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Es werden Posts vom August, 2015 angezeigt.

Perished Bodies: Planks verabschieden sich mit ihrem letzten Album ganz schön leise.

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Eigentlich wollte ich das Review zur neuen und letzten Planks-Platte mit einem Schwenk der Abschiedsshow in Mannheim beginnen. So von wegen „vor drei Wochen stand ich noch trauernd im Mannheimer Jugendzentrum“. In der Tat ist das letzte Konzert inzwischen aber über neun Monate her – ganz schön lange und verdammt haben sich die Jungs Zeit gelassen, bis ihre Abschieds-LP veröffentlicht wurde. Ab dem 11. September 2015 ist „Perished Bodies“ dann endlich verfügbar und das letzte Kapitel der Band vollends abgeschlossen.

Ein wahres Trauerspiel, gehörte die Band aus der Mannheimer Gegend doch zu den Urgesteinen der hiesigen, düsteren Musiklandschaft. Die Band war nie so richtig einzuordnen und mixte bunt Elemente aus Doom, Post-Rock, Hardcore und sogar Wave. Da gab es beispielsweise das grandiose Cover von The Cures „A Forest“, das die Stimmung des Originals perfekt aufgegriffen und auf eine eigenartig erfrischende Weise perfektioniert hat.

Die genannten und bekannten Genre-Einflüsse biete…

Moro. Nordisch, kalt, vorwurfsvoll. Hamburger Screamo-Vierer befasst sich mit Rape-Culture, Unterdrückung und Quälerei. "Entrüstet" eine Konzept-EP.

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Deutschsprachig, anklagend, getragen, schleppend peitschend. Die Musik der Hamburger Band Moro klingt wie eine Qual. Vor allem wenn die Worte, die sich durch die Musik bohren beim Rezipienten verstanden werden.

Unterdrückung durch das vermeintliche starke Geschlecht, die Pein schwächer Gestellten in unserer Gesellschaft. Vergewaltigung, Quälerei. Das ist die Themen-Welt, das Konzept, dem "Entrüstet" der ersten EP von Moro unterliegt. Diese niederschmetternde Thematik zieht sich durch den apokalyptisch zerstörten Sound der vier Songs.

Leichte Kost ist eine andere. Die Musik von Moro richtet sich an die Diskursfreudigen unter uns. Menschen, die nicht alles unter dem Deckmantel der Unterhaltung begraben können und wollen. Eine lebendige Gesellschaft muss auch ihre Schattenseiten kennen.

So ist "Entrüstet" von Moro ein kleines Stück Musik, das im deutschen Düster-Hardcore und Screamo durchaus erwähnenswert ist. Selbst hören. Ist bestimmt nicht Jedermanns Sache. Mir ge…

Von Stehblues und frenetischem Beifall. Interpol und Abay, kürzlich im Theaterhaus in Stuttgart.

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Wenn du als 28-Jähriger einer der jüngsten im Publikum bist, weißt du dass es ein anspruchsvoller Abend wird. Zwar sind Interpol nicht die älteste Band der Welt. Aber wenn du seit 17 Jahren den Post-Punk stetig wiederbelebst, hast du einerseits keine dem Mainstream gewidmete Discographie und andererseits sprichst du hauptsächlich Fans von Bands aus den 80ern an. Joy Division, The Cure et cetera. So mutete das Publikum der Show am Mittwoch im Theateraus in Stuttgart auch eher gesetzt als spröde hip an.

Klar, Interpol machen nicht die heftigste Musik. Kein Tanz-Punk. Aber die ein oder anderen Rhythmen laden durchaus zum Tanzen ein. Das sah das wohl gefüllte Theaterhaus in Stuttgart allerdings anders. Das Publikum glich die meiste Zeit Statuen. Still. Lauschend. Zunächst nahm ich an, dass das eben bei der Vorgruppe Abay der Fall sei. Doch als plötzlich die Musik verstummte: frenetischer Applaus. Auch schon bei der Vorgruppe. Aydo Abay, ehemals Gründungsmitglied der Alternative-Band Blac…

Griechischer Sieben-Achtel zwischen Neo-Folk und Post-Ethno-Pop. Sea + Air zwischen Politik und Romantik. Ein Wort: "Evropi".

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Fragiler wird Punk nicht mehr. Sea + Air werden mit "Evropi" ihrem zweiten Album politisch. Das griechisch-deutsche Musik-Duo und Ehe-Pärchen überträgt seine multikulturellen Erfahrungen aus der persönlichen Beziehung und ihrem Umfeld auf die vermeintliche Griechenland-Krise und ein zerbrechendes europäisches Gemeinschaftsgefüge.

Der Titel "Evropi"- auf Griechisch: Europa - ein klares Bekenntnis zu einem vereinten Kontinent. Die Liebesbeziehung der beiden glücklich verheirateten Künstler Eleni Zafiriadou und Daniel Benjamin wird somit zum politischen Statement. Manifestiert in der neuen Musik von Sea + Air. 

Nach ihrem Debüt "My Heart's Sick Chord", das ihren Quasi-Durchbruch "The Heart Of The Rainbow" beherbergte, legt "Evropi" eine ganze Schippe oben drauf. Die musikalische Rafinesse, die die kleine Band live als zwei Multiinstrumentalisten beeindruckend bietet, spiegelt sich jetzt noch viel mehr in den rafiniert arrangierten Son…

New Noise Festival 10. Birds In Row, Svffer, Raein, The Story So Far, Empowerment und und und. Insgeheim ging's uns eigentlich ums Essen.

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Wir sind ja geteilter Meinung am Samstag nach Karlsruhe gefahren. Einerseits freuen wir uns immer auf die schöne laute Musik beim New Noise, andererseits war es in diesem Jahr kein Open Air. Keine Wiese, keine Zirkuszelte. Anstatt dessen drei Clubs, das neue Substage, die Fleischereihalle und die Alte Hackerei. Alle insgesamt mit über dreißig Bands bespielt, im kulturellen Herzen Karlsruhes auf dem Alten Schlachthaus Areal, wo sich Veranstaltungsräume der unterschiedlichsten Garnitur häufen.

Die drei Clubs, allesamt durch einen Hinterhof verbunden, stellten sich dann aber als würdige Location dar. Zwischen den Läden, die Bar, Fress-, Platten- und Merch-Stände sorgten für das passende Basar-Feel. Allerdings war das zehnte New Noise Festival in Karlsruhe dann doch irgendwie ein anderes Fest als in den Vorjahren. Nicht schlechter, aber eine komplett andere Atmosphäre.

Musikalisch setzten die Veranstalter aber weiterhin auf die gewohnte Mische aus finsterem, düsterem Hardcore und mal wen…

10 Jahre New Noise Festival. Zum Geburtstag alles neu.

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Das zehnte New Noise Festival findet ausnahmsweise mal nicht Open Air mit Zirkuszelten statt, dieses mal wird das Festival mit gut dreißig Bands in drei Locations und auf drei richtigen Indoor-Bühnen gefeiert. Los geht's am Samstag um 12 Uhr. Und zwar hier: Substage, Alte Hackerei und Fleischmarkthalle. Die Locations befinden sich allesamt in Karlsruhe nah beisammen und lassen sich locker zu Fuß untereinander erreichen. Im Line-Up findet sich Hardcore so ziemlich jeder Couleur wider.

Außerdem leckeres veganes und vegetarisches Essen. Und Bier.

Jetzt zum Band-Name-Dropping: The Story So Far, Guns Up!, Lionheart, Break Even, Loma Prieta, Birds In Row, Raein, Malevolence, Landscapes, Polar, Napoleon, Wolf Down, Totem Skin, This Gift Is A Curse, Svffer, Wiegedood, Empowerment, Benighted, Harm/Shelter, Twin Red, Gone To Waste, Sandlotkids, Grizzly, JoyBecame Clear, Earthship, Lioncity, Sharptongue, Endless Hights, Pighead, Hester.

Nu-Metal ist tot. Lang lebe Nu-Metal. Aber eigentlich geht's um viel mehr. Interview mit Hacktivist.

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Nu-Metal ist tot. Lang lebe Nu-Metal. Oder zumindest so etwas das so klingt und Crossover der 90er mit neuem Schwung zurück bringt (okay, das hat sich jetzt ein bisschen gereimt. Gut). Hacktivist aus Milton Keynes in England bringen gerade den Sound aus Hardcore und Rap-Metal kombiniert wieder auf die Bühne und in die Ohren. Insgesamt drei Vocalists: Ein Sänger und zwei Rapper prägen den durch Breakdowns getriebenen Bastard aus Djent und Rap.

In Deutschland sorgten sie im Vorprogramm vor Enter Shikari für ausgelassene Partys, und das bloß mit einer EP und ein paar Songs im Katalog. Beim Hevy Fest, kürzlich in der Nähe von Kent in Süd-England: das selbe Bild. Eine der besten Shows der Festivals, eine energiegeladene Bühnenshow, die sich direkt auf die Tanzbeine vor der Bühne übertrug.

Während des Hevy Fests habe ich mit Drummer Rich und Sänger und Gitarrist Timfy gesprochen, über mehr als ihren Sound.

Expedition Hevy. Vier Typen. Fast 900 Kilometer. Ein Auto. Ein Festival in Süd-England. Ein Reisebericht.

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Ja, wir fahren über Essen. Warum wir das machen? Mehr dazu später. Der vordergründige Grund für die Reise ist das Hevy Fest im Süd-Osten von England. Ein zwei-einhalb-tägiges Musik-Festival. Unter den Headlinern sind Thrice, Coheed And Cambria und Judge. Sonst im Aufgebot, unter anderen The Fall Of Troy, The Dillinger Escape Plan und Protest The Hero. Genügend Gründe für uns eine Reise draus zu machen. Wie diese von Statten geht, schildere ich hier in einem wachsenden Reisebericht.

Fans kommen ganz an erster Stelle für Boysetsfire. "Cutting Room Floor" feiert Premiere auf der Facebook-Seite eines Fans.

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I CAN'T BELIEVE THIS IS REALLY HAPPENING!I'm the ONLY FAN WORLDWIDE who gets the opportunity to upload the NEW BOYSETSFIRE(official)- single ON MY OWN facebook- page!LISTEN TO IT!SHARE IT! LOVE IT!#boysetsfire #cuttingroomfloor #newselftitledalbum #familyfirst
Posted by Marcel Geminn on Dienstag, 11. August 2015
Die Familie kommt halt zu erst. Damit teast die US-Band mit der Deutschland-Affinität ihr kommendes Album "s/t" an. Das aller erste Album das nur Boysetsfire heißt. Der Pressetext meint dazu: "Das sechste Boysetsfire-Album (erstmals "self titled"!) in der mehr als 20-jährigen Bandgeschichte ist das eindrucksvolle Ergebnis eines jahrelangen Befreiungsschlages und zelebriert die Besinnung auf die eigenen Stärken. Im Gegensatz zu seinem düsteren Vorgänger „While A Nation Sleeps“, haftet dem 13 Song starken Release eine enorme Aufbruchstimmung an."

Interpol. Das lebende Post-Punk-Revival. Ende August in Stuttgart im Theaterhaus.

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Interpol, als eine der führenden Bands im Post-Punk-Revival der frühen Zweitausender haben viele folgende Künstler geprägt und bilden die Brücke zwischen den Welten von Joy Division und kontemporären Bands á la The Static Age und The National.

El Pintor, ihr 2014er Album hätte es fast nicht gegeben. Nach dem Ausstieg ihres Bassisten Carlos Dengler, der nach den Aufnahmen der "Interpol"-LP die Band verließ alle Mitglieder sich nach unzähligen gemeinsamen Shows erstmals beschlossen hatten, eine Auszeit von fast drei Jahren zu nehmen. Weit von einander entfernt, in unterschiedlichen Städten, weit entfernt von gemeinsamer Musik.

Paul Banks, Daniel Kessler und Samuel Fogarino fanden sich dann in New York City glücklicherweise wieder zusammen und El Pintor entstand, und erschien 2014 via Matador.

Mit dem knapp einem Jahr jungen Album gehen Interpol jetzt wieder auf Tour. Durch Europa. In guten zwei Wochen macht die Post-Punk-New-Wave-Band in Stuttgart halt. Und zwar im Theaterhau…

Kill Valmer. Punkrock aus Stuttgart. "Badaboom" soll das kommende Album heißen. Der Vorbote "Unconsciousness" hier heute exklusiv.

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Das Video zu "Unconsciousness" wurde während den Albumaufnahmen zu "Badaboom" aufgezeichnet. Kill Valmer haben im Hard Drive Sounds Studio von Roland Böffgen im Heusteigviertel aufgenommen. Unweit vom Wilhelmsplatz in Mitte ist so der kantige Sound von Kill Valmer eingefangen worden.

"Badaboom" das Debüt-Album der Stuttgarter mit dem US-Punk-Einschlag erscheint am 9. Oktober. Im Goldmarks am Charlottenplatz soll dann mit Live-Gig der Release gefeiert werden.