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Es werden Posts vom September, 2012 angezeigt.

Für jeden Euro eine Gegenleistung. Featurette über Crowdfunding (2/4).

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Crowdfunding, was ist das? Erstes Teil des Features ->hier nachlesen. Fortsetzung jetzt.

Juristisch gesehen schließen Projektgründer und Projektunterstützer einen Supportvertrag ab, für jeden Euro gibt es eine Gegenleistung, so genannte Incentives. Im Fall Hotel Desire waren das Streaming-Gutscheine für den fertigen Film, von den Schauspielern handsignierte DVDs oder Drehbücher, bis hin zur Erwähnung im Abspann oder einer prozentualen Gewinnbeteiligung (ab 10.000 Euro). Je höher die finanzielle Gabe, desto größer der zugesprochene Gegenwert.

Es handelt sich um Unterstützungen, nicht um Spenden. Pledge Music ist nach Richard Lyne auch keine Investment-Plattform, weil Fans „echte Gegenstände erwerben, die in der Regel versandt werden, nachdem eine Kampagne endet.“ „Als Vergütung für die Fans, die drei bis vier Monate warten, bis ihr Artikel ankommt, laden Bands Extra-Inhalte hoch“ – wöchentlich –, wie beispielsweise Video-Material von den Aufnahmen, Backstage-Fotos und Blogeinträge, …

Distance Im Embrace. Achso, das Beste kommt erst noch?

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Mit Promo- und Presse-Texten ist das manchmal so eine Sache. Manche Leute schreiben einfach immer schöne Texte, die man als Redakteur ganz gerne einfach so übernehmen will, aber der Sorgfaltspflicht wegen und des Ehrgefühls zuliebe schreibt man dann doch lieber einen unabhängigen Text. Aus diesem Grund lässt man gerne Pressetexte auch gleich ungesehen in der Ablage "P" verschwinden. Distance In Embrace, eine 0/8-15-Metalcore-Band aus Minden hatte das Glück oder eher das Pech, dass der vom Label beigelegte Promo-Text die Aufmerksamkeit auf deren neue EP gezogen hat. Ausnahmsweise wurde der Text mal gelesen, und urplötzlich sorgte dieser in 'feinstem' Englisch gehaltene Text für Erregung und Wut, was nur in Hohn und Spott enden konnte.

O-Ton Pressetext: "Nowadays DISTANCE IN EMBRACE's musical role models aren't even well-known anyways: Back in 2004 REFUSED "was" fucking dead, THRICE was not a crappy Indie Band, DAYS IN GRIEF was still on the roa…

Aufstieg des Nachher-Manns? Coheed And Cambrias sechstes Werk "The Afterman: Ascension".

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Eigentlich war ja Schluss mit der kosmischen Saga um das intergalaktische Geschwisterpärchen Coheed und Cambria. Aber Schaffensfater Claudio Sanchez überlegte sich einen cleveren Kniff die Band Coheed And Cambria mitsamt dazugehörigem Universum am Leben zu halten.

Der zweite Teil der "Good Apollo"-Episode sollte die vierte und letzte Episode der eben angesprochenen Weltraum-Saga sein. Doch weil Frontmann Claudio Sanchez und seine dazugehörige Besatzung so viel Spaß an Coheed And Cambria fanden, sollte es weiter gehen. So erschien vor zwei Jahren das vierte Album "Year Of The Black Rainbow", das von nun an die erste Episode, noch vor "Second Stage Turbine Blade" erzählt. Nun kommen wir an den Punkt wo wir "The Afterman: Ascension" in die Saga einreihen. Ganz an den Anfang nämlich. Noch vor dem zeitlich gesehen ersten Album "Second Stage Turbine Blade", und dem eben erwähnten "Year Of The Black Rainbow", quasi der Prolog. Musi…

Nachdenkliche kleine Geschichten von Max & Laura Braun. "Telltale".

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Die beiden Geschwister Laura und Max Braun machen beide schon eine ganze Weile lang Musik. Doch der getrennten Wege wegen - Laura zog es nach London, Max blieb in der Heimat in Stuttgart - kamen die beiden kaum noch dazu zusammen zu musizieren. Nach einer kleineren EP in 2008 erwerkelten sie nun schließlich 2011 doch wieder gemeinsam Songs und nahmen die in der Nähe von Stuttgart auf. "Telltale" ist das Ergebnis in Albumlänge. Es erzählt 12 kleine minimal instrumentalisierte zurückhaltende Geschichten.

Max & Laura Braun spielen eine gemütliche, warme und nachdenkliche Musik, die an Folkrock der 60er und 70er Jahre erinnert. Beide singen, Max spielt noch die Akustik-Gitarre. Doch das ist nur das kleine Klangspektrum. Auf dem Album stoßen weitere Instrumente hinzu, die den Raum erweitern und den Stimmen große Resonanz einbauen. So klingen noch Piano und unterschiedliche Bass-Instrumente an prägnanten Stellen durch. Manchmal wird die kleine Musik der beiden dadurch enorm gr…

Briefe and dich, briefe an mich, briefe an alle? Letters To You mit "True Words Of Life".

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Letters To You ist eine dreiköpfige kleine Akustik-Band aus dem oberbayrischen Ingolstadt. Da gibt es jetzt aber keine volkstümliche Blasmusik und auch keinen lustigen Dialekt zu hören, denn alle Texte sind in klarstem Englisch gesungen. Klarer noch als das ein englischer Muttersprächler je machen würde. Der erste gesungene Song auf der sieben Titel großen EP kommt dann gleich mit einer lieblichen weiblichen Gaststimme daher. Zweistimmigkeit steht runter geschraubter Akustik-Musik auch diesem Falle ganz gut.

Nach dem verspielten instrumentellen Intro namens "Prolog" (ja jetzt sind wir ganz am Anfang), freut man sich aber eigentlich auf eine musikalisch recht verspielte Platte. Denn die kleinen feinen programmierten Nuancen geben dem ersten Titel auf der EP einen verspielten Touch. Später im Laufe des Gesamtwerks taucht allerdings nur ein weiterer recht verspielter Titel auf, und der hat darüberhinaus wieder keine Gesangsstimme. Schade eigentlich, dass das so entweder-oder wi…

Kreativ sollst Du sein. Featurette über Crowdfunding (1/4).

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Sex sells. So war es schon immer. Doch dieses Mal hat das Volk selbst zugestimmt und sich auch noch finanziell beteiligt: Der porneografische Film Hotel Desire, in dessen Mittelpunkt der zehnminütige Geschlechtsakt von Saralisa Volm und Clemens Schick (Casino Royale, Tatort) steht, ist durch ein Finanzierungsmodell entstanden, das sich Crowdfunding nennt. Seit Anfang Dezember letzten Jahres als kostenpflichtiger Download im Internet bei Videoload und bei Lovefilm und Konsorten im Verleih erhältlich. Im TV war der Kurzfilm Mitte 2012 auf Arte zu sehen. Innerhalb der ersten Tage wurde Hotel Desire öfter heruntergeladen als Harry Potter und Hangover 2. Aber Crowdfunding finanziert nicht nur Filme.

Alles beginnt mit einer Idee. Die Bedingung: Ein ernstzunehmendes Projekt muss es sein, keine Schnapsidee. Wer noch nie mit Autos zu tun hatte, wird nun keinen Ferrari bauen können. Dann nur noch schnell ein paar Befürworter finden, die finanzielle Unterstützung anbieten, und im Gegenzug schnei…

Alles kommt wieder, genau wie bei McDonald's und Burger King. Apologies, I Have None mit "London".

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So alle Dekade kommt ein Brauch zurück, eine Gangart, ein Stil. Es ist ein unendlicher Kreislauf. Und plötzlich ist das was wir vor zehn Jahren getragen, gemacht und gehört haben wieder der neuste Shit. Pardon, der letzte Schrei.

Die Fastfood-Ketten schaffen Deals ab, dann schafft die eine der beiden Großen ihre Deals wieder an, und plötzlich findet der Konsument das so geil billig und praktisch. Ich hab mich selbst beim Mc-Deal-Kauf ertappt. Und urplötzlich gibt es da dann auch wieder beim Burger Kind von neben an einen Grund hin zu gehen. Altes ist auf einmal wieder neu, enge Hosen wieder in, Emo plötzlich wieder salonfähig. "Throw me off the Tower-Bridge with concrete on my feet" singt Frontmann Dan Bond von Apologies, I Have None in einer Klangfarbe wie einst Adam Lazarra die Zeilen "you could slit my throat, and with my one last gasping breath, I'd apologize for bleeding on your shirt". Der Inbegriff für Emo-Musik ist schon damals Selbstaufopferung und di…

Stuttgarter Hardcore-Familie feiert sich selbst und Hell & Back. 2/3 Gnarwolves machen mit.

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Ein voll gestopfter Keller, schlechte Luft und eine gewisse schwitzige Wärme. Eigentlich ein Fall für RTL und ihre Messi-Familien. Diesmal ging es aber wieder um Musik. Melodic-Hardcore-Pop-Punk? Oder halt doch einfach Emocore im Stile des anbrechenden aktuellen Millenniums. Gnarwolves und vor allem die Schwaben Hell & Back machten gut Dunst und Stimmung. Die Musik die die beiden Bands darboten haben wir und alle anwesenden höchstwahrscheinlich schon vor knapp zehn Jahren gehört, und genau deshalb macht sie wohl so viel Spaß.

Das Untergeschoss des Kap Tormentoso in Stuttgarts Mitte war nämlich proppe voll, und das an einem Mittwoch-Abend. Lag mitunter sicherlich am kostenfreien Eintritt, aber aller Wahrscheinlichkeit nach auch an der Hypewelle auf der Gnarwolves momentan daherschwimmen. Emo ist plötzlich wieder cool, weil es sich Pop-Punk nennt, oder doch einfach weil es wieder authentisch daher kommt. Der Abend brachte auch eine neue EP der in Ludwigsburg probenden Hell & Ba…

Spieler aufgepasst! Das sechste kleine Indie-Spiele-Päckchen ist da. Humble Indie Bundle #6

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Liebe Videospielefreunde. Für 14 Tage könnt ihr wahnsinnig gute Spiele für euren Windows oder Linux -PC oder euren MAC erwerben. Den Preis könnt ihr euch selbst heraussuchen. Darunter sind Perlen wie der Diablo-Rollenspiel-Killer Torchlight und das verrückte Vessel. Außerdem wird der Erlös aller Humble Indie Bundles unter den Entwicklern und unterschiedlichen wohltätigen Organisationen aufgeteilt. Fairer kann man eigentlich gar nicht spielen.

Hier entlang zu den Spielen: Humblebundle.com

Viva Allein. Captain Planet mit brandneuem Video und "Pyro".

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Am 12. Oktober erscheint das neue Album "Treibeis" von Captain Planet. Die Platte, die via Zeitstrafe veröffentlicht wird, verspricht wunderbaren deutschsprachigen Emo-Punk. Den Opener namens "Pyro" seht und hört ihr oben im Video der Hamburger Band. Einprägsam dabei ist vor allem der Ausspruch "viva allein", aus den überall in der Stadt auftauchenden Textfetzen des Songs.

Zum neuen Album werden Captain Planet auch live für euch spielen, hier nach dem Knick sind die Orte und Termine.

Die Meister des Understatement. Steve From England mit "Rooney!".

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Viele Bands haben ein Problem mit der Selbstüberschätzung. Eine gute Rezension, und schon sind es die Meister schlecht hin. Steve From England machen es gerade anderes herum. Die Band redet sich einfach dauerhaft schlecht. So versuchen sie doch unaufhörlich ihre Musik als Amateur-Hardcore zu brandmarken. Dummerweise haben sie mit ihrem Debütalbum "Serenity is just a relic" schon bewiesen, dass sie Hardcore ziemlich gut können, oder reicht das etwa noch nicht?

Ist halt voll DIY und so, könnte man sagen. Denn die Band aus Hannover macht das eben alles selbst, die spielen selbst die Musik, schreiben sie selbst, und laden sie selbst hoch, nur dass Interessierte sie selbst kostenlos herunterladen, so war es beim ersten Album, so ist es bei der neuen EP. Letztere heißt "Rooney!", wahrscheinlich weil die Band den englischen Fußball so gerne hat, oder? Wer weiß das schon. Wenn die EP tatsächlich nach dem in Liverpool geborenen englischen Fußballer Wayne Rooney heißt, dann…

An Early Cascade, "Everything Is Wrong, Everything Is Okay".

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Die Stuttgarter An Early Cascade haben sich nach privat schweren Zeiten aufgerappelt und ein starkes Lebenszeichen gesetzt. Mit dem Video zum Song "Everything Is Wrong, Everything Is Okay" wird eine wahnsinnige Welt mit psychopatischen Jägern zelebriert, und gleichzeitig dem verstorbenen Drummer der Band ein mächtiges Denkmal gesetzt.

Der Song stammt von ihrem Debütalbum "Versus".


An Early Cascade - "Versus"
(Midsummer Records)

mehr zum Album in der ausführlichen Review bei MY INDIE MIND.

Mehr zur Band: Anearlycascade.de

Spätsommerpause. Für etwa 10 Tage ist Ruhe im Karton.

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Nicht verzagen. MY INDIE MIND gönnt sich für etwa 10 Tage eine Verschnaufspause. In der Zwischenzeit könnt ihr noch die Schallplatte von Divided Heaven gewinnen, den ihr auf jeden Fall auf Tour erwischen solltet. Schöne Tage wünscht
~Matthias.

Divided Heaven: Tour-Empfehlung und Schallplatten-Verlosung von "A Rival City".

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Einfach ausgedrückt, ist Divided HeavenJeff Berman. Von der Ostküste der USA stammend und in Los Angeles lebend ist er lediglich mit Stimme und Gitarre unterwegs auf den Bühnen, erzählt in seinen Songs von Erlebnissen seiner Reisen, Liebe, Hoffnung und natürlich Politik. [No Panic! Records].

Der sympathische Singer-Songwriter mit dem Punk-Hintergrund ist momentan mit den Kanadiern The Snips in Europa unterwegs. Im Zuge dessen und der Veröffentlichung seines Albums "A Rival City" verlosen wir drei Exemplare des Albums auf orangenem twelve Inch Vinyl. Das heißt im Klartext, drei von euch können eine der auf 100 Stück limitierten Auflage bei uns frei Haus abgreifen. Wie ihr gewinnen könnt erfahrt ihr unter dieser Adresse ->hier!


Zusammen mit Mighty Vision Entertainment wollen wir auch außerdem die Tour von The Snips mit Divided Heaven ans Herz Legen. Alle stehenden Termine und nähere Infos dazu findet ihr nach dem Knick.

Frischer Wind aus Nordirland 2.0 - Two Door Cinema Club mit „Beacon“

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Drei Jahre ist es her, da galten Alex Trimble, Kevin Baird und Sam Halliday alias Two Door Cinema Club als eine der vielversprechendsten Newcomer des damals kommenden Jahres 2010. Bei der Veröffentlichung ihres Debütalbums „Tourist History“ war die Rede von frischen Impulsen im Musikbusiness. Ganz klar: Die Nordiren haben einen ganz eigenen, unverwechselbaren Sound kreiert. Jetzt wollen die drei, die sich zum Teil schon seit Schulzeiten kennen, mit ihrem zweiten Longplayer die Indie-Floors ein weiteres Mal in ekstatische Schwingung versetzen.
Das gelingt ihnen auch recht gut, und dennoch ist nicht alles Disko auf „Beacon“. Gleich im Opener „Next Year“ drängt sich im Refrain subtil ein melancholischer Unterton auf. Zwei Jahre Tour-Stress formten das neue Werk, Sehnsucht ist ein zentrales Thema. Was nicht heißt, das „Beacon“ ohne Tempo auskommen muss: Die für Two Door Cinema Club typischen, in ihren Höhen hell ertönenden Gitarrenspitzen, vermischt mit Synthesizer-Sounds, dazu verspiel…