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Es werden Posts vom Februar, 2012 angezeigt.

Alfatec: Florenzer Hardcore-Punk, der aus dem Bauch kommt.

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Man kennt das: ab und an kommt man sich in dieser Welt so verdammt unpassend vor. Irgendwie schleicht sich immer dieses Gefühl ein, alles sei, Pardon, Scheiße. Alfatec aus dem schönen Florenz in Italien spielen mit ihrer rohen, scheppernden Musik genau gegen dieses Gefühl an.

"Wir spielen aus Leidenschaft, wir lieben das was wir tun, und so versuchen wir es auf die best mögliche Art zu tun", beschreibt Frontmann Tomasso die eigene Band. Und genau so klingt es. Die vier Italiener spielen wonach es ihnen ist. Trends im aktuellen Hardcore werden schlichtweg missachtet, und so erfährt der Garagen-Sound von Alfatec ein ähnliches Momentum wie einst vielleicht die Ramones. Dabei klingt das Ganze eben sehr ruhig, und quasi live.

Es hört sich alles einfach an wie eben so mal runter gespielt. Nicht verkopft. Einfach dem Instinkt nach scheint diese Musik geradezu aus einem flauen Bauchgefühl heraus zusammen zu kommen. Ein Musiktheoretiker mag sich daran stören, ein Punkrock-Fan wird a…

Done & Done. Kölner Melodic Hardcore auf "Lost Promises"-EP gebannt.

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Done & Done haben letztes Jahr ihre erste EP namens "Lost Promises" Deutschlands Hardcore-Meute kostenlos zum Fraß vorgeworfen. Als wäre die Szene hierzulande nicht schon sowieso mit dicken Fettschichten abfertigt und bis zum Anschlag gesättigt. Die Köllner Band hat aber dermaßen Hummeln im Hintern, dass ihnen einfach eine gewisse Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. So wühlen sie Dank unseres schönen Internet-Zeitalters nicht nur ein bisschen Staub auf.

Immer noch auf der Suche nach einem Drummer tüfteln die Musiker aus der Rheinmetropole schon seit geraumer Zeit an ihrer ersten langen LP. Die dann "Colours" heißen wird. Die kommt dann raus, wenn sie fertig ist. In der Zwischenzeit dürfen wir uns mit der EP "Lost Promises" begnügen.  Musikalisch ist das schon arg starker melodischer Hardcore, der verspricht international mithalten zu können. Die vier Tracks der EP könnt ihr außerdem komplett kostenlos herunterladen. Zu guter Letzt hat der Song &qu…

Blood And Thunder von Matthias Sturm. Eine CD-Besprechung.

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Matthias Sturm ist in Ost-Deutschland geboren, nach Frankreich ausgesiedelt und wohnt und lebt seit geraumer Zeit mit seiner Familie in Paris. Er scheint sich nicht so sehr auf eine Kunst festlegen zu wollen. Er singt nicht bloß Lieder, er malt auch Gemälde, jene Werke kann man auf seiner Webseite einsehen. Wir befassen uns aber nun weder mit dem Menschen, noch mit dem Maler. Wir befassen uns hier mit seiner CD "Blood and Thunder", einem schillernden Singer-Songwriter-Stück, mit den ein oder anderen Macken.

Sturms CD ist interessant vertont und instrumentalisiert. Für gewisse Musik-Kenner ist der Namen des Produzenten David Hills (Pearl Jam, James Blunt etc) oder Blind Melons Studio in Austin, Texas einiges Wert. Für einen Musikredakteuren, der diese CD namens "Blood And Thunder" hört wird das aber schnell zu Schall und Rauch.

Mit vielen unterschiedlichen akustischen Instrumenten und seichtem Schlagwerk dudelt es meist angenehm vor sich hin. Beim Hören kommen vielle…

Lasst mal die Messer sprechen. Let's Talk Daggers vorgestellt.

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Let's Talk Daggers sind drei südenglische Typen aus dem Küstenstädtchen Eastbourne. In Großbritannien gelten sie als die wahrscheinlich am meisten unterbewertete Band dieser Dekade. In Deutschland kennt sie schlicht, einfach wahrscheinlich so ziemlich niemand. Allerdings lohnt sich das hinhören doch. Auch nicht nur weil man sich cool fühlen darf, eine unbekannte Band gewissermaßen entdeckt zu haben. Irgendwie erinnern die Briten mit ihrem Hardcore-Sound mit der metallischen Rock-N-Roll-Kante angenehm an The Fall Of Troy oder The Blood Brothers, selbstverständlich ohne jene zu kopieren.

Im März soll mit ihrer dritten EP "Winter" die kalte Jahreszeit erst gründlich abgerundet, dann abgeschafft werden. Als Schmankerl vorab gibt es nun hier das Musikvideo zum Single-Vorboten namens "Bear Of Bad News". "Winter" erscheint am 12. März via Tangled Talk Records, dazu lest ihr hier zeitnah eine CD-Review.



Mehrtangledtalk.com

Nächster Schweden-Export meldet Deutschland-Tour an. Feinster Hardcore-Punk mit Rebuke.

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Rebuke gelten nach Atlas Losing Grip als der nächste Hardcore-Punk-Export aus Schweden.

Mit der Veröffentlichung ihrer neuen EP "Artie Kaye" in Aussicht, begeben sich die vier Skandinavier kommenden Frühling wieder einmal auf eine ausgedehnte Tour durch Deutschland. Dank unserer Freunde von Mighty Vision Entertainment wird so ziemlich jeder Landstrich abgedeckt.

Am ersten April 2012 erscheint die neue Platte in limitierter Auflage als gelbe oder schwarze Vinyl. 


Rebuke - Artie Kaye Teaser from Philip Nordling on Vimeo.

MY INDIE MIND ist sehr happy euch diese Band ans Herz legen zu dürfen. Alle Tourdaten und weitere Infos findet ihr nach dem virtuellen Knick.

Hot Water Music bringen neues Album und La Dispute mit auf Tour.

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Wenn jemand einflussreich war, im Post-Hardcore, dann Hot Water Music. Wenn junge Bands meinen sie hätten ihren Sound von Thrice oder Rise Against inspirieren lassen, dann sind sie unwissenderweise nur eine weitere Ausgeburt der Marschrichtung, die einst Hot Water Music zu prägen wussten. Und trotz allem sind die Herren am Boden geblieben. Ist auch nicht so schwer, mit echter Musik verdient man ja leider kaum Geld.

Im Sommer kommen die vier Musiker zusammen mit den Recken von La Dispute wieder einmal auf Steppvisite in den hießigen Gefilden vorbei. La Dispute gelten als Pionier der stetig rollenden neuen "Wave" von emotionalem Hardcore, in den USA. Zwar ist derren aktuelles Album "Wildlife" etwas überbewertet hinter den Erwartungen zurück geblieben, aber mit dem Vorgänger "Somewhere At The Bottom Of The River Between Vega And Altair" hatten es sich die Amerikaner mit dem französischen Namen auch alles andere als leicht gemacht - darauf noch eine Steigeru…

Korpulierende Roboter? Neues Album von Retisonic. "Robots Fucking".

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Aus dem Hardcore gewachsener Post-Punk mit der gewissen Pop-Kante. Pop-Kante? Wie geht denn so etwas? Retisonic zeigen es. Beim Hören entdeckt man nicht nur die oft angepriesenen DC-Hardcore-Roots, die die Musiker mit Sicherheit geprägt haben. Man hört vielmehr gerne auch den Sound, den man sonst eventuell von Yourcodenameis:milo oder ab und an auch von den Queens of the Stone Age gerne hörte.

Mit "Robots Fucking" kommt nun nach jahrelanger Ungewissheit das neue Album der Band, die man quasi als Inbegriff der On-and-Off-Beziehung terminieren könnte. Nach ein paar Veröffentlichungen sollte nämlich 2004 eigentlich Schluss sein. Man zog sogar 3000 Meilen auseinander. Aber der Funke sprang kurz darauf wieder über. Und so wurde die Distanz mit seperatem, gemeinsamen Songwriting überbrückt. Das mündete 2006 in einer EP, die der Vorbote auf das kommende Album sein sollte. Jenes Album erscheint jetzt, sechs Jahre später. So spielt das Leben.

Musikalisch gehen nun vor allem die groß…

Sonniger Indie-Rock aus Frankreich: This Year's Girl

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Es gab eine gewisse Zeit lang diese Hypes um Indie-Kapellen wie Mando Diao und Konsorten. Gerade in Deutschland, Österreich und der Schweiz schien solch unbekümmerte, von Machismen geprägte Indie-Pop-Rock-Dudelei Hochkonjunktur zu haben. Meist kamen jene Bands dann aber aus Skandinavien, und nicht aus Frankreich. This Year's Girl stellen eine schöne Ausnahme dar. Und das im Jetzt.

Aus dem beschaulichen Besançon im Osten Frankreichs, mit nicht zu leugnender Grenz-Nähe zur Schweiz, entsteht da in der vierköpfigen Band ganz schön verträumte Musik. Die neue Platte mit dem Titel "Personal Ghosts" verbindet gar bestechlich Pop-Melodien und die gewisse Verspieltheit, die ein Album dieser Sorte benötigt um dem Hörer nicht direkt auf den, Pardon, Sack zu gehen.

Das Ganze klingt nicht nach Plattitüden, es klingt fast schon aufrichtig. Man glaubt es diesen Herren tatsächlich, dass sie auswegslose Träumer sind. Darüberhinaus kommt man hier über das Träumen zu Teilen ganz gut ins Ta…

Dead Swans und Horror Show. Ein Livebericht.

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Gestern spielten Dead Swans zusammen mit Horror Show in Hannover. Es war ein eisiger Mittwochabend. So gab es nicht viele Gründe von den Wohnzimmersesseln aufzubrechen, dem TV-Lagerfeuer auf Wiedersehen zu wünschen, und den Fuß vor die Tür zu setzen.

Nur die Verlockung im Punk-Keller, Béi Chéz Heinz, die Engländer Dead Swans mit ihrer nordamerikanischen Begleitung hören zu können, bewegte einige tiefgefrorene Gäste ins gut aufgeheizte unterirdische Stübchen. Im Saal eröffneten Horror Show gegen 21:30 die Bühne. Die band aus Philadelphia wirkte schwer angeschlagen, aufgrund der Strapazen einer Wintertour. Vorallem ihrem Frontmann schien irgendetwas den Magen verdorben zu haben. Der musste sich übergeben, auf der Bühne (nach dem Auftritt machte er das Malheur brav wieder weg) . Aber vielleicht ist das so mit Hardcore-Geheimtipps, von denen man dachte, sie seien tot, und dann doch glücklicherweise wieder auferstanden. Darüberhinaus war ihre Show, Achtung Kalauer: keineswegs der Horror. …