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Es werden Posts vom Mai, 2012 angezeigt.

Neues vom Knüppel-auffe-Fresse-Hardcore: Man nehme Pariso mit "Nothing Beyond Everything After".

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"The Huntsman" ist die erste Single-Auskopplung aus dem Debüt-Album der britischen Band Pariso. Ihr Langspieler-Debüt mit dem Namen "Nothing Beyond Everything After"geht im weitesten Sinne konkret direkt auf die Fresse.

Musikalisch zwischen Terror, Biohazard, Hang The Bastard und modernem, vermeintlichen Beatdown-Hardcore, ist vor allem für die ganz die harte Fraktion was dabei. Generell sollten Hardcore-Freunde mal ein genaueres Hinhören wagen. Denn die Londoner haben das gewisse etwas, jenen Funken, der auch mal Kreativität Platz lässt und fast schon doomige Atmosphäre sich breit machen lässt.

Wen Musik mit schlechter Laune generell eher runterzieht, der sollte sich Pariso allerdings nur auf dem gefühlsmäßigen Hoch seines Lebens geben. Pariso brüllen und keifen vom Weltschmerz und versprühen dabei kaum Hoffnung, eher Wut und wahrscheinlich sogar Hass. Genau diese Zusammensetzung, die bei Live-Konzerten immer für diese Grenzgänge der Ektase und des Ausrastens sor…

Karneval der Kulturen in Berlin.

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Pfingstsonntag war wieder Parade angesagt, auf dem Karneval der Kulturen in Berlin. ->Hier geht es zu einer illustren Fotostrecke. Viel Spaß.

Monks Of Mellonwah. Alternative-Rock-Hoffnung aus Sydney.

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Monks Of Mellonwah möchte man Freunden von vielschichtiger Alternative-Rock-Musik nahelegen. Zwischen Indie-Rock, Funk und Post-Grunge sollten sie vor allem Leuten gefallen, die schon immer Bands wie Smashing Pumpkins, Dredg, Incubus oder Biffy Clyro einiges Abgewinnen konnten. Genau das ist der springende Punkt. Die eben aufgezählten Bands haben allesamt eine Menge Fans, somit sollten Monks Of Mellonwah die nächsten großen Superstars der Alternative sein. Musikalisch ist dafür alles da. Aber so einfach läuft das mit dem Erfolg halt nicht.

Die neue EP namens "Neurogenesis" beinhaltet vier mitreisende, groovende Rock-Songs, ohne Klischees, und mit der gewissen Theatralik die große Rocksongs ausmachen kann. Der titelgebende Song, ist gleichzeitig der Opener, und das großartige Prunkstück der kleinen Sammlung. Zudem ist der Klang der Stimme von Frontmann Will Maher erfreulich unverbraucht. Vier Top-Songs, ein nettes Musikvideo dazu, viele Worte muss man dazu nicht verlieren, ei…

ESCape Baku? Wie Roman Lob eigentlich musikalisch tickt.

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Der Eurovision Song Contest läuft ja momentan. Dieses Mal aus der durchaus europäischen Metropole Baku, irgendwo im Orient, am kaspischen Meer. Musik und Kunst im schlichten, guten Sinne sucht man hier ja vergebens. Alles schrecklich soweit. Ob der Song von unserem deutschen Kandidaten Roman Lob da eine Ausnahme ist, weiß keiner. "Standing Still" untergräbt Lobs musikalisches Können aber durchaus. Immerhin ist es ein angenehmerer Ohrwurm als Lenas Siegersong Satellite.

Dass Roman Lob eigentlich durchaus Straßencredible musiziert, sollte kein Geheimnis sein. Sein Musikertum hat in einer Metalcore-Band namens Days Of Despite seinen Lauf genommen. Bei YouTube findet man dazu durchaus lustige Clips. Aktuell spielt Lob eigentlich in der Band Rooftop Kingdom. Mit den Kollegen in seiner Band bespielt er normalerweise mehr oder weniger das Rheinland mit gutem Pop-Punk zwischen Emocore und Skate-Punk. Dazu kann man auch bei YouTube einiges anhören. 

Lob wollte wohl, wie seine Vorgän…

Besuch auf der 7. Berlin-Biennale.

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Momentan läuft die 7. Berlin-Biennale in der Bundeshauptstadt. Diese wird in 2012 in Zusammenarbeit mit Polen und anderen sogenannten Ost-Block-Staaten kuratiert. So sind hauptsächlich Künstler, wie Pawel Althamer oder Joanna Warsza aus Ost-Europa anwesend. Die Thematik der ehemaligen totalitären Sowjet-Union ist an jeder Ecke zu spüren. Seichte Kunst wird hier nicht angeboten. Quasi das exakte Gegenteil zur leichtfüßigen Pictoplasma. Die meiste Zeit ist die 7. Berlin-Biennale übermäßig politisiert, und heuchelt leider ab und an jene gewisse Tiefe. Gerade die Ausstellung der Occupy-Bewegung wirkt wie der aufgesetzte Versuch ein wenig Zeitgeist zu atmen, neben all der deutsch-polnischen Vergangenheitsbewältigung.

In einem kleinen Ausschnitt einzelner Ausstellungen der 7. Berlin-Biennale zeigt mim die vermeintlich buntesten Ecken jener über Berlin verstreuten Ausstellungen.

-> Hier gehts zur Fotostrecke!

Die 7. Berlin-Biennale hat auch interaktives Programm zu bieten, und läuft noch …

Putziger Folk-Pop à la Portugal. The Man: Stealing Sheep.

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Stealing Sheep sind die drei (möglicherweise nette) Damen namens Becky Hawley, Emily Lansley und Lucy Mercer. Erst 2010 haben sie musikalisch zusammen gefunden und eine kleine Folk-Band gegründet. Die Szene ihrer Heimatstadt Liverpool hat die drei Musikerinnen offensichtlich geprägt. Mit den Beatles haben sie sicherlich gemeinsame Vorbilder wie ihre Genre-Kollegen Portugal. The Man aus Alaska. Musikalisch gehen Stealing Sheep in Richtung psychedelischem Indie-Folk mit  mehrstimmigen Gesängen, hypnotischen Beats und Gitarren.

dissonanz / konsonanz. Ein Film mit Reznik Syndrom.

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Bei dissonanz / konsonanz handelt es sich um einen porträtierenden Dokumentarfilm. Er begleitet die Stuttgarter Band Reznik Syndrom auf verschiedenen Etappen ihres Schaffens im vergangenen Jahr. Der Film legt seinen Fokus auf die zwischenmenschlichen Untertöne, und die Dissonanzen sowie die Konsonanzen, die im Bandleben der Musiker und der Musik von Reznik Syndrom wieder zu finden sind. So reflektiert der Film anhand unkommentierter Eindrücke das Zusammenleben und Zusammenspiel einer jungen, ambitionierten Post-Hardcore-Band.

dissonanz / konsonanz ist ein ~ zwanzig minütiger Dokumentarfilm, zwischen Roadmovie und Gruppenporträt. Der Film Entstand als Abschlussarbeit des Journalistik-Studiums an der Hochschule Hannover.

Bald auf MY INDIE MIND.

Melodic Deutsch-Punk mit Radio Havanna und "Alerta!".

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Wer mit der Unterstützung von Anti Flags Justin Sane ein Punk-Rock-Album beginnt, der tut sich einerseits keinen Gefallen, weil er die Messlatte ganz nach oben legt, anderseits macht er da auch ganz gut neugierig auf den Rest.

Das neue Album "Alerta!" von der Punkband aus Deutschlands Osten legt mit "Flüstern, Rufen, Schreien" durchaus mit einen Brett los. Denn plötzlich ertönen nach ein paar Strophen auf Deutsch, englische Lyrics mit der unverwechselbaren Stimme von Justin Sane. Radio Havanna legen somit einfach mal so dar, dass sie im internationalen Punk-Geschäft mitmischen tun und können. Qualitativ, inhaltlich und vom Pop-Punk-Faktor her steht die neue Platte, der in der Thüringer Provinz gegründeten Band, in nichts nach. "Alerta!" bietet zwölf Songs und 38 Minuten gut gespielten melodischen Punk-Rock mit Pop-Anklang. Wem diese Musik etwa generell zu seicht ist, der wird durch dieses Album jetzt auch nicht unbedingt missioniert.

Viele Songs wirken a…

Musikalische Zeitzeugen. 16 Songs in 16 Minuten. Off!

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Off! sind Keith Morris, von Circle Jerks und damaliger Mitbegründer von Black FlagDimitri Coats von Burning BridesSteven McDonald von Redd Kross und Beck zusammen mit Mario Rubalcaba von RFTC und Hot Snakes. So ließt sich das Bandinventar wie Namedropping vergangener Hardcore- und Punk-Helden.

Das erste Album der neuen Band hört sich an wie ein Zeitzeugen-Bericht, des Oldschool-Hardcore-Punk. In 16 Minuten nudeln die vier Brüder im Geiste 16 Songs runter. Schnörkellose Auf-Die-Fresse-Musik. So ist quasi jeder Song nach einer Strophe durch, und alles ist gesagt was gesagt werden musste. Für Menschen die diese Musik zu ihrer Entstehungsphase im Sommer 1978 erleben durften, wird die Platte von Off! wie eine launige Kindheitserinnerung sein.

Kinder der Jetzt-Zeit werden eventuell allerdings gelangweilt abschalten. Sollte allerdings doch etwas hängen bleiben, und die knackigen Punk-Statements in vermeintlicher Songform weiteres Interesse wecken, könnte das der Anlass sein Circle Jerks

Acht Jahre sind eine lange Zeit. So ist "Exister" von Hot Water Music.

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Die Mannen um Chuck Ragan sind gegerbt und gereifte Männer, das ist kein Geheimnis. Und wenn bodenständige Männer wie diese, Musik machen, dann muss es wie Hot Water Music klingen. Das letzte Album liegt ganze acht Jahre zurück. "The New What Next" erschien 2004 und beendete zwei Jahre später eine Ära, Hot Water Music hatten sich aufgelöst.

Aber wo sonst, wenn nicht in der Musik hat man mindestens zwei Leben? 2012 erscheint nun "Exister" und klärt schlicht und ergreifend, dass die Band noch existiert, und das nicht nur live. "Exister" erzählt vom Leben, wie könnte es auch anders sein. Es ist lebendig, klammert sich an die positiven Akzente der Existenz, ärgert sich über Konsumismus, plumpe Dummheit und glaubt dabei trotz allem an das Gute im Detail. Der Song "State Of Grace", der schon vorab promotet wurde, sogar vor allem im deutschen Fernsehen live, beschäftigt sich sprichwörtlich mit der miesen Lage in der sich die westliche Gesellschaft bef…

Hospitals. Hardcore-Intermezzo namens "Asleep".

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Hospitals sind eine junge Band, eine sehr junge Band aus Essex. Gerade mal ein Jahr hat die Combo in dieser Zusammensetzung auf dem Rücken. Nach der ersten EP mit fünf Titeln, legen sie jetzt ihre zweite Veröffentlichung nach. "Asleep" erscheint auf Seven Inch Vinyl und beherbergt drei Titel. Spieldauer, insgesamt: 11 Minuten.

"Now you feel like fucking Judas!"

Die drei schlecht gelaunten Songs, "Asleep", "Chivalry" und "Grace" sind allesamt kräftig dramatische Hardcore-Bretter. Musikalisch erinnert das alles teilweise an Calico System oder eventuell Verse. Frontmann Jon Moore erinnert mit seiner druckvollen, verzweifelten Stimme gewissermaßen an die Metalcore-Band The Destiny Program aus Deutschlands hohem Norden.

Hospitals sind für Freunde von dramatischem, modernem Hardcore auf jeden Fall ein mehrfaches Hinhören wert. Kostet ja nicht viel Zeit, so eine Platte.



Hospitals - "Asleep"
VÖ: 14.5.2012
via: Tangled Talk Records

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Angst vor den Kindern? Waterdown mit neuem Musikvideo zum Abschied. Grund für eine Retrospektive.

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"We Are Not The Children" ist die Videoauskopplung aus dem Abschieds-Album von Waterdown. Mit der Platte "Into The Flames" (Review ->hier) beerdigen die Ibbenbürener Post-Hardcorler nach dreizehn Jahren ihr Steckenpferd namens Waterdown. Grund genug noch mal die Geschichte der Band Revue passieren zu lassen.

Waterdown, eine Retrospektive:

Emo-Rock en français: Devianz. Mit unterbrochenen Körpern.

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Als hätten Kollegen aus Armor For Sleep, Yourcodenameis:Milo und Sunny Day Real Estate einen Französisch-Kurs belegt und sich kurzerhand in Frankreich neugegründet. Devianz aus Paris spielen eindringlichen Pop-Rock mit angenehmem Emo-Einschlag.

Das neue Album "À corps interrompus" ist musikalisch wie ein schattiges Plätzchen am Waldrand, das durch leichte Windböen immer wieder von seichten Sonnenstrahlen durchzogen wird. So ist der Opener beispielsweise ein kleiner Songwriter-Song, minimalistisch instrumentalisiert. Im Folgenden kommt kein sprichwörtliches Aufbäumen. Doch eben insgesamt 14 sehr lebendige, mal düstere, mal sonnig hoffnungsvolle Songs, in sehr angenehm gesungenem Französisch, das  unterstützt von kantigen Gitarren auch mal zum Schrei mutiert.

Seit 2004 machen Devianz zusammen Musik, nennen ein paar EPs ihr eigen und veröffentlichen nun im Mai 2012 mit "À corps interrompus" ihr zweites Album in voller Länge. Gewiss eine Besonderheit im vermeintlichen…

Abschiedsszenen mit Thrice in London.

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Als vor einiger Zeit klar wurde, dass die kalifornische Post-Hardcore-Geschichte mit Thrice einen weiteren lebendigen Akteur zu Grabe tragen würde, war für einige Fans ein gebührender Abschied wohl schon abgemachte Sache. Da war es für viele deutsche Fans scheinbar egal, dass die einzige große Headline-Show im englischen London statt finden würde. Denn am Montag waren unter den um die 2000 Menschen, die die Band aus Orange County abfeierten, bestimmt annähernd die Hälfte nicht aus England, und ein Großteil davon sogar aus Deutschland angereist.

Ohne große Theatralik spielten Thrice ein unwahrscheinlich packendes Set. Die englische Supportband Brontide hatte jeder nach dem ersten Titel schon wieder vergessen. Wie hätte man sich auch daran erinnern sollen? Über die Länge von fast zwei Stunden, inklusive zweier Zugaben schöpften Thrice aus jeder Schaffensphase dieser evolvierenden Band. Mit "T & C" spielten sie tatsächlich einen ihrer allerersten Songs. Der zunächst, etwa …