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Tubelord: "Our First American Friends"

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Tubelord ist so eine Band, die einen irgendwie wohlig an vergangene Post-Hardcore-Zeiten erinnert. "Our First American Friends" tobt sich irgendwo zwischen At The Drive-In und The Blood Brothers aus, hält sich beim Chaos im Zaum und packt eine gute Schippe Pop obendrauf und wirkt somit nie wie ein stumpfes Plagiat.

Details: "Our First American Firends" VÖ: 22.01.2010
1. Your Bed Is Kind Of Frightening 2. Somewhere Out There A Dog Is On Fire
3. Night Of Pencil
4. Stacey's Left Arm
5. Propeller
6. He Awoke On A Bench In Abergavenny
7. I Am Azerrad
8. Cows To The East, Cities To The West
9. Synthesize
10. Our First American Friends

Das Album hat einen verspielten, jugendlichen Charme. Die quicklebendige Spielart von Punkrock mit zutaten aus Post-Hardcore und Indie-Pop wird in der quietschigen, lebenslustigen Art zu singen reflektiert. Zwar kommen aus England, und gerade aus London nicht wirklich wenige Bands. Darunter sind auch viele Hochkaräter. Tubelord machen da keine Aus…

Thrice: "Beggars" - Song für Song

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gangsMit "Beggars" haben Thrice ganz großes geschaffen. Wie man das Mammut-Projekt "The Alchemy Index" musikalisch und künstlerisch noch übertreffen könne, blieb allen Spekulationen verschlossen. Mit ihrem neusten Voll-Längen-Album liefern Thrice die Antwort: Ganz natürlich mit Musik aus einer Lebensader. Wie selbstverständlich läuft auf "Beggars" alles was die Band bisher gemacht hat, ausprobiert hat in einer Harmonie zusammen, die einerseits begeistert und andererseits noch viel mehr beeindruckt. Thrice beschreiben einen weiteren Schritt der Evolution einer Band, wie sie nicht schöner im Bilderbuch beschrieben sein könnte. "Beggars" funktionert gerade als gesammtes Werk wunderbar um dem Alltag in verträumte Sphären zu entfliehen, jedoch ist jedes Stück auf der Platte ein Kunstwerk für sich. Daher bietet sich an das Werk akribisch bis ins kleinste Detail zu besprechen. Song für Song.

Details: "Beggars" VÖ: 18.9.09 (CD), 11.12.09 (Vinyl…

Moneen: "The World I Want To Leave Behind"

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Moneen machen es dem geneigten Hörer nicht einfach.
Das neue Album "The World I Want To Leave Behind" ist nicht wirklich das eingängiste Stück Musik was die Punk- oder Emotional-Hardcore-Szene bis dato auf die Ohren bekam.

Details: "The World I Want To Leave Behind" VÖ: 15.9.09
1. World I Want to Leave Behind
2. Hold That Sound
3. Great Escape
4. Believe
5. Redefine
6. Way
7. Long Count
8. Monument
9. Waterfalls
10. Red Eyes
11. Lighters
12. Glasshouse

Die Platte bewegt sich auf einer Achterbahn von Gefühlen. Moneen bauen zu Beginn gemächlich Spannung auf, treiben sie bis zum Höhepunkt wo groovende und treibende Post-Hardcore-Rhythmen den Zuhörer mitreisen. Ein paar Momente später schreckt die Band zurück und minimalisiert ihren Sound von der erlangten Wucht wieder auf verträumte akustische Momente. Bis der nächste Ausbruch sich ankündigt. Das klingt jetzt sehr berechenbar, so klingt es aber in der Umsetzung von Moneen auf "The World I Want To Leave Behind" zu keiner S…

Thursday: "Circuits of Fever"-Video

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Neues Video. Wunderschön auf die Musik zugeschnitten. Das sollte vor allem den Filmstudenten gefallen. Wie hier auf viele verspielte Details in der Musik, mit einem Äquivalent im Videomaterial reagiert wird. Man beachte den Zug gegen Ende.



Thursday: "Common Existence"

Das aktuelle Album der Screamo-Pioniere aus New Jersey. Für die Band ein wegweisendes Stück Musik. Die Härte und Intensität der Vergangenheit mit modernen spielerischen Finessen gepaart. Eins der wichtigsten Alben der jungen Post-Hardcore-Geschichte. Mit dem Label-Wechsel zu Epitaph löste sich die Band von sämtlichen Einengungen des Vorgänger-Labels Island, das spiegelt sich durchaus in der Musik wieder. Die Band spielt wieder frei auf, und begeistert von der ersten bis zur letzten Minute.

Details: "Common Existence" VÖ: 13.02.2009
1. Resuscitation Of A Deadman
2. Last Call
3. As He Climbed The Darkmountain
4. Friends In The Armed Forces
5. Beyond The Visible Spectrum
6. Time's Arrow
7. Unintended Long Term…

my indie mind lebt.

Keine Angst. My Indie Mind ist nicht eingeschlafen. Jedoch nimmt meine momentane Stelle bei VISIONS in der Online-Redaktion mehr Zeit in Anspruch als zuvor das einfache Studium.

Kommenden Monat kann sich der geneigte Leser aber auf jeden Fall auf ein neues Kapitel 123Overdose freuen. Das Skript steht, nur zum Ausformulieren bin ich noch nicht gekommen. An dieser Stelle kann ich vielleicht verraten, dass ich hoffe mit diesem Projekt eines Tages bei Buchlänge anzukommen. Ob ich es dann drucken und binden lasse sehe ich wenn ich so weit bin.

Außerdem werden bestimmt die ein oder anderen Kommentare zum Weltgeschehen ihren Weg auf den Blog finden. Also bleibt My Indie Mind treu, und immer schön den Feed lesen.

In der Zwischenzeit könnt ihr außerdem jeden Tag den einen oder anderen Text in der News-Sektion auf www.visions.de lesen.

Kein Liebesbrief an die Bahn.

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Dortmund, der Regional Express nach Bielefeld fährt ein. Er ist bis zur Türschwelle mit mittelmäßig gelaunten Passagieren gefüllt. Mein Blick erhascht freie Sitzplätze. Ein ganzes Abteil, quasi leer. Mein verwirrtes Gesicht traut den beherbergten Augen nicht mehr. Sie bewegen meine Füße förmlich in hypnotischer Selbstständigkeit in Richtung des menschenbefreiten Abteils. Eine Treppe bäumt sich vor mir und meinen versammelten Körperteilen auf und separiert mich von meinem Ziel.
Da ertappt mein müdes Sehorgan den Haken. Eine dicke, fette Eins prangt auf der Plexiglasscheibe vor dem paradiesisch leeren Sitzgelegenheiten.

Aber nun bin ich schon die Treppe emporgestiegen. Also lasse ich mich enttäuscht vor der transparenten Trennwand am oberen Ende der Treppe nieder. Einige der anderen müden Zugpassagiere tun es mir gleich. Weit und breit scheint kein Platz mehr frei zu sein. Nur hinter dieser vermaledeiten Glastür. Aber wer kaufte schon ein Erste-Klasse-Ticket für einen Regional-Zug? Genau,…

Ein kurzes Gaming-Intermezzo: SEGA Dreamcast wird 10

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Vor zehn Jahren brachte die japanische Kult-Gaming-Schmiede Sega ihre letzte Konsole auf den Markt. Die Dreamcast. Das Gerät war der Konkurrenz technisch weit voraus. Zum Erscheinen des kleinen weißen Kastens waren gerade der Nintendo 64 und die PlayStation als etablierte Marken auf dem Markt.

Und genau das wurde Segas Traum-Kästchen zum Verhängnis. Konnte sich das Gerät anfangs noch gegen die starken Konkurrenten einigermaßen über Wasser halten, kam nach etwa zwei Jahren der Todesstoß aus dem Lager Sony.

Die PlayStation 2 sollte veröffentlicht werden, und dem kurzen Leben der Dreamcast wurde somit ein Ende gesetzt. Die Sponsoren schienen aus zu bleiben, und somit gab es kaum Werbeausgaben und auch kaum Unterstützung von Third-Party-Entwicklern. Sega alleine, konnte das Gewicht nicht mehr stemmen und stieg aus dem Hardware-Business aus. Heute entwickeln die Japaner minder erfolgreich als dritte Partei Videospiele für alle gängigen Plattformen.

Am 9.9.1999 kam die Dreamcast auf den Markt,…

Film-Review: Inglourious Basterds

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Bild: Mélanie Laurent als Shosanna Dreyfus, eine jüdische Kinobesitzerin in Paris
Es war einmal im von Nazis besetzten Frankreich.

Bingo, Quentin. Damit hast Du wieder einmal den Vogel Abgeschossen. Quentin Tarantinos neuester Streich Inglourious Basterds macht einen Streifzug durch die deutsch-französische Weltkriegsgeschichte. Geschichtliche Fakten werden absichtlich missachtet. Und das ist auch gut so. Tarantino schickt den Zuschauer in eine fiktionale Begebenheit, die den Nazi-Besatzern in Paris ganz schön Feuer unter dem Hintern macht. Mit historischen Abläufen nimmt der Film es zwar nicht genau, dafür aber erst recht wenn es um Meilensteine der Filmgeschichte geht. Ein Filmbegeisterter wie Tarantino selbst wird die ein oder andere Anspielung, und direkte Nennung von wichtigen Filmepochen entdecken.

Juden-Jäger Landa gegen die Basterds.

Keiner bleibt verschont, kein Goebbels, kein Hitler. Die wichtigsten Rollen werden auf der einen Seite von Brad Pitt, und auf der anderen Seite von d…

CD-Review: Andorra Atkins - Augenlied

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Emocore, Hardcore, whatevercore. Da draußen gibt es so schrecklich viele Abkömmlinge der eigentlich wunderbar alternativen Bewegung.
Kaum noch eine Band spielt Musik, der Musik wegen.
Kaum noch eine Band wird bekannt wegen ihrer Musik. Man muss super cool sein um in die Szene zu passen. Die Musik kann da gerne 0/8/15 sein. Das stört die einfältigen Konsumenten nicht, und die Plattenbosse noch weniger. Und der anspruchsvolle Musikliebhaber bleibt dann meist auf der Strecke.

Zum Glück gibt es aber hier und da noch eine Band, der man förmlich anhört, warum sich hier ein paar junge Menschen zusammen setzen um Musik zu machen. Ganz einfach weil sie sich danach fühlen. So eine Band ist mit Sicherheit auch Andorra Atkins. Die neben Escapado den wohl fettesten, emotionalen, echten, deutschsprachigen Hardcore dieser Welt fabrizieren. Kenner kennen Andorra Atkins schon eine Weile unter dem Namen Kill Kim Novak. Doch den Namen musste das Quintett aus Nord-Rhein-Westfalen ablegen, weil er der echten…

Hallo Demokratie. Die Deutschen haben den Glauben an dich verloren.

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Bild:Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung

Der Stern schreibt, die Deutschen hätten den Glauben an die Demokratie verloren. Unter den Arbeitern glauben null Prozent, dass sie bei der Bundestagswahl etwas mitbestimmen könnten. Insgesamt glauben die Bürger der Bundesrepublik laut einer aktuellen Umfrage nur noch zu fünf Prozent, dass die Wahl die Politik beeinflussen würde.

Wenn das so ist, dann ist die hiesige Demokratie tot. Willkommen Scheindemokratie in der man die Partei zu wählen hätte. Oder eben gar nicht zur Wahl ginge. Damit wäre die Bundesrepublik quasi gestorben.

Kein Wunder, dass sich manche die Mauer zurück wünschen, und die Ostalgie massig Fans hat. Die Menschen hatten noch nie einen guten Blick für die Realität.

Wir könnten es ja mal im Kollektiv versuchen. Wenn keiner der 62,2 Millionen wahlberechtigten Deutschen kommenden September zur Urne schreiten würde, dann hätten wir eine sagenhafte Wahlbeteiligung von null Prozent (in Zahlen = 0%). Das wäre doch was.…

CD-Review: Portugal. The Man - The Satanic Satanist

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We are all just lovers. Schmeichelt sich "The Sun" in unser Ohr ein. Eins der smoothsten lieder, das die Band aus Alaska je komponiert hat. Das Lied steht auch ziemlich für den Ganzen Langspieler. Schmeichelnde Melodien, die schnell erzählt sind, und auch nicht lange andauern. The Satanic Satanist von Portugal. The Man geht nämlich gerade mal 34 Minuten, mit seinen 11 Liedern.

Das macht die Scheibe nicht sofort schlechter. Jedoch hätte man gerne mehr, denn was man auch in der sechsten Runde von der Band, die wahrscheinlich immer noch nicht in Portugal war, serviert bekommt ist wunderbarer Indie-Rock. Und auch immer noch mit einer guten Brise Soul verfeinert. Lediglich die Gospel-Anleihen von der Church-Mouth-Zeit haben die jungen Musiker wieder mehr oder weniger komplett abgelegt. Im großen ganzen fühlt sich die Neue an wie der erste Langspieler der immer noch recht jungen Band. Nur ein wenig minimalistischer, und ein bisschen groovender als damals auf "Waiter. Your Vult…

Taking Back Sunday in Münster, ein Konzertbericht.

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Das einzige Headliner Konzert der Emo-Helden von Taking Back Sunday war das in Münster in der Sputnikhalle am sechsten August. Ansonsten waren sie noch in Amsterdam zu finden oder auf ein paar Festivals, hier und da vertreten. Doch es war natürlich sehr gut die Jungs als Mainact zu sehen. Mit einer Show von rund ein-ein-halb Stunden war der geneigte Zuhörer und Fan bestens bedient.

Im Live-Aufgebot des Sechstetts aus Long Island waren sämtliche Hits, Klassiker sowie neue Hammer aus der aktuellen Phase der Band. Mit What's it feel like to be a ghost, dem Opener des bisher vorletzten Albums, Louder Now, eröffnetten die Jungs das Feuerwerk aus den wahnsinnig eingängigen, tanzbaren Emo-Punk-Hymnen und hatten das Publikum sofort auf ihrer Seite.
Die kürzlich wieder frisch zusammengefundene Bandeinheit war total guter Dinge und spielte technisch versiert und kompromisslos gut gelaunt auf. Vor allem Gitarro Matt Fazzi, der mit einem gebrochenen Fuß auf der Bühne Stand war mit mehr als voll…

Pop tötet Kultur: Die Warped Farce

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Bild: Deviantart & GIMP

"Auf der Warped Tour spielen fake Bands". Das hört man zu mindest im Internet aus vielen verschiedenen Quellen. Einige Bands scheinen dort nicht einmal mehr live zu spielen. Auf einer der größten und wichtigsten Punk-Hardcore-Rock-Touren bieten einige Bands anscheinend Mini-Playback-Shows.

Auf dem Blog (http://youngcardinals.blogspot.com/2009/07/lies.html) von Alexisonfire heißt es unter "Lies" betitelt: "I'd say the most surprising thing about this tour is the amount of bands that are faking it. Straight up lip-syncing nonsense!
To begin with Millionaires don't sing at all, and the one dude from brokeNCYDE is up there just pretending. I digress." George, der Lead-Vocalist der Kanadier Post-Hardcore-Combo nennt hier zwei Bands, bei denen er eindeutig gesehen und gehört habe, dass der Gesang vom Tonband kommen würde.

Auch die Emopunks von Bayside widmen einen Post (blogs.myspace.com/bayside , www.wasteofmind.de) ihrer Wut…

Film-Review: Brüno

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Brüno in kurz: Ein schwuler Österreichischer Fashion-Mag Moderator, der groß raus kommen will. Ein Film im Stile von Borat. Sacha Baron Cohen lässt einen exzentrischen, fiktiven Charakter auf reelle Personen und Persönlichkeiten prallen.

Vulgär und Klischee-überladen.

Was Sacha Baron Cohen mit Brüno vor hat ist von der ersten Szene an klar. Er will schockieren, und das Tabu so weit penetrieren bis es einfach klein bei gibt. Der Film hat genau das selbe Problem wie sein Protagonist: Brüno ist einfach zu schwanzfixiert. Als wolle Cohen mit allem was er hat dafür sorgen, dass zukünftig entblößte männliche Geschlechtsorgane auch ihren weg auf den amerikanischen Silberschirm finden. Dabei hat er es zunächst geschafft, dass sein Kinoplakat in den Staaten leicht zensiert wurde.
Vergleich anklicken: USA | DEU. Man beachte hierbei den Hintern.

Genug Penis für eine gesammelte Fußballmannschaft.

Dabei eckt er weniger häufig bei sozialen Randgruppen an, als sich selbst währenddessen mit Schwulenklisch…

Wenn man sich auf einmal alt vorkommt.

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Ja, damals. Damals kurz nach dem Millenium, dem vermeintlichen Weltuntergang. Wo alle Computer hätten stehen bleiben müssen, und alles Leben auf Erden ein Ende prophezeit bekam.
Kurz nach der verpassten Apokalypse hatten drei alternative Post Punk, Hardcore Bands aus Nordamerika ihre Hochzeit. Thursday brachten das fulminante "Full Collapse", passend zur Weltuntergangsstimmung der vergangenen Jahre. Taking Back Sunday stellten ihr hochgelobtes Werk "Tell All Your Friends" fertig und wenig später überaschten die jungen, wilden Kanadier Alexisonfire mit ihrem selbstbetitelten Erstling die Hardcore-Szene.

Auf und ab im Bandwagen.

Über die Jahre konnte man bei den drei Bands spannende Entwicklungen beobachten. Nun wurde hier ein Drummer ersetzt, dort wurde die Band vom Label geschmissen. Für Thursday drohte nach dem Nachfolger von "Full Collapse" fast das aus. Die Band hatte angst sich zu repetieren und war überhaupt nicht zu frieden damit, wie sich "War al…

Es sind die unwichtigen Dinge

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Es sind die unwichtigen Dinge, die die Welt bewegen.

Wochenlang werden nun im Iran unschuldige Demonstranten von der Miliz unterdrückt. Bei friedlichen Demonstrationen wird mit scharfer Munition auf jugendliche Studenten geschossen. Die Bilder der verletzten Jugendlichen gehen durch die Zeitungen, doch keinen Leser in der westlichen Welt scheint das so richtig zu berühren.

Nun stirbt der betagte, vermeintliche King of Pop und alles weint.

Nachdem Micheal Jacksons Tod bestätigt war, wankte das Internet im Fundament. Der Webdienst Twitter hatte schwer zu kämpfen, mit der Flut von Beileidsbekundungen und geschmackloser Witze zum Ableben des ehemaligen Weltstars. In den USA waren laut Bericht von Zeit-Online viele Nachrichtenportale überlastet. Ganze Webseiten, die sich lediglich damit beschäftigen niveaulose Witze über den Verstorbenen zu sammeln, wurden ins Leben gerufen. Fast sämtliche Statusmitteilungen bei den sozialen Netzwerken sind mit Nachrichten über Micheal Jackson gespickt. Wicht…

CD-Review: Bury Your Dead - It's Nothing Personal

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It's Nothing Personal heißt der neue Silberling des amerikanischen Metalcore-Outfits Bury Your Dead. So hört sich das gute Stück aber keines Falls an. Das ganze hört sich verdammt personal an. Und zu Teilen beschleicht einen das Gefühl, dass der Sänger Myke ein ziemlich trauriger Geselle sein kann. Das kanalisiert er aber gekonnt in die Musik von BYD, ohne dabei übermäßig theatralisch zu werden, statt dessen wartet das Quintett mit brachialen Wutausbrüchen auf. "Every day I try to make this right, ever day I try to make sense of this mess.." dieser Textauszug spricht Bände, und reflektiert die Stimmung der ganzen Platte. Der Opener Hurting Not Helping erinnert ziemlich an neuere Slipknot-Affairen. Insgesammt hätte man BYD in den Neunzigern bestimmt sowieso zur Nu Metal-Bewegung gezählt, heute ist das einfach ein neumodischer groovender Metalcore-Sound. Ja Metalcore ist quasi das neue Nu Metal. Denn wer so richtig scene ist, mag Metalcore auch nicht, genau wie es damals g…

Schon Tamiflu gekauft? Nee? Nich' so schlimm.

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Da hat das Schwein wieder etwas übergestülpt bekommen. Mit Recht guckt es bedröppelt.


Bildquelle: Google Bildersuche, Urheber: Gröning, The Simpsons

Wie viel ist - oder wie viel war an der Schweinegrippe eigentlich dran? Kann man gar nicht so einfach sagen. Die Medien machten es einem ja auch nicht gerade leicht fundiertes Wissen über die neue Bedrohung zu sammeln.

Gibt es Grund zur Panik?
Wenn es nach der Firma Roche geht mit Sicherheit. Denn die will ja die angehäuften Medikamente, aus der Zeit der Vogelgrippe (Sie erinnern sich?) an den Mann bringen. Ja, Tamiflu heißt das gute Stück. Es ist ein stinknormales Grippemittel. Nicht auf Naturbasis natürlich, von der haben wir uns sowieso verabschiedet. Der Mensch ist ja kein Lebewesen, denn sein Blut ist steril, und Bakterien machen da drin sowieso sofort krank. Also bitte täglich eine Flasche Desinfizierungsspray trinken. Ja trinken. Sprühen bringt es nicht mehr. Also den Sprühkopf abdrehen, und Mund ansetzen. Halt, Sie machen doch nicht e…

Europawahl 2.0 - Die EU bei MySpace, Facebook & Co

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Das Europäische Parlament im Social Networking:
Der neue US-amerikanische Präsident hat es vor gemacht. Er nutzte das moderne Medium Internet und seinen Web 2.0-Abkömmling perfekt als Wahlkampfinstrument. Es scheint ja funktioniert zu haben. Über Dienste wie Twitter und Facebook konnte Obama wesentlich mehr Leute zur Wahl motivieren als sein republikanischer Konkurrent es damals konnte. Es ist eine gute Sache, dass politische Instanzen die neuen Medien für sinnvolle Zwecke entdecken. So auch neuerdings das Europäische Parlament. Auf deren Facebook- und MySpace-Auftritt kann man interaktiv Wahlbanner erstellen, mit anderen potentiellen Wählern interargieren und praktischerweise findet jeder Europäer auch einen Countdown bis zur Wahl, der auf seine Region abgestimmt ist. Das EU-Web-Team hat darüberhinaus auch einen sehenswerten Kanal bei YouTube eingerichtet. Zusätzlich kann man sich auch bei dem Online-Foto-Alben-Dienst Flickr einen Eindruck vom aktuellen Wahlkampf machen. Schauen wir m…

Schmidts letzter Streich und Pochers neues Reich

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Bild: taz.de

PROGRAMMHINWEIS. Hoffen wir einfach mal, dass die heutige Schmidt & Pocher Sendung nicht so schlecht pointiert ist wie die hiesige Überschrift. Schön war es ja mit den beiden künstlerischen Spitzbuben sowieso. Man hätte zu Beginn nie erwartet, dass die Kombination teilweise doch so lustig ausufern würde. Jetzt geht heute Abend im Ersten also eine weitere Ära zu Ende. Die letzte Folge der Late-Night-Show Schmidt & Pocher geht auf Sendung. Was der werte Schwabe, Harald Schmidt danach macht ist noch nicht gewiss. Aber ich glaube nicht, dass er gänzlich von der Bildfläche der deutschen Flimmerkästen zu verschwinden vermag. Oliver Pocher hingegen hat schon einen Vertrag bei der privaten Konkurrenz unterschrieben. Bei Sat.1, dort bekommt er quasi eine equivalente Sendezeit zu Stefan Raabs TV-Total auf ProSieben. Über die Qualität dieser Sendung lässt sich jetzt nur spekulieren, dass es wohl oder übel etwas platter werden wird. Allein schon, die höhere Anzahl von Sendeplä…

CD-Review: New Found Glory - Not Without a Fight

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"Don't let her pull you down.." - Jede Menge positive Energie für die sonnigen Tage. New Found Glory liefern mit ihrem neusten Output "Not Without a Fight" einen wunderbaren Soundtrack für den Sommer ab. Unbeschwerter Pop-Punk mit fettem Sound, der musikalisch niemals einfallslos klingt: Das sind New Found Glory auch in 2009. Nicht repetitiv, obwohl es doch immer noch der bekannte sonnige Sound aus Florida ist. Gigs mit Hardcore-Kappellen und sogar einer Split-EP mit Shai Hullud, die es nur während der Tour zu erwerben gab - und auch der ehemalige Sänger von Shai Hullud, Chad Gilbert, der bei New found Glory nun an der Gitarre tätig ist - haben mit Sicherheit geholfen, dass die Jungs auch beim sechsten Silberling immer noch frisch klingen. Im Gegensatz zu vergleichbaren Acts wie Good Charlotte wurde die Band aus Florida auch nicht mit jedem Release eine Ladung poppiger. Sie schaffen mit "Not Without a Fight" den Spagat zwischen hymnenartigen Popsongs…

CONTACT SHEET.

Hi everyone, bands, labels, music-promoters and even art-promoters and movie-people and videogame-makers!

For CD-reviews please feel free to contact the following email-address: redaktion[at]myindiemind.de

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Matthias and the supporters of MY INDIE MIND.
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"Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum"

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Portrait von einem gelassenen Schreihals einer jungen Stuttgarter Hardcore-Band.







Verzerrte Riffs knallen durch die Verstärker. Trommelschläge prallen gegen die Wände des spärlich beleuchteten, kleinen Raums. Lichter blitzen auf. Eine Menge junger Menschen, entgegen fünf jungen Typen. Einer keift in sein Mikrophon. Los geht’s! Jetzt geht alles ganz schnell. Der mit Instrumenten bewaffnete Fünfer ballert los. Salven aus Schallwellen prasseln auf die Menschenansammlung nieder - im engen, stickigen Musikschuppen. Arme und Beine vermischen sich in einem Knäuel Menschen. Die rythmische Schlacht hat begonnen. Die Band An Early Cascade heizt dem Jugendhaus in Stuttgart ganz schön ein. Heimvorteil, die junge Band kennt hier fast jeder. Man sieht es den Jungs an - es macht ihnen Spaß die Sau raus zu lassen. Maik, der Kerl am Mikro grinst. Bis er wieder die gelassene Miene in einen schreienden Mund verzerrt. Pure Energie.
Maik ist ein angenehmer Kerl. Ein stiller, ausgeglichener und netter Mensch.…

Kröm de la Kröm zur (fast) besten Sendezeit!

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PROGRAMMHINWEIS. Was dem Indiemind eine Meldung wert ist, ist für viele Leser schleierhaft. Und wer liest den Weblog hier überhaupt, wenn das thematisch doch recht offen gestaltet ist? Die Frage hast du dir, werter Leser, gerade selbst beantwortet. Nun ja. Wenn es nichts schönes in der Welt zu bereden gibt, dann gibt es einen der die Welt noch ein bisschen schlechter reden kann. Und dieser werte Herr ist Kurt Krömer. Manche Menschen mögen ihn vom Regionalsender RBB kennen. Denn ohne diese Bekanntheit hätte er den Sprung auf Das Erste wohl kaum geschafft.
Ab dem 2. April läuft Krömers Show nämlich zur fast besten Sendezeit auf ARD. Zunächst um 0.00 Uhr, direkt nach Schmidt & Pocher. Nach der Sommerpause dann zur angenehmen Zeit von 23.30 Uhr.
Also vormerken; am ersten Donnerstag im April einfach um 23 Uhr zu Schmidt & Pocher einschalten (wie hoffentlich gewohnt) und danach dran bleiben und sich von Krömer satirisch die lachmuskeln strapazieren lassen.
Mehr zur Person und seinen Li…

Ein Heranwachsender dreht durch und das Medienecho läuft amok.

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Natürlich ist es in aller Munde. Das Geschehniss in Winnenden. Aufzuwärmen ist nichts mehr. Alles haben die Medien verbraten. Was über den jungen Kurznachrichten-Dienst Twitter in die Welt losgelassen wurde, wurde von jedem halbgaren Möchtegern-Journalisten aufnommen und als die Neuigkeit, die neuste Entwicklung, die Wahrheit verpackt und fand irgendwie zum Leid aller den Weg in sämtliche seriös anmutende Nachrichtenportale. Zu Teilen sogar in die aktuellen Ausgaben der täglich erscheinenden Zeitungen.
Gespickt mit Halbwahrheiten und falschen Fakten mutet die Medienwelt heute um einiges unglaubwürdiger und unseriöser an, als es noch zu Beginn der Woche der Fall war. Die Einerseits wünschenswerte Entwicklung des "Publish-Yourself"-Web 2.0-Trends wird durch die Unzahl spekulativer Botschaften zur Falle für Schnellschuss-Journalisten, die sich über jedes weitere veröffentlichte Zeichen wahrscheinlich ein höheres Honorar erhoffen. Was als Exklusivmeldung anmutet, ist in der heuti…

Feature: Moderner Hardcore

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Musik. Im Rahmen eines kleinen Features möchte ich auf neuste Entwicklungen im Hardcore-Genre aufmerksam machen. Dies ist bestimmt ein wenig subjektiv, aber deshalb nicht weniger lesenswert.
Drei relativ junge Bands sind mir in den letzten Wochen aufgefallen. Ich verfolge deren Entwicklung schon seit mehreren Jahren. Alle samt aus drei verschiedenen Ländern, und trotzdem sind sie musikalisch auf einem ähnlichen Weg. Ein identischer Weg wäre zu hoch gegriffen. Die Rede ist von Vanna aus Boston, USA, Architects aus Brighton, England und von An Early Cascade aus Stuttgart, Deutschland. Alle drei haben vor kurzem eine neue Scheibe unter die Leute gebracht, ob mit Promo-Ausgaben, oder dem offiziellen Release in die Plattenläden. Alle Bands waren zuvor irgendwo im Metalcore angesiedelt, die einen freiwilliger, die andern widerwilliger. Die jüngste Band, aus dem flotten Dreiergespann, An Early Cascade bewegt sich mit ihrem ersten weltweit veröffentlichten Silberling, Your Hammer to My Enemy …

Film-Review: Gran Torino

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Gran Torino. Clint Eastwood ist seit einigen Jahren bekannt dafür, tiefgründige bewegende Dramen zu inszenieren. In seinem aktuellen Werk steht er auch selbst wieder vor der Kamera. Als alter sturköpfiger Veteran des Koreakonflikts. Seine Rolle ist milde ausgedrückt ein wenig fremdenfeindlich. Mit zynischen Bemerkungen und bissigen Kommentaren, die nichts für Leichtbesaitete sind, verdammt er so ziemlich jede ethnische Minderheit. Gerade wenn diese im Zahlenverhältnis temporär die Oberhand hat. Wally (wie ihn ein junges Hmong Mädchen zu nennen pflegt) lebt als einziger Amerikaner in einer von Einwandern überranten Siedlung in einer amerikanischen Vorstadt. Gangs treiben ihr unwesen und terrorisieren friedfertige Bürger mit anderer Herkunft als der eigenen. Im Falle des jungen Hmong, Thao (Bee Vang) ist es aber etwas Spezielles. Denn er macht sich nichts aus dem Macho-Gehabe seines Cousins, der ihn unbedingt in seine Gang bringen will. Also wird Thao gezwungen eine kriminelle Tat zu be…

Auf einmal ist man asexuell.

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Eine von Sex beherrschte Welt. Die Welt in der wir leben. Es gibt kaum einen Platz in der Öffentlichkeit wo man nicht begafft werden könnte. Vor allem wo Frau nicht begafft wird. In der halbnackten Öffentlichkeit im Schwimmbad, im Fitness-Studio, wenn das Wetter stimmt im Freibad, am See oder sogar in der Fußgängerzone. Der Gedanke an sexuelle Absichten scheint gar omnipräsent zu sein.
Doch geht man in eine öffentliche Sauna, mag diese auch an einem normalen Schwimmbad hängen, verschwinden auf einmal die irritierten oder angetörnten Blicke angesichts nackter Haut. Die Lust verschwindet quasi im Dampf der entspannenden Atmosphäre. Nicht einmal schöne junge Körper werden von ihren älteren Equivalenten großartig beachtet. Auf einmal ist man asexuell. Das ist angenehm entspannend. Eine Sauna, oder Dampfgrotte als eigene wertfreie Welt. Und nicht einmal hier im freizügigen Europa ist man sich einig. In einigen Ländern ist eine gemischt geschlechtrige Sauna noch heute ein Tabu. In Deutschlan…

Videospiel-Review: The Maw

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Bild: mawgame.comAm Zahn der Zeit. Da befindet sich The Maw in vieler Hinsicht. Wenn Nintendo mit Knuddeloptik den Videospiele-Markt regiert und mit den Spielen für Jedermann mächtig Kohle scheffeln kann, muss das auch auf anderen Plattformen drin sein. Aber das war mit Sicherheit nicht die Absicht der independent Schmiede Twisted Pixel, als sie The Maw für das Downloadportal XBOX Live Arcade programmierten. Das Action-Adventure-ähnliche Knobelspiel verfolgt aber ähnliche Mechaniken wie die eines Casual-Games der neusten Wii-Generation. Dabei kommt es aber ohne großartige neue Controller aus, und spielt sich auf der XBOX 360 so geschmeidig und einfach, dass tatsächlich Jedermann, und vor allem jede Frau von dem Knuddelcharme geködert, das Spiel auch erfolgreich bestreiten kann. Ohne Vorurteile schüren zu wollen; es ist doch immer noch etwas besonderes wenn Fräulein auch Spaß am Spielen hat.
Zum eigentlichen Spiel. In The Maw spielt man den Alien Frank, und seinen neuen blobartigen Fre…