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Es werden Posts vom Mai, 2020 angezeigt.

O'Brother - "You and I". Neues von der Band, die jeden immer wieder überrascht, weil sie niemand wirklich auf dem Schirm hat. //Album-Rezension.

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O'Brother, für jeden, der die US-amerikanische Band aus Atlanta nicht kennt, spielen ein spezielles Blend Post-Rock. Mit immer häufiger, aber dezent eingesetzten Elektro-Elementen und Trip-Hop-Anleihen. Mit ihrem 2020er Album "You and I" melden sie sich düster-atmosphärisch zurück. Mal sphärisch, mal druckvoll. Sänger Tanner Merritt besticht mit seiner unverkennbaren Stimme, die irgendwo zwischen Thom Yorke (Radiohead), Dustin Kensrue (Thrice) und John Baizley (Baroness) rangiert. Was eine Range! Willst Du da alleine bei diesem aberwitzigen Namedropping schreien. Und ja genau das ist es eben. O'Brother bedienen nicht nur gesanglich sondern gesamtmusikalisch eine wahnsinnige Bandbreite, die sich von bedächtig ruhig, dynamisch-progressiv in tosend laut wandeln kann, wie kaum eine andere Band. Noch mehr Namedropping? Auf dem Song "Halogen Eye" ist Simon Neil von Biffy Clyro und auf dem Song "Slipping" Jesse Coppenbarger von Colour Revolt mit drauf. …

Is this a new beginning, or are we close to the end? Gute Frage. Enter Shikari - "Nothing Is True & Everything Is Possible" //Album-Rezension.

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"Nothing is True & Everything is Possible". Kaum ein Titel passt besser in unsere Zeit. Alle Ungewissheiten, zwischen Falschmeldungen, Hetze und Verschwörungstheorien. Enter Shikari aus St Albans bei London waren schon immer ein Meister der politisierenden Krawallmusik. Auch auf dem neuen Album schwingt Gesellschaftskritik mit, im Clown-Zelt, auf der Hardcoreshow und der Straße. Das und alles dazwischen findet hier innerhalb von 15 Songs statt. Das ist ein Album das weh tut, dass es in einer solchen Krise erscheint. So ein Album will laut im Club, bei einer Live-Show gefeiert werden. Die Abriss-Parabel möchte ich jetzt gar nicht bemühen. "We're Apocaholics drinking Gin and Tonics." Tja und wenn wir beim Trinken gestörte werden gehen wir auf die Straße demonstrieren, weil unsere Freizeit eingeschränkt wird. Ohne Rücksicht auf Andere. In Großbritannien war schon vor der Gesundheitskrise vieles im Argen, deshalb ist es nur verständlich, dass Enter Shikari dies…

Hat nichts mit Tocotronic zu tun. Leitkegel - "Wir sind für Dich da". //Album-Rezension.

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1247 Facebooklikes, 8 Alben/Veröffentlichungen auf Bandcamp, fast 9 Bandlebensjahre auf dem Buckel. Leitkegel aus Essen (respektive Düsseldorf und Ravensburg) sind an Zahlen kaum zu messen, denn unterschätzen sollte man diese nicht. Weil ich jetzt keine krasse Überleitung schreiben will: 9 Songs mit insgesamt 32 Minuten sind auf dem neusten Album von Leitkegel drauf. Vier Herrschaften, zwei Daniels, ein Sebastian und ein Hendrik stehen dahinter. Musikalisch "spielen (Leitkegel) das was Du hören willst". Hits in deutscher Sprache. Nicht dem Mainstream tauglich. Einflüsse sind da Emocore der 90er, kontemporärer Indie-Rock und Hardcore-Punk und Prog-Rock. Einmal quer durch den Gemüsegarten, wie man so schön sagt, wenn man tief in die Floskel-Tonne reinspringt, versteht sich. Frontmann Daniel weiß mit Worten umzugehen, und diese sind oberflächlich nett, in Resonanz tiefgründig. "Wenn ich warte geht es vorbei? Wenn ichs lasse bin ich dann frei?" - Es gibt einen Song auf…