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Es werden Posts vom Mai, 2013 angezeigt.

Ein Monster erwacht in Münster. Idle Class mit "The Drama's Done".

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Nach ihrer Debüt-EP "Stumbling Home" hätte einiges passieren können. Man hätte sich auf den Lorbeeren ausruhen können, man hätte in müden Arbeitsverhältnissen versauern können. Idle Class ergriffen aber die Initiative und verließen ausgetretene Pfade und setzten alles auf eine Karte. Jobs wurden gekündigt, und alles in die lokale Szene und vor allem in die eigene Musik investiert. Mit ihrem Debüt-Album "The Drama's Done" ist der Melodic-Punk-Band aus Münster der große Wurf gelungen.

Mit einem Sound aus der Ecke von Polar Bear Club oder gar Rancid wurden sie plötzlich zum Zugpferd einer wieder pulsierenden Szene im Münsterland. "The Drama's Done" klingt unglaublich international, da ist es kein Wunder, dass sie vom schwedischen Label Black Star Foundation gesignt wurden, und nur 18 Monate nach Bandgründung schon an internationalen Tourplänen schmieden.

Ihren direkten Punk-Rock brechen die fünf Münsteraner auf dem Volllängenalbum nun gekonnt mit me…

Sieben Minuten schlechte Laune? Bitteschön. Rough Hands.

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Um zu beweisen, dass diese vier Typen aus London ein paar raue Gesellen sind, brauchen Rough Hands nicht einmal sieben Minuten. Die Länge ihrer Debüt-EP. Mit ihrem brutalen Hardcore-Sound und Vocals die von den Metalherren Chimaira stammen könnten parken die vier Kerle, Alex Dench - Vocals, Tom Barber - Gitarre, Dex McPake - Gitarre, Kiarn Eslami - Bass und Jack Barber - Drums ein ganz schönes Brett in den Gehörgängen der geneigten Zuhörer.

Kompromisslos schießen die vier Songs, "Dilute", "Maledictus", "Toska" und "Spite" gerade aus ins Herz einer unruhigen Szene. Mit explosiver Gewalt entfalten sich diese Songs vor dem inneren Auge in fliegende Gebeine und Live-Exzesse.

In nicht einmal zehn Minuten steckt hier so viel pure Energie, dass man sich gar nicht ausmalen will wie diese Band live anspringt. Immer gerne mehr davon.



Rough Hands - "Rough Hands"
VÖ: 20.5.2013
via: Holy Roar / Day by Day / Illegal Activity

Mehr: "Toska" anh…

City Light Thief auf musikalischer Reise, der Reise wegen. "Vacilando".

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Mit "Vacilando" bringen die Rheinländer City Light Thief ein Album raus, das eigenen Aussagen zufolge einfach so passiert ist. Kein großer Masterplan, kein Konzept. Einfach eine gute Ladung Songs, die so natürlich entstanden seien, wie man es sich im schönsten Traum ausmalt. Jammen, schreiben, wurschteln, jammen, schreiben, jammen - fertig.

Gut aufgenommen hat das dann noch ein begabter Tonmeister namens Bastian Hartmann in Hennef, Niederehe und Hilden. Obendrein gemastert wurde es dann durch Michael Schwabe im Monoposto Studio in Düsseldorf. Die musikalische Vorlage, die die Band den Soundschreinern aber geliefert hat, musste zu diesem feinen Ergebnis führen. In dem Freischnauze-Sound sind Elemente, von Emo, Indie-Rock und Post-Hardcore so harmonisch verwoben, mit vielstimmigem Gesang, Shouts und cleanen Vocals.

"Vacilando" ist ein Wort, das jemanden beschreibt, der Unterwegs ist, der Reise wegen. Sozusagen war dann auch die Reise das Ziel. Die musikalische Reise…

Von bunten Vögeln, V-Ausschnitten und dem Haarekämmen. Dance Gavin Dance, Closure in Moscow, The Elijah und Climates in Stuttgart.

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Es war eine sehr abwechslungsreiche Veranstaltung im Stuttgarter JuHa-West. Als dort kürzlich Dance Gavin Dance aus den USA, Closure In Moscow aus Australien, The Elijah und Climates aus den englischen Midlands gastierten.

Climates eröffneten den Abend vor kleinem Publikum mit ihren passigen modernen Melodic Hardcore. Ein bisschen zu häufig kam die elektronische Sub-Base zum Einsatz, hätte nicht sein müssen. Denn ansonsten machte deren Sound echt Spaß. Vor allem der Frontmann überraschte zwischendurch mit gar cleanem Gesang. Diese junge Truppe sollte man mal im Auge behalten. The Elijah, eine ultra stimmige und vor allem düster daher kommende britische Band, die Momentan auf der Insel für Furore sorgt. Konnte man am Abend echt gut nachvollziehen. Tief atmosphärischer Postcore schob durch den kleinen Saal im Jugendhaus-West. Mit Projektor und spärlicher Ausleuchtung unterstützt war das eine launige Angelegenheit.

Danach machten sich die bunten Vögel aus dem australischen Melbourne auf …

"Closure" neuer Song von Boysetsfire in Tourvideo in Schwarz und Weiß.

Boysetsfire - Closure on MUZU.TV.

Stagedivende Frauen, eine Rock-Hymne und die Kollegen von I Am Heresy mit dabei auf der Tour. Zu mindest Nathan Grays Sohnemann Simon ist mit dabei. Boysetsfire machen mit dem Song "Closure" immer mehr Lust auf die neue Platte "While A Nation Sleeps".

Die Amerikaner hatten den Albumtitel schon zu Beginn ihrer Geschichte bei der Bandgründung vor etwa zwanzig Jahren ähnlich eines Propaganda-Spruchs auf Bannern und Flaggen verewigt. Schade eigentlich, dass die politische Lage heutzutage so einen Spruch niemals obsolet erscheinen lässt.

Arbeiterklassen-Rock revisited. Restorations mit ihrer zweiten LP.

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Die Ärmel vom Flanellhemd hochgekrempelt, geneigter Zuhörer und an die Arbeit. Restorations, restaurieren (Kalauer intended) den alt-eingesessenen Springsteen-Rock von The Gaslight Anthem, und holen sich ein bisschen Energie beim Post-Postcore-Verein Hot Water Music ab.

Vor allem in Parade-Songs wie "Quit" ist eine Menge Herz zu hören, viel echte Theatralik und Make-Do-And-Mend-sche Bodenständigkeit. Gerade diese Bodenständig beschreibt die Musik, die wir auf der zweiten Platte von Restorations aus Philadelphia zu hören bekommen. Die im Foto fröhlich lachende Truppe reißt keine Bäume aus. Macht halt gemütlich diese typisch amerikanische Arbeiterklassen-Mucke. So könnte auch der Titel des Albums aus einem Handwerksberuf stammen. Pragmatisch und auf den Punkt. "LP2" liest sich wie eine Maschinenbeschriftung und erzählt mal so rein gar nichts. Außer das offensichtliche Longplayer Nummer zwei.

Man möchte hier nichts schlecht reden was wirklich nicht schlecht ist. Man …

Von Hirschen und Zebras. Wildsafari im Zwölfzehn in Stuttgart mit The Hirsch Effekt und Zen Zebra.

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Freitagabend spielten The Hirsch Effekt zusammen mit Zen Zebra im Zwölfzehn in Stuttgart. Im engen Zeit-Korsett brachten beide Bands jeweils etwa einstündige Shows unter. Und was für welche.

Zen Zebra, die als zweite Band am Abend den Headliner mimen durften, brachten die eher unverkopfte Party auf die Bühne. Mit ihrem groovenden Pop-Postcore erinnerten sie teils sogar an einfachsten Nu Metal. Eingängig mitnehmend. Nicht langweilig oder poplig. Schon gut. Vor allem Frontsau Marv Endt  machte viel Spaß. Die Leipziger haben das schon ganz gut im Griff, ihr Werk.

Davor spielten allerdings die hannöverschen The Hirsch Effekt, die ordentlich sympathisch daher kamen. Drei nicht sonderlich große Typen die eine Musik abfahren - größer als jeder Gebirgszug. Aus ihren bis dato zwei Alben mit voller länge schöpften sie dabei, und überzeugten vollends. Musikalisch zwischen eingängigem Deutsch-Indie und brutalstem Metal mit Hardcore-Anleihen. Live nahezu perfekt dargeboten. Irgendwie die eigentlic…

Eigenwillig schräg, scheppernd und verträumt zwingend. Hop Along mit "Get Disowned".

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"Get Disowned" von Hop Along fängt ganz klein an. So klein, und schräg wie ein kleiner schräger Indiefilm. So zurückgenommen und in sich gekehrt, und gleichzeitig so scheppernd und offen. Hop Along ist eine dreiköpfige Band. Sie lebt vor allem durch den queren Kopf von Sängerin und Gründerin Frances Quinlan. Sie startete in Philadelphia mal Solo, rekrutierte dann ihren Bruder Mark für das Schlagzeug und ihren gemeinsamen Freund Tyler Long für den Bass.

Die Songs auf "Get Disowned" sind eben diese kleinen Indie-Stücke, die immer das Potential haben mal richtig laut und daneben zu werden. Mit einem gemütlichen, vertrackten Punk-Hintergrund passieren da die irrwitzigsten Klanggebilde, die durch die eigenwillig, nölende, mal kreischende, mal säuselnde Sängern wunderbar in ein absurdes Eigenleben aufsteigen. Zunächst mutet das an wie das nächste Lemuria, ist aber dann doch irgendwie ganz anders. Es ist irgendwie diese offene ehrliche Art des Emo, die es der Band erlaub…

Neues Material von Boysetsfire. "While A Nation Sleeps..."

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Das neue Album von Boysetsfire erscheint am 7. Juni. Sieben Jahre nach dem bis dato letzten Werk "Misery Index". Danach war die Band auseinander gebrochen. Wer das Teaser-Video oben genau anschaut, findet auch raus, warum. Auch warum es nun wieder weiter geht.

Im Rahmen der Veröffentlichung kann man aktuell bei der Hardcore Help Foundation ein Benefiz-Shirt von Boysetsfire bestellen. Damit untermauern Boysetsfire abermals ihren sozialen Anspruch. Fans der Band haben das exklusivesT-Shirt gestaltet, das nun für eine Mindestspende von 15 Euro bei der humanitären Nonprofit-Organisation gekauft werden kann. Ziel der Organisation ist es, gemeinsam  Menschen in akuten Krisensituationen finanziell und materiell beizustehen. Alle Erlöse des Boysetsfire-Benefiz-Shirts werden daher einem Wohnprojekt der Hardcore Help Foundation für obdachlose Jugendliche in Bochum zugeführt. ->hier kann das Benefiz-Shirt gekauft werden.

Boysetsfire kommen außerdem mit Bane, Paper Arms und Gallows a…

Urbane Kunst im alten Pennymarkt. Photographie- und Graffiti-Ausstellung am Hallschlag.

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Einen guten Blick für schöne Bilder beweist Cana Yilmaz mit ihrer Auswahl von Photographien in der  Kurz-Ausstellung in den kürzlich geräumten alten Pennymarkt-Räumlichkeiten. Zusammen mit Graffiti und urbaner Malerei von Dingo Babusch stellt sie dort aus. Die beiden Künstler sorgen damit für einen netten subkulturellen Touch in dem schwierigen Hallschlag-Viertel.

Die Photographien bieten spannende Blickwinkel aus der Stuttgarter Innenstadt. In den Bildern von Dingo Babusch, die sich unter anderem in der Graffiti-Kunst bedienen findet man außerdem auch den ein oder anderen schönen Touch. Der Künstler scheint vor allem Katzen sehr gerne zu haben.

Geht am besten mal in der Ausstellung vorbei. Der leer stehende Pennymarkt befindet sich oberhalb des Römerkastells, auf der gegenüberliegenden Straßenseite zwischen Landesbank-Filiale und dem Café Nachbar. Die Ausstellung von Cana Yilmaz und Dingo Babusch läuft dort noch bis Sonntag.

Eindrücke davon jetzt, der Flyer mit Öffnungszeiten nach d…

Sonntagsvideo. Wunderschöner kleiner Song von Kafka Tamura. "Somewhere Else".

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Kafka Tamura sind eine dreiköpfige Band, die sich um die ansprechende Stimme der erst 16-jährigen Sängerin Emma Dawkins gebildet hat. Die zwei Deutschen Musiker Patrick Bongers und Gabriel Häuser haben sich mit ihr in Southampton in Südengland vergangenes Jahr zusammen getan. In Zukunft werden wir sicherlich mehr dieses wunderschön verträumten Indie-Pops hören. Die Band arbeitet momentan noch an ihrem Debütalbum.

Mehr zur Band: thanksforthepostcard.com

Ein paar Liter Herzblut, ein bisschen Blasphemie und der eigene Kopf. "Sister Faith" von Coliseum.

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Tiefer gelegter Schwarzmaler-Post Hardcore mit der gewissen Punk-Leichtigkeit. Über zehn Jahre haben Coliseum die Hardcore-Szene ihrer Heimatstadt Lousiville in Kentucky nun schon geprägt. Ihr viertes Album "Sister Faith" sieht nun das erste Mal einer offiziellen Veröffentlichung in Deutschland und Europa entgegen.

Im Studio saß J. Robbins an den Reglern. Der Produzent war in einem früheren Leben mal Gitarrist und Sänger der einflussreichen Post-Hardcore/Emo-Band Jawbox. Diesen Einfluss verspürt man auch im Sound der neuen Platte von Coliseum. Das Trio um die charismatische Stimme von Sänger und Gitarrist Ryan Patterson kombiniert nahtlos psychedlische Elemente, mit antreibenden Punk-Rhythmen und tiefgehenden Post-Hardcore-Melodien. Auf "Sister Faith" fließen ein paar Liter Herzblut, um diesen eigenständigen Sound zu verwirklichen. Man könnte schön auf der düster blasphemischen, Doom angehauchten Schiene vermeintlicher Planes Mistaken For Stars weiterrollen, was e…