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Es werden Posts vom Juni, 2012 angezeigt.

Deftones: neues Album im Oktober, Elvis Presley im Geiste. Weiterhin bangen um Chi Chengs Gesundheit.

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Am 9. Oktober soll das neue Album der Deftones erscheinen, das sagte Frontmann Chino Moreno kürzlich dem amerikanischen Magazin Entertainment Weekly. Demnach hat die Band außerdem die Aufnahmen zum bis dato unbetitelten neuen Album abgeschlossen. In den kommenden Wochen werde dann Hand an die Post-Produktion gelegt, mixen, schrauben, was da halt so dazu gehört.

Im Interview erzählte Moreno außerdem, dass die Band an Cover-Versionen von Songs von Elvis Presley und Earth, Wind and Fire arbeitete.

"Wir haben schon viele Stücke aus den 80ern beackert, aber diesmal wollten wir noch etwas weiter zurück. Also setzten wir uns mit unseren Computern zusammen und spielten uns Songs vor, die wir mögen. So kam es, dass wir nun einen Song von Elvis aufnehmen werden. Wir hatten über etwa fünf Songs von ihm gesprochen.

Außerdem machen wir was von Earth, Wind and Fire, hoffentlich mindestens zwei Titel, vielleicht auch drei oder vier. Da wir nun damit durch sind eigene Songideen quasi aus dem Nich…

"Life Gone Wrong" - music gone right. Die neue Landscapes im Besprechungssaal.

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Zur neuen Platte "Life Gone Wrong" von Landscapes muss man gar nicht viele Worte verlieren. Die fünfköpfige Band zeigt erneut eindrucksvoll, wie verdammt bewegend melodischer Hardcore sein kann, und warum diese Musikrichtung live so viel in Bewegung setzen kann.

Auf "Life Gone Wrong" sind neun Titel. Allesamt mit Gänsehaut-Potential höchster Güte. In gewohnter Manier preschen Landscapes nach vorne, mit knochenhartem Hardcore-Punk. Lassen die Luft zwischendurch aber auch stehen, und unter düsteren Melodien schwingen. Es sind zu Beginn alles keine neuen Mittel. Doch diese Band bleibt nicht an Konventionen hängen. Dass ein Hardcore-Shouter in der Regel nicht schön singen kann, stört hier keinen. Einige Songs mit diesen rauen ungeschönten Sprechgesängen überwältigen einen als Zuhörer ohne Vorwarnung. Absoluter Hit: "Coming Of Age", ein vermeintlicher Hardcore-Song, der ganze fünf-ein-halb Minuten füllt. Mit Bravour und Echtheit.

"I'm just trying to f…

Circa Survive: DIY-Künstler. "Violent Waves" kommen.

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Nun aber mal raus mit den Neuigkeiten. Das vierte Studioalbum, der Band aus Philadelphia, erscheint am 28. August, ohne Label und mit ganzem Herzen. Circa Survive schöpften offensichtlich aus den Vollen ihrer Kreativität und machten dieses Mal einfach alles im Alleingang.

Nachdem die drei Vorgänger allesamt bei hochkarätigen Labels, Atlantic (Major) und Equal Vision (Indie) veröffentlicht wurden machen die fünf Künstler dieses Mal alles aus eigener Hand, und eigener Tasche. Labels sorgen in der Regel dafür, dass Gelder für eine Alben-Produktion generiert werden, geben Vorschüsse et cetera. Aktuell gehen viele den Weg an Platten-Verträgen vorbei über Crowd-Funding, doch nicht einmal diesen Weg schlugen Circa Survive ein. Die Mannen um Anthony Green bezahlten alles Nötige einfach mal komplett aus ihren privaten Ersparnissen. Ein mutiger Schritt, doch wer zu mindest in den Staaten so erfolgreich ist, kann den schon einmal wagen.

Um die erforderlichen Gelder im nachhinein Wieder gut zu m…

Verwechseln wir einfach mal Fußball mit Krieg.

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Die Deutschen sind wieder einmal in Polen einmarschiert. Diesmal haben sie das Land erfolgreich besetzt. Denn ZDF und BILD-Zeitung sprechen ohne mit der Wimper zu zucken vom "Heimspiel in Danzig" Ja klar, die deutsche Mannschaft wohnt da nur 11 Kilometer vom Stadion entfernt. Aber war da nicht beinahe schon die Kacke am Dampfen als Hansi Flick die Rede von Stahlhelmen gegen Portugal machte? Focus, beispielsweise, empfand das als schweren Faux Pas.

Dabei marschieren doch Fußballer ständig kämpfend und leidenschaftlich in Finals ein, fighten bis zum geht nicht mehr für ihr Land, das endlich mal wieder stolz auf einen Auslandseinsatz sein darf. Unsere Medien schafften es dann aber tatsächlich noch so darzustellen, dass die Griechen nicht gegen das Fußballdeutschland, sondern gegen Merkels Deutschland gewinnen wollten. So wird ein friedliches Sportereignis unfair politisiert. Menschen, die der sportlichen Herausforderung wegen, gegeneinander antreten werden für vermeintlich höh…

Sommer da, The Offspring zurück. Aber weniger sonnig, wie unser Sommer (leider?). "Days Go By".

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Vor zwanzig Jahren hatten sie ihr erstes Album "Ignition" veröffentlicht, diese Zündung hält immer noch an. The Offspring bringen weiterhin in regelmäßigen Abständen neue Alben auf den Markt, das neuste "Days Go By" könnte dabei ein besonderes sein.

Die seriöse Farbe des bläulich gehaltenen Albumcovers (mit Kind und altem Mann auf einer Bank im Wald) überträgt sich auch auf den Inhalt der Scheibe, zu mindest meistens. Hier und da krankt das Album an Inkonsequenz, aber dazu später mehr. Die Songs auf "Days Go By" erinnern thematisch wie vor allem musikalisch an bandeigene Hits wie "The Kids Aren't Alright" und "Feelings" So ist die Mehrheit der Songs auf dem neuen Album kantiger, starker Rock, mit etwas Punk, griffig und nachvollziehbar. Selbst für die sehr ruhige nachdenkliche Nummer "All I Have Left Is You" gilt letzteres.

Doch zwei Songs fallen wieder einmal aus der Reihe. The Offspring können sich leider an kein Konze…

"No Remorse, No Regrets". Neuer Song von Devil Sold His Soul.

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Die Prog-Core-Briten Devil Sold His Soul haben einen brandheißen neuen Song von ihrem kommenden Album veröffentlicht. Mit dem ultra-hardcorigen Titel "No Remorse, No Regrets" macht die Band durchaus Lust auf mehr. Das neue Album wird den Namen "Empire Of Light" tragen und in Großbritannien am 17. September via Small Town Records veröffentlicht.

Netterweise darf man den Song "No Remorse, No Regrets" von Devil Sold His Soul persönlich herunterladen. Den Link dazu bekommt man, wenn man die Band bei Facebook liket. Alter Trick, aber in diesem Falle ist er das wert. Eigentlich mögt ihr die doch eh schon alle, oder?

Mehrfacebook.com/devilsoldhissoul

Make Do And Mend. So hört sich "Everything You Ever Loved" an.

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Wie letztes Jahr plötzlich jeder Make Do And Mend abfeierte, als seien sie die neuen alten Hot Water Music. Wie jeder offensichtlich das 2010er-Album "End Measure Mile" für sich entdeckt hatte und als Dauerohrwurm geparkt hatte. Wie Make Do And Mend knapp ein Jahr später mit "Everything You Ever Loved" weitermachen:

Mit ihrem bodenständigen, handfesten Indie-Post-Hardcore, oder Mid-West-Arbeiterklassen-Rock, meinetwegen, vertreten sie weiterhin die persönliche Perspektive eines einfachen Menschen, der einfach versucht gescheit zu leben. Mit "Everything You Ever Loved" erzählt Frontmann James Carroll offensichtlich wieder aus seinem eigenen Leben. Denn alles wirkt genau so authentisch und persönlich wie wir es mittlerweile vom Durchstarter der letzten beiden Jahre gewohnt sind. Musikalisch geht die vierköpfige Rockband allerdings wesentlich variabler mit ihrem Stoff um. So ist der Opener nicht die einzige vermeintliche Power-Ballade. Die Band hat mit ihre…

Das Beste von Senses Fail. "Follow Your Bliss". Brandneuer Song: "Vines".

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Kommende Woche erscheint die Best-Of-Doppel-CD "Follow Your Bliss" von Senses Fail. Das Album versammelt die besten Songs aus den vergangenen zehn Jahren der Emocore-Band. 2002 wurde die Band von den altehrwürdigen Drive Thru Records aufgeschnappt und veröffentlichte ihre erste EP "From the Depths of Dreams", von dort an waren sie mit The Used und anderen Post-Hardcore-Bands des neuen Millenniums in bester Gesellschaft. "Let It Enfold You" brachte der Band 2004 auch in Europa eine gewisse Aufmerksamkeit. Damit und mit drei weiteren Alben bei Vagrant waren Senses Fail aus New Jersey ein stetiger Begleiter für Freunde von emotionaler Punk- und Post-Hardcore-Musik.

Zur Feier der ersten vollen Dekade erscheint nun "Follow Your Bliss" bei Vagrant. Als Vorgeschmack auf die Best-Of-Sammlung schicken Senses Fail nun den brandneuen Song "Vines" voraus. Im Shop bei der Band kann das Album zusammen mit einem Strand-Vergnügungs-Set bestellt werde…

Adolar zusammen mit The Hirsch Effekt, "Vituperator" und "Weltsehen". Die Splitsingle angehört.

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Die Split-Single von The Hirsch Effekt aus Hannover und den Leipzigern Adolar hätte einiges, vor allem lautes sein können. Doch tatsächlich ist es weder furioser Mathcore noch nach Vorne gehender Indie-Punk. Die gemeinsame Single-Seven-Inch beinhaltet ein Lied pro Band. Beide Songs sind jeweils Cover-Versionen von einem Song der anderen Band. Darüberhinaus sind die Songs das Ruhigste, das beide Bands je veröffentlicht haben.

Zusammen ergeben die beiden Bands mit diesem Output einen zehnminütigen Ausflug in die Melancholie. Dabei kommt der Song "Vituperator" in der Interpretation von Adolar ein Ticken authentischer daher als die arg synthetische Darbietung von "Weltsehen" von The Hirsch Effekt. Zusammen ist das kleine Single-Kompendium etwas für Freunde von vor allem nachdenklicher Lo-Fi-Musik. Musikalisch geht allerdings The Hirsch Effekt mit ihren Elektrobeats , hauptsächlich gegen Ende, ein gutes Stück tiefer unter die Haut - nur der Text mag nicht so richtig zü…

The Ghost Inside, ein Geben und Nehmen. "Get What You Give".

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"This is what I know know about sacrifice! / Meet me at the crossroads! / Let's go!" So geht "Get What You Give" groovend brachial los. Das neue Album von The Ghost Inside ist gleichermaßen das wohl härteste was man von den Herren aus Los Angeles bis dato serviert bekommen hat, wie aber auch das seichteste und melodiöseste Werk.

Insgesamt sind die Kalifornier sich aber treu geblieben. Der markante Sound zwischen modernem melodischen Hardcore und dem verpönten Metalcore-Begriff ist immer noch da. Nur wie die erste Single schon verriet wird jetzt auch clean gesungen. Bevor die Hater jetzt aber losprügeln, der schöne Gesang ist über die Albumlänge wohl platziert und kommt nur auf, wenn er musikalisch durchaus Sinn zu ergeben scheint. So fügt sich die neue Textur im Klanggewand durchaus passend ein. Vor allem "Engine 45" hat eben das Zeug zur Hymne dieser Generation Y. "All my life I've been searching for something / to break these chains. / But …

Indie Game: The Movie, ein Dokumentarfilm über die kleinen Spiele.

Menschen die ihr ganzes Leben quasi in ein Videospiel stecken. Von privaten Erinnerungen bis zur akuten Lebenszeit. Videospiele können durchaus Kunst sein. Indie Game: The Movie dokumentiert die Indie-Game-Szene intensiv und einsichtig. So viel Mensch steckt in einem Spiel. So viel Seele in einem Produkt. Eine Doku, wie eine Ode an Nerds und Pixelbastler. Sehr spannend, anregend und vor allem empfehlenswert.

Mehrindiegamethemovie.com

Callejon, "Blitzkreuz" angehört. Ja, dann willkommen in der Sackgasse.

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Callejon machen keinen Metalcore, Callejon machen nicht unbedingt geradlinigen Metal. Callejon machen halt Gitarrenmusik, mit ein zwei Gewürzen mehr, hier und da. Auf ihrem neuen Album mit dem Rammstein-esquen Namen "Blitzkreuz" geht es meist mit einem Augenzwinkern aber vor allem metallisch ganz gut auf die Fresse.

Zunächst geht die Platte so los wie man Callejon im Jahre 2012 kennt. Die aktuelle Single mit Video ist "Blitzkreuz", und so fängt auch "Blitzkreuz" mit "Blitzkreuz" an - mit einem durchaus starken, kantigen Lied. Kopfgewedelt, Haarpracht verzottelt und mitgemacht. Doch plötzlich kommt da der Popsong "Meine Liebe" synthetisch um die Ecke, und so wird das Ganze auf einmal ziemlich abwechslungsreich. Nun ist das sicherlich nicht mehr so chaotisch schön wie bei "Willkommen im Beerdigungscafe" von anno 2006, aber so lästig erzwungen wie auf "Zombieactionhauptquartier" wirkt "Blitzkreuz" nie. Die Rh…

Bald: "dissonanz / konsonanz". Ein Film mit Reznik Syndrom.

"dissonanz / konsonanz" ist ein Dokumentarfilm über die junge Stuttgarter Band Reznik Syndrom. Der Film wird ab dem 7.7.2012 auf MY INDIE MIND zu sehen sein.

Highclass-Schund. Wo geht die Gaming-Kultur hin?

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Videospiele sind schon längst in der gesellschaftlichen Mainstream-Kultur angekommen. Die wichtigste Gaming-Messe für die USA ist immer noch die E3 (Electronic Entertainment Expo) in Los Angeles. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden oft richtungsweisende Titel für Heimkonsolen vorgestellt.

In diesem Jahr wird eindeutig klar gestellt, dass Spiele immer besser aussehen, und sich immer filmischer verkaufen. Was das Spiel Uncharted von Sony einst los getreten hat, scheint nun zum guten Ton der Branche zu gehören. Vor allem Story getriebene Spiele orientieren sich immer mehr am großen Vorbild Hollywood. So werden Schund-Handlungen mit riesen Budgets aufgeblasen und sorgen vor allem für ein wuchtiges Erlebnis. Wo Indie-Games vermehrt auf Geschick und Fingerfertigkeiten setzen, setzt der Mainstream der Gaming-Industrie auf gigantische Grafik und atemberaubende Inszenierung. Die Storys bleiben da im weitesten Sinne schrottig, wie eben im massentauglichen Kino üblich.

Allerdings können komme…

Mottenlöcher ergo Mottenkugeln? Mothbites, mit Debüt-EP.

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Der etwas eigenartige junge Querdenker hinter Mothbites hört auf den menschlichen Namen Miles Coles. Mit seiner ersten EP hat schafft er es in nur drei Songs eine Atmosphäre mit der Dichte einer einsamen britischen Sommernacht zu erzeugen.

Die Songs von Mothbites sind keine einfachen Folk-Songs, oder Songwriter-Stücke. Irgendwie kommt er mit einer gewissen Feinfühligkeit an ein kleines melancholisches Plätzchen ran, das einen nicht unbedingt traurig berührt. Irgendwie machen die drei Songs mit den Namen "Howling Forever", "What I Hadn't Seen" und "Foreign Ghost" einen gedankenleeren Tag gemütlich. Die Songs mögen tiefsinnig sein, sind in ihrer Passivität aber so wunderbar unaufdringlich. Irgendwo zwischen City And Colour und Holmes reiht sich der junge Künstler aus Southampton in die Riege moderner, akustisch bestimmter Musik ein.

Gerne das nächste mal mehr als nur eine viertel Stunde, Deiner Welt, werter Miles Coles. Freunde des britischen modernen …

Light Bearer, Watered und Reznik Syndrom live, ein Bericht.

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Ein sonniger Tag in Karlsruhe sollte ganz schön düster werden. In der Stadtmitte spielten am Samstag Light Bearer, diese dröhnenden Prog-Metal-Postcore-Briten. Unterstützt wurden sie von der einheimischen Instrumental-Band Watered und der melodiösen Post-Hardcore-Band Reznik Syndrom aus Stuttgart.

Reznik Syndrom durften die alt-ehrwürdige Stadtmitte in Karlsruhe eröffnen. In einem gut 40-minütigem Set spielten sie vor allem neue Kompositionen. Musikalisch auf ganz hohem Nieveau. Der neue Drummer fügt sich perfekt in das ausgeklügelte Ton-Konzept ein. Als zweite Vorgruppe standen die Karlsruher Watered auf der Bühne. Mit halbgarem visuellem Konzept, aber schöner Musik zwischen Omega Massif und Konsorten, wurden die Anwesenden vollends warmgespielt.

Light Bearer aus London, und dem restlichen England spielten zu guter letzt ihren kantigen und düsteren Prog-Postcore, oder wie man das gerne nennt. Ganz im Geiste der Vorbilder und Kollegen Mouth Of The Architect sollte die sommerlich fröhl…