuhörer und Fan bestens bedient.

Im Live-Aufgebot des Sechstetts aus Long Island waren sämtliche Hits, Klassiker sowie neue Hammer aus der aktuellen Phase der Band. Mit What's it feel like to be a ghost, dem Opener des bisher vorletzten Albums, Louder Now, eröffnetten die Jungs das Feuerwerk aus den wahnsinnig eingängigen, tanzbaren Emo-Punk-Hymnen und hatten das Publikum sofort auf ihrer Seite.
Die kürzlich wieder frisch zusammengefundene Bandeinheit war total guter Dinge und spielte technisch versiert und kompromisslos gut gelaunt auf. Vor allem Gitarro Matt Fazzi, der mit einem gebrochenen Fuß auf der Bühne Stand war mit mehr als voll…