Posts

Posts mit dem Label "Bahn" werden angezeigt.

Stuttgart-21-Player wollen ihren Ruf retten. Oder Müll-Video des Todes #6

Bild
Es sieht fast so aus als würde gerade die ganze Republik in die Schwaben-Metropole schauen. Die Heute-Show widmet fast die halbe Sendung dem K-21-S-21-Clinch, sogar die Nordlichter von Extra3 machen sich nicht zum ersten Mal über den (im Sinne) verbuddelten Kopfbahnhof lustig, nicht einmal der Raab kommt aus der Sommerpause ohne einen Witz über die Stuttgarter zurück. So nehme ich mir die Freiheit das Müll-Video des Todes diesem YouTube-Klassiker zu widmen (und das Layout schlicht einfach mal zu verdrehen). Denn Stuttgart 21 steht momentan unter keinem guten Stern und könnte ein wenig virales Marketing vertragen.

Alle Augen auf Stuttgart.

Bild
Das große Bahn-Projekt Stuttgart 21 ist der Grund, dass momentan die halbe Republik meint ihren Senf über die Landeshauptstadt Baden-Württembergs ablassen zu müssen. Selten wurde man als aufmerksamer Leser der Print- und Online-Medien Zeuge von so vielen in Vorurteile getränkte Artikel über eine Stadt, die sich seit 50 Jahren fast im konstanten Wandel befindet. Verbaute, konservative Köpfe sind sie, diese Schwaben. Geldgeile Ordnungsfanatiker. Et cetera. Wenn das Wort "Exilschwabe" zum Schimpfwort degradiert wird und Berlinophile und möchtegern Links-Liberale über eine Stadt schreiben, die sie nicht verstehen wollen verschwindet die Wahrheit irgendwo zwischen dem Abgedruckten jenseits der Druckerpressen. In dem Unbewusstsein der Deutschen und ihrer spätrevolutionären Fashion-Hippy-Bewegung. Ich möchte jetzt keinen Quell der ultimativen Wahrheit schaffen, kann ich nicht. Denn auch ich beobachte nur von außen, bin momentan selten in Stuttgart, und pendle die meiste Zeit zwische...

Kein Liebesbrief an die Bahn.

Bild
Dortmund, der Regional Express nach Bielefeld fährt ein. Er ist bis zur Türschwelle mit mittelmäßig gelaunten Passagieren gefüllt. Mein Blick erhascht freie Sitzplätze. Ein ganzes Abteil, quasi leer. Mein verwirrtes Gesicht traut den beherbergten Augen nicht mehr. Sie bewegen meine Füße förmlich in hypnotischer Selbstständigkeit in Richtung des menschenbefreiten Abteils. Eine Treppe bäumt sich vor mir und meinen versammelten Körperteilen auf und separiert mich von meinem Ziel. Da ertappt mein müdes Sehorgan den Haken. Eine dicke, fette Eins prangt auf der Plexiglasscheibe vor dem paradiesisch leeren Sitzgelegenheiten. Aber nun bin ich schon die Treppe emporgestiegen. Also lasse ich mich enttäuscht vor der transparenten Trennwand am oberen Ende der Treppe nieder. Einige der anderen müden Zugpassagiere tun es mir gleich. Weit und breit scheint kein Platz mehr frei zu sein. Nur hinter dieser vermaledeiten Glastür. Aber wer kaufte schon ein Erste-Klasse-Ticket für einen Regional-Zug? Genau...