Weltfriedenstag versus Wahlkampf, Bundestagswahl und Fußball. Aufgewacht aus der Entpolitisierung?

Heute ist Weltfriedenstag (International Day Of Peace). Morgen ist Bundestagswahl. Übermorgen marschieren wir weiter in den Krieg. Ist es nicht paradox? Ja. Weil es niemanden interessiert.

Angela Merkel hat es geschafft. Sie hat die Bundesrepublik Deutschland von der Politik befreit. Es war ein harter Kampf. Über zwei Legislaturperioden, sprich acht Jahre hat sie uns zermürbt. Das allgemeine politische Desinteresse nahm über diese Zeit hinweg stetig zu. Heute interessiert es niemanden mehr.

Nicht einmal die Fußball-Bundesliga. Sonntag ist ganz normaler Spielbetrieb. Tut das der Wahlbeteiligung gut? Glaubt wirklich jemand daran, dass Fans die zum Auswärtsspiel nach Stuttgart oder Freiburg pilgern, vorher noch in Frankfurt oder Berlin zur Wahlurne gehen. Dann wenn es nicht um den neuen Vereinsvorsitzenden geht?

Der breiten Gesellschaft scheint die Politik am Arsch vorbei zu gehen. Selbst der größten Sportliga im Land.

Nun sollen wir sie wieder wählen, diese Merkel. Weil "wir sie doch kennen". So ihr eigener Wahlkampf. Emotional. Mit viel Merkel-Close-Ups. Ohne Inhalte. Diese sind ungemütlich. Genau so wie der trampelnde Gegner Peer Steinbrück. Doch der ist ungemütlich. Der redet darüber was er ändern will. Unsere gemütliche Kanzlerin macht das nicht. Sie sagt nur, alles sei gut. Damit wir sie schön in ihrem Amt, dort oben in Berlin hocken lassen. Zahlt ja gut.

Mit Sympathie benötigt die aktuelle Kanzlerin keine Inhalte. Sie Schmunzelt sich durch die Kanäle und gewinnt dann eben die dritte Wahl in Folge. Oder?

Dumm nur, dass in der Wahlkabine keine Gesichter der beiden Kanzlerkandidaten anzukreuzen sind. Kein Peer, keine Angela. Sondern eben Parteien und deren lokale Kandidaten.

So müsste jetzt jeder der die Angela behalten möchte bei der CDU ein Kreuzchen machen. Und jeder der den Peer haben möchte, sollte bei der SPD ein Kreuzchen machen. Da wäre das Ergebnis leicht vorher zu sehen. Nur doof, dass wir so verdammt viele Parteien in unserem Land haben. So bleibt es spannend. Denn die Grünen sind noch nicht tot. Und die FDP ist auf dem besten Weg dorthin.

Ergo, es bleibt eine offene Bundestagswahl. Wenn ihr Fußball schauen müsst, macht Briefwahl. Oder steht früher auf. Die Merkel muss nicht unbedingt noch weitere vier Jahre dieses Land einschläfern. Sage ich ganz objektiv.

Macht euch euer Bild. Und vergesst nicht. Es gibt: Rot, Grün, Gelb, Orange, Schwarz, Bunt, Dunkel, Düster, ...alles unterschiedliche Farben unserer Zukunft. Hier sind die zwei dominantesten. Morgen gibt es Suppe.
 

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