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Es werden Posts vom April, 2012 angezeigt.

Zeitvertreib gefällig? Man nehme das interaktive Musikvideo-(Spiel) Osada.

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Osada ist quasi ein interaktives Musikvideo. In einer Welt voller Absurditäten klickt ihr euch durch dynamisches interaktives Animationsvideo. Jeder Gegenstand oder jede Person mit der ihr interagieren könnte erzeugt im allgemeinen Klangteppich eine Neue Spur oder einen simplen Ton und so spinnt sich die Geschichte musikalisch und unterhaltsam animiert weiter.

Bei dem Spielchen handelt es sich um ein freies experimentelles Projekt. Animator Václav Blín und Musik-Komponist Šimon Ornest erschufen die illustre Welt von Osada gemeinsam.

Osada jetzt -> hier online spielen oder kostenlos herunterladen!

Holmes in Berlin. Brücken brannten keine. Gemütlicher gings einfach nicht mehr im Schokoladen.

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Es war durchaus kein Protestverhalten der Besucher im Schokoladen, Ecke Ackerstraße, Torstraße in Berlin. Fast jeder Besucher hatte sich am Mittwochabend schon zu Beginn der Vorgruppe einen gemütlichen Sitzplatz an der Wand oder auf dem Boden vor der Bühne gesichert. Denn es sollte ein gemütlicher, in sich gekehrter Abend in Deutschlands unruhigster Metropole werden.

Als Support war die exzentrische Songwriterin Candice Gordon mit ihrem Begleitgitarristen auf der Bühne zu begutachten. Die Irin mit Südafrikanischen Wurzeln eröffnete die Bühne für die Schweden Holmes reichlich gemächlich. Doch auch sie kam ab und an kreischend aus sich heraus. Die gelangweilt wirkende Zuschauerschaft nicht, doch immerhin applaudierte sie emsig.

Holmes waren danach ein wahrer Ohrenschmaus. Als der charismatische Frontmann Johan Björklund tief in einen Converge-Hoodie eingemummt die Bühne betritt, hätte nun alles folgen können. Doch als das Akkordeon und der Keyborder den Anschlag zum ersten Ton fanden, w…

Battle For Paris. Superstars? Noch nicht. Vielleicht wann anders?

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Battle for Paris sind eine weitere junge britische Band, die sich in chaotisch anmutendem, sagen wir einfach mal, Post-Screamo austoben. The Fall Of Troy und The Blood Brothers sind schon eine Weile nicht mehr. Nun liegt es auf der Insel dem Chaos-Genre nochmal Leben einzufauchen. Auf ihrer neuen Platte "Superstar", die via Tangled Talk vertrieben wird frickeln sie ganz gewaltig auf diese beweglichen gebrechlichen Härchen im Ohr ein. Man atmet regelrecht auf, wenn die jungen Kerle ab und an eine annähernd normale Melodie in ihre Musikhäkeleien einfließen lassen.

Irgendwo hat es aber auch etwas hypnotisches Battle for Paris zuzuhören. Gewiss ist das Gebotene keine Liebe auf den ersten Akkord, hat aber definitv das Zeug zur Hass-Liebe, nicht ungleich einer chaotischen On-und-Off-Beziehung auf der Bettkante.

"Superstar" heißt das Album, ob der Name mal Programm wird? Hierzulande wahrscheinlich nicht. Außer das vermutbare Fall-Out-Boy-Gen setzt kräftig an, beim nächste…

Entschleunigt die Woche: Holmes mit "Burning Bridges".

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Holmes sind eine unglaublich melancholische Angelegenheit. Skandinavien muss ein wahrlich nachdenklich machender Ort sein. Die sechs Musiker inklusive Musikerin aus den schwedischen Vänersborg und Göteborg scheinen sich gegenseitig ganz schön in den Tran zu spielen. Das alles aber vor allem ganz schön.

"Burning Bridges" ist der Name des neuen Albums des norischen Sextetts. Musikalisch rangiert die Band da mit ihrem Scandinavian Americana, wie es das Rolling-Stone-Magazin mal nannte, zwischen nachdenklichem Sigor Ros, Death Cab For Cutie und Bon Iver. Der wahrscheinlich eindringlichste Song auf der Platte trägt den Namen "I Will Never Be Free". In diesem Song kommt die ganze musikalische Tragweite der Band zur Geltung. Gesang und Instrumentalisierung bringen ein Gemisch unterschiedlicher Sphären zusammen, deren Stimmung unbeschreiblich ist. Der Songtext macht eindeutig fest, warum der Akteur im Song niemals frei sein kann. "I went through substances and wasted …

MIM stellt vor: Apollo's Arrows. Single und Video zu "Hi, I'm Neil Armstrong".

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Apollo's Arrows aus Bristol und Southampton sind in Großbritannien die nächsten Emocore-Durchstarter. Ihre selbst vertickten beiden ersten EPs sind restlos ausverkauft und um auf jener Erfolgswelle weiterzureiten legen sie nun mit der Single-Veröffentlichung von "Hi, I'm Neil Armstrong" ein Musikvideo nach. Damit bieten sie Emocore im Geiste von älteren Portugal. The Man, Circa Survive oder gar The Sound of Animals Fighting, gepaart mit einem gewissen Pop-Touch.

Mehrfacebook.com/ApollosArrows

Indie-Game-Tipp zum Wochenende: Botanicula.

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Botanicula ist ein Point-&-Click Erkundungsspiel nach dem Try and Error Prinzip. Ihr steuert mit dem Mauszeiger die fünf Sprösslings-Freunde über botanische Gewächse und sorgt dafür dass die Pflanzenwelt weiter leben kann. Recht schnell im Spielverlauf wird klar, dass das eine ganz schön kniffelige Angelegenheit werden kann; denn fiese Schädlinge kommen auf den Plan, und jagen unseren fünf wortkargen Helden einen ganz schönen Schrecken ein.

Das Spiel funktioniert hauptsächlich durch sein wunderbar angenehmes audio-visuelles Design, das die tschechische Indie-Software-Schmiede Amanita einfach beherrscht. Schon das kleine Roboter-Abenteuer Machinarium konnte Kenner schnell begeistern. So springt auch beim Nachfolgewerk recht schnell der Funken über. Nur eben auf eine ganz andere Art und Weise.

Anstatt der klassischen Point-&-Click-Adventure Handhabe ist man bei Botanicula vielmehr damit beschäftigt jedes ach so kleine Pflänzchen auf dem Bildschirm mit der Maustaste Abzutasten. E…

Manku Kapak grenzen niemanden aus: Video zu "Inklusion".

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Manku Kapak sind eine junge Band aus Bremen. Letztes Jahr war unter anderem ein Song der Band auf dem MY INDIE MIND Sampler vertreten. Aktuell sind die drei Musiker schwer damit beschäftigt ihrem deutschsprachigen Emocore neue Klangwelten zu schenken, ergo an neuen Liedern zu schrauben. Einen komplett neuen Song haben die Hanseaten kürzlich in einem nachdenklichen Musikvideo veröffentlicht. "Inklusion" heißt der Song.

Mehr zur Band: mankukapak.de.vu

Das ist halt Punk-Rock. Charismatischer, geerdeter Punk-Rock: Nothington.

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Hymnenartige Songs, eine ultra-charismatische Reibeisen-Stimme und bodenständig geerdete Liedtexte, so was mag man als ehrlicher Arbeiter in der mittleren oder oberen Unterschicht. Geschichten vom echten Leben, handfeste persönliche Anekdoten. "And maybe the world will stop tonight"

"These conversations are killing me". Nothington sind eine Punk-Rock-Band, die sich nicht hinter Stammtisch- und Gossen-Machismen verstecken. Es scheint gar so als würden die Frontmänner Jay Northington und Chris Matulich abwechselnd ihr Innenleben über jene kantige aber durchaus getragene Musik ungefiltert nach außen tragen. Andere Bands machen dies mit Gesäusel, Nothington sprechen in durchaus tiefer und vor allem männlicher Stimme vom alltäglichen Scheiß der in so einem Menschenleben einen täglich quälen kann.

Die Band die Ihren Namen von einem Tippfehler in der Geburtsurkunde von Sänger Jay Northington her hat brachte kürzlich ihr neues Album "Borrowed Time" via Uncle M h…

Das war die Pictoplasma 2012 in Berlin.

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Die Pictoplasma 2012 in Berlin war eine Ansammlung von interessanten Popkünstlern, die sich allerdings eher zu wiederholen schienen als irgendetwas neu zu erfinden. Das ganze Festival punktet vor allem am ehesten durch jenes gemeinsame Wirgefühl. Politisch oder gesellschaftlich Relevantes suchte man eher vergebens. Aber das sei laut Kurrator Lars Denicke auch nicht das was die Pictoplasma wolle. Dieses Festival mit seiner Conference, den Screenings und Workshops will nur das eine: Spaß machen, unterhalten. Und who am I to judge? Weltbewegendes gab es nicht zu sehen. Oder vielleicht Joshua Ben Longos Biggest Felt Monster ever?

So sah es dann fertig aus:
Zu weiteren Fotos, quasi einer kleinen Fotostrecke mit vermeintlicher Kunst von Mark Gmehling, Joshua Ben Longo, Punga et cetera geht es mit einem einfachen Klick gleich -> hier.

Ziemlich breitbeiniger Rock-N-Roll-Punk von der Wupper: The Spines.

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Das aktuelle Album "Mermaid Parasites" der Truppe aus dem Bergischen kann vor allem eines: Kompromisslos ohne Umwege auf die Kauleiste. Dabei spielen The Spines ziemlich selbstbewussten Punk-Rock mit unverkennbarer Rock-N-Roll-Attitüde. Immer mit gespreizt in den Boden gestemmten Beinen und den Gitarren im Anschlag.

Auch wenn die Band aus Nordrhein-Westfalen mal das Tempo ein wenig zügelt, wird die Musik dabei keinen Deut kraftloser, nur der Groove noch einen Ticken breitbeiniger. Mit Songs wie "Bollocks", "Brainalizer" oder "Darth Metal" erinnert der Sound am ehesten an die Amerikaner Strike AnywhereEmanuel oder die einst grandiosen Ghost Of A Thousand aus England. Frontmann Zakk Inderloovt hat gesanglich einiges zu bieten und steht somit seinen Kollegen im Geiste in nichts nach. The Spines sollte man auf jeden Fall mal auf dem Schirm behalten. Die Platte gibt es selbstverständlich auf Vinyl, in 500-facher Auflage.

Das Album "Mermaid Pa…

Das größte Filzmonster der Welt.

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An die zehn Menschen, Männer und Frauen zwischen schätzungsweise 18 und 35 Jahren sitzen drei Tage beisammen und bearbeiten dabei Stoff-Konstrukte mit Nadel und Garn, Nähmaschine und Faden. Kleine Parasiten oder so etwas ähnliches sollen es werden. Kleine Filzviecher die ihren Götzen anbeten, das wahrscheinlich größte Filzmonster, das die Welt oder zumindest Schöpfer Joshua Ben Longo jemals gesehen hat.

Der rund Dreißigjährige Amerikaner Longo baut schon seit Kindestagen Monster, seit seine Oma es ihm irgendwo im Staate New York einmal beigebracht hatte, erzählt er. Selbstportraits sollen es sein, die die Welt durch seine eigenen Augen reflektieren. Oder eben einfach spaßige Dinge die Menschen zusammen bringen. Die Arbeit von Joshua Ben Longo könnte uns Deutschen am ehesten durch jene Mobilfunk-Werbung mit dem Monster-Tarif bekannt sein. Diese Filzmonster im Werbespott stammen nämlich aus der Mache des sympatischen Freigeistes.

Longo leitet momentan auf der Pictoplasma, einer Animatio…

Pictoplasma 2012, was geht da?

Pictoplasma Festival 2012 Opener from Pictoplasma on Vimeo.

Pictoplasma ist ein poppiges Kunst- und Künstler-Festival in Berlin, mit Konferenz, Ausstellungen und spannenden Workshops. Läuft noch dieses Wochenende. Mehr dazu bald hier auf MY INDIE MIND, ein bisschen mehr schon hier auf facebook.com/myindiemind.

Reznik Syndrom sind wieder komplett. Neuer Drummer ist gefunden.

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Nach einer kleinen Tour durch Norddeutschland und dem Dreh zum ersten Musikvideo war plötzlich etwas im Argen, bei Reznik Syndrom, einer immer noch recht frischen Post-Hardcore-Band aus Stuttgart. Wegen inneren Ungereimtheiten trennte sich die Band kurzerhand von ihrem Drummer Tim. Was im Nachhinein anscheinend etwas überhastet und aus komischen Kommunikationsproblemen geschehen war.

Das vermeintliche Trauerspiel zeichnete sich schon in Ansätzen ab, als MY INDIE MINDs Redakteur Matthias die Band begleitete um einen Roadtrip-ähnlichen Dokumentarfilm über die Schwaben zu drehen. Der Film erscheint im Juni oder Juli via myindiemind.blogspot.com. Seit dem Dreh im vergangenen Jahr ist im Lager von Reznik Syndrom einiges geschehen. Die Band schrieb weiter kräftig an neuen Songs und spielte einige Live-Shows mit Aushilfsdrummer Benjamin Hölle von der Ludwigsburger Band Mindead. Währenddessen wurde der Band langsam klar, dass ein neuer fester Drummer her musste, da die Aushilfe keine finale …

Ein schattiges Plätzchen. "Places" von Ashes Of Pompeii besprochen.

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Mid-West-Post-Street-Punk aus unserem mittleren Westen. Das neue Album "Places" von den Kölner halb-Hessen Ashes Of Pompeii bedient jenen geerdeten Charme einer Mid-West-Post-Hardcore-Band der Vereinigten Staaten. Ähnlich wie bei einem Make Do And Mend bewegt sich die vierköpfige Truppe im Post-Hardcore auf einer sehr persönlichen Ebene. Ihre Texte handeln von persönlicher Suche nach Sinn im Leben, wie in "Lighteater" beispielsweiße beklemmend "give me something to believe in / give me something I can trust" mit Gänsehautgarantie auf den Punkt gebracht wird. Gesanglich ist das Dargebotene immer stark ansprechend und geht tief unter die Haut.

Die vier Künstler bleiben aber nicht nur in ihren eigenen Köpfen stecken. Im Song "Gunkanjima" geht es um die Tücken des technischen Fortschritts, und unsere Gesellschaft, die Humanitär nicht Schritt zu halten scheint. "Now we know that technical advance by it self creates more problems than it solves …

Auch Frankreich kann Post-Hardcore. The Prestige zeigen es mit "Black Mouths".

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Aus Paris kommt ja vieles. Kunst, Kultur, ein paar Nu-Metal-Bands, und mit sicherer Wahrscheinlichkeit knackige Baguettes. Dass aber solch ein facettenreiches Post-Hardcore-Album wie "Black Mouths" von The Prestige daher kommen kann, erwartet man vielleicht als Stereotyp am wenigsten.

Also Froschschenkel beiseite, und Lauscher auf Attacke einstellen. "Black Mouths" ist ein düsterer Kandidat zwischen Depression, Weltschmerz und einfach verdammt guter Musik. Mit der Einordnung zwischen Hardcore und Post-Rock liegt man dem Ganzen recht nah. Großartige, treibende Passagen arten in unendlich weiten Ambient-Passagen aus, die die Gänsehaut im Sekundentakt verstärkt. Viel mehr will man gar nicht sagen. Dieser blutig rohe Ohrenschmaus geht tief unter die Haut. Die vier Franzosen haben da über das kleine britische Label Tangled Talk Records einen Sturm auf den Post-Hardcore-Thron entfacht, der einem Neu-Norma-Jean den Rang ablaufen könnte. Vorausgesetzt das Teil findet genü…

Playmobil-Video und kostenlose Songs. Holmes packen aus.

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Die sechs Menschen aus Schweden, namentlich Holmes genannt veröffentlichen am 13. April via Uncle M ihr neues Album namens "Burning Bridges". Für Freunde von gar wirklich eigenständigem Indie gibt es dann heute mit einem Stop-Motion-Video mit Playmobil-Figuren mit Pappgesichtern gar audio-visuellen Vorgeschmack auf Kommendes.

Um noch heißer auf das kommende Album zu machen verschenken die Schweden den im Video bebilderten Song "Debris" außerdem zusätzlich als kostenlosen Download. Obendrein gibt es einen weiteren Titel mit dazu, der sonst auf keinem anderen Album zu finden sein wird. Die Downloads findet ihr ->hier bei Bandcamp. Das Video zu "Debris" gibt es gleich hier im Anschluss. Wer gar nicht genug von Holmes bekommen kann, der darf sich anschließend die Tour-Termine nach dem Umbruch notieren.


Holmes - "Debris" from Häleri on Vimeo.