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Posts mit dem Label "LP-Review" werden angezeigt.

Vincent von Flieger - "Mechanisms of Maximalism". Songwriter-Musik zwischen Indie und Electro-Soundscapes //Album-Rezension

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  Vincent von Flieger - "Mechanisms of Maximalism" VÖ: 30.6.23 via: Ghost Palace / Cargo // "I was static / now I'm movement / after setback / comes improvement." Vincent von Flieger ist ein Songwriter, der interessante kleine Gedanken irgendwie ohne sie aufzublasen groß machen kann. Da sind dann sogar mal simple Reime irgendwie gefällig. Man hört seiner nachdenklichen, träumerischen Songwriter-Platte an, dass er viel unterwegs ist. Mit seinen Füßen und in seinem Kopf. Seine Stimme bewegt sich da in unterschiedlichen Sphären, oft geht es in Richtung Bon Iver , manchmal wird es aber sogar ein wenig folkig und er klingt plötzlich wie einer von Mumford & Sons . Das sind nicht die schlechtesten Assoziationen, die man mit einer Stimme haben kann. Vor allem, wenn er sein Album " Mechanisms of Maximalism " stark auf seiner präsenten, variablen Stimme stützt. Drum herum arrangiert der Nürnberger mal geschmeidige elektronische Soundscapes, mal nur ein biss...

Jonas Bolle - "Fühlt sich so an". Düster-Pop aus Stuttgart. //EP-Rezension.

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Jonas Bolle - "Fühlt sich so an" VÖ: 22.4.22 via: Odyssey Music Network // Jonas Bolle ist ein Künstler aus Stuttgart. Er ist daheim auf der Bühne, ob im Theater, Schauspiel oder mit der Musik. Seine neue EP " Fühlt sich so an " ist ein spannender Mix aus Düster-Pop, Trip-Hop, Avantgarde und Lofi. Textlich persönlich, klar verständlich intoniert, verwoben getextet. Es sind vier Titel, die für spät nachts gemacht sind. Auch wenn's jetzt wieder wärmer wird, müssen diese wenig fröhlichen Songs sich nicht im hintersten Eckchen verstecken. Die Klänge sind jetzt nämlich nicht besonders kalt oder kühl, voll und warm ist das aber auch nicht. Es hat etwas Sphärisches. Unaufgeregt nachdenklich unaufdringlich. Ich empfehle das unvoreingenommene Hören. Diese etwa 16 Minuten deiner Zeit wirst du schon nicht bereuen. 7/10 Punkte Für Freunde von : Thom Yorke, Massive Attack, Hundreds, Cartograverse -- --

Thrice - Horizons/East. Post-Something zwischen Jawbreaker, Neurosis und Beatles. //Album-Rezension.

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  Thrice - "Horizons/East" VÖ: 8.10.2021 via: Epitaph // Thrice . Wer MYINDIEMIND.de schon länger liest, weiß dass jeder Thrice-Artikel hier ziemlich befangen ist. Aber was soll ich sagen? Als Fan der ersten Stunde - zumindest wie das im Jahr 2002 in Deutschland mit 15 möglich war - ist man vielleicht auch etwas kritischer, sollte mal nicht der Nerv getroffen werden. Oder? Eigentlich muss ich das nicht bei jedem Release des kalifornischen Quartetts erklären: Klar, klingen die vier Herrschaften - Kensrue, Teranishi und 2 x Breckenridge nach 23 Jahren gemeinsamem Musizieren nicht mehr wie vier Kids vom Skatepark. Wer den ersten drei Alben nachtrauert, hängt halt in einem anderen Genre ab. Und genau da sind wir eigentlich wieder beim Thema. Bands kümmern sich selten um das Genre in das sie Fans oder Journalisten gerne stecken. Thrice offensichtlich gar nicht. Stetig kommen von dieser US-amerikanischen Band neue Alben, die sich an einer breiten Vielzahl an vermeintlichen Rock-Sp...

Australisches Metal-Hardcore-Prog-Crossover: Deadlights - "The Uncanny Valley". //Album-Rezension.

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  Deadlighs - "The Uncanny Valley" VÖ: 21.5.2021 via: Greyscale Records Ich könnte jetzt gut den Hobby-Rentner raushängen lassen und erzählen: manche Dinge sind Fluch und Segen zugleich. Genau wie diese Streaminganbieter - wie Spotify. Einerseits bekommen Künstler von diesen Plattformen erschreckend wenig für ihre Werke gezahlt, andererseits spült der Algorithmus schon immer wieder einmal richtig gutes Zeug in die Playlisten der Nutzer. Ich könnte aber auch erzählen, dass ich im Sommer eine richtig gute Band aus Brisbane, Australien, durch Zufall entdeckt hatte und seitdem meine Ohren an dieser hängen geblieben sind. Ich erzähle jetzt beide Geschichten nicht. Deadlights hängen grob mit anderen Matelcore-Bands aus 'Stralia in einem Internet-Klüngel rum, deshalb bin ich auf ihr neustes Werk " The Uncanny Valley " geschubst worden. Was eine sehr große Freude darstellt und dafür sorgt, dass ich dieses Album - wenn auch reichlich spät - einer Leserschaft vorstellen ...

"Teatro d'ira - Vol. I" von Måneskin. Oder warum ich irgendwie froh bin den Eurovision Song Contest angeschaut zu haben. Oder wann hätte ich bitte italienischsprachigen Alternative-Rock gehört? //Album-Rezension.

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Måneskin - "Teatro d'ira - Vol. I" VÖ: 19. März 2021 via: Rca International (Sony Music) Ich bin ganz froh, dass Måneskin beim Eurovision Song Contest mitgemacht haben. Der europaweite Popmusik-Contest wurde am 27. Mai, inmitten der Corona-Pandemie live in Rotterdam veranstaltet und im Ersten übertragen. Ich bin auch irgendwie froh, dass in Italien aktuell so eine kantige Rockband die Charts krönen kann.  Und wann bitte habe ich das letzte Mal Musik in italienischer Sprache gehört? Diese Frage kann ich mir nicht beantworten. Ich verstehe die Sprache nicht, normalerweise höre ich vorwiegend gerne Musik, deren Inhalte mich - neben der musikalischen Wucht - auch inspirieren können. Deshalb suche ich jetzt auch keine italienischen Bands raus, die Måneskin erklären könnten. Zwei englischsprachige Songs haben sie auch auf ihrem aktuellen Album "Teatro d'ira - Vol. I". Die sind auch gut, aber ich bin froh, dass ich sie zu erst auf Italienisch gehört habe. Ich muss...

While She Sleeps - "Sleeps Society". Die Pop-Metalcore-Crossover-Formel sitzt. Zündet. Verliert sich dann ein wenig über die Albumlänge. //Album-Rezension.

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  While She Sleeps - "Sleeps Society" VÖ: 16.4.2021 via: Spinefarm (Universal Music) While She Sleeps aus Sheffield haben sich in den letzten zehn Jahren zu einer Konstante der Metalcore-Szene gemausert. Die Engländer hatten mit ihrem Debüt " The North Stands for Nothing " 2011 den Grundstein dafür gelegt, was jetzt einen eigenen Fanclub hat und weltweit funktioniert. Moderner Metalcore, den man in den 90ern sicherlich Crossover genannt hätte. ("Systematic" kann schon mal an Static X erinnern). Ich muss es nicht sagen, Nu Metal ist zurück. In jeder aktuellen Metalcore-Veröffentlichung scheint eine Zeit von vor 20 bis 30 Jahren wieder aufzuleben. Das ist gewiss nichts Schlechtes. Es passt vor allem wunderbar in das breit aufgestellte Sound-Vehikel von While She Sleeps. Ja da passt auch das Pop-Punk-Featuring von Sum 41s Deryck Whibley perfekt ins Gerüst. Höhepunkte hat das neue 2021er Album vor allem wenns theatralisch, gänsehautstrapazierend wird.  Sprich...

Inspired by Illusions mit "Initio". Neue Post-Rock-Musik aus Ludwigsburg. Vielleicht auch aus dem Weltall. //Album-Rezension.

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  Inspired by Illusions - "Initio" VÖ: 12.3.2021 via: diy // "Initio" heißt das Debüt-Album von Inspired by Illusions aus Ludwigsburg. Es beinhaltet sechs Titel, 40:13 Minuten Spieldauer. Man muss jetzt nicht unbedingt Latein in der Schule gehabt haben, um zu begreifen, dass das sowas wie "Anfang" bedeutet. Google-Translate sagt "anfänglich". Ergibt Sinn, für eine erste Veröffentlichung. "Initio" ist komplett instrumental. Zwischen Post-Rock, Post-Metal, Progressive-Rock und Ambient entfalten sich spannende gesanglose Musikstücke und wenn man ganz laut macht: Welten im Kopf. Hier wird zwar nichts von Grund auf neu erfunden, aber die vier Musiker verlieren sich nicht in unendlichen Sphären, auch wenn das Weltall, der Kosmos thematisch zu sein scheint. Die Musik von Inspired by Illusions scheint sich stetig nach vorne zu bewegen. Mal verträumt nachdenklich, dann wieder kantig, rhythmisch. Selten ist instrumentaler Post-Rock so griffig un...

Architects - "For Those That Wish To Exist". Ein Neuanfang mit einer für diese Band sehr untypischen Zutat. //Album-Review.

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  Architects - "For Those That Wish To Exist" VÖ: 26.2.2021 via: Epitaph Records // Architects . Die Band aus Brighton bedarf eigentlich keiner Vorstellung mehr. Bestimmt hat sie sich mittlerweile aus dem Schatten anderer britischer Metalcore-Ikonen gespielt, über Alben hinweg zig nachkommende Bands mit ähnlichem Sound herangezogen, beeinflusst, eine Metalcore-Generation nahezu geprägt. Für mich persönlich war die Band an sich immer interessant, auch vor allem wegen ihrer tragischen Geschichte, dem Tod eines Bandmitglieds, der musikalischen Verarbeitung dessen und dem ungebrochenen Geist und Willen weiterzumachen. All das beiseite haben mich Architects die letzten vier bis fünf Alben allerdings musikalisch nicht mehr richtig gekriegt. Ultraprofessionell wurde da eine Formel über Jahre abgefeiert. Für den jungen Musiknachwuchs war das der Inbegriff von Musik, für mich bedeutete das Langeweile. Vom technischen Math-Metalcore des Debüts "Nightmares" von 2006 war logisc...

Cartograverse. Spoken-Word Poetry mit deepen Lo-Fi-Tunes. Pärchen Wolfmumma und Jamie Nodoubt mit dunklen Gedanken für hellere Zeiten. //EP-Review.

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  Cartograverse - "Self Titled" VÖ: 27.1.2021 via: diy // Cartograverse . Aus Nord-Wales kommt düstere Musik, bisher war das im Myindiemind-Universum meistens Post Hardcore oder ähnliches, bis jetzt. Das Pärchen Wolfmumma und Jamie Nodoubt verbinden düstere Lofi-Musik mit nachdenklichen, rhythmisch gesprochenen Gedichten. Wer wenig mit Spoken-Word-Musik anfangen kann, oder wem das meistens irgendwie zu stressig ist, der sollte Cartograverse trotzdem eine Chance geben. Es wird hier nicht so offensiv wie bei Listener und auch nicht so anstrengend wie bei Kate Tempest. Hinter Cartograverse und Jamie Nodoubt steckt der ehemalige Sänger der Post-Hardcore-Screamo-Band Bastions , der nach seinem Düster-Rap-Projekt Sleep Beggar nun auch mit Cartograverse und seiner Partnerin Wolfmumma moderne zeitgenössische Poetry vertont. Musikalisch werden die nachdenklichen Zwiegespräche der weiblichen und der männlichen Perspektive untermalt von Lo-Fi und Trip-Hop inspirierten Tönen. Die "...

Ein Debütalbum von einer Band aus dem Süd-Westen, das wir so nicht haben kommen sehen. Sperling - "Zweifel". //Album-Review.

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  Sperling - "Zweifel" VÖ: 22.1.2021 via: Uncle M // Sperling . Eine Band mit einem Albumdebüt namens "Zweifel". Aus Mannheim und dem Hunsrück, da im Südwesten zwischen der Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg kommt neue Musik, die wir nur auf den Schirm gespielt bekommen haben, dank des vertrauenswürdigen Labels, zwischen Münster und Norddeutschland, Uncle M. Im Pressetext steht der Sperling als einer der wenigen Vögel beschrieben, der überwintert, ausharrt bis alles wieder besser, schön und warm wird. Deshalb der Name der Band. Man merkt schon, da steckt in jedem Wort ein Gedanke und eine Geschichte. Sperling sind fünf junge Herrschaften, die Post-Hardcore mit Sprechgesang und Deutschrap vermischen. Musikalisch und gesanglich rangiert das zwischen Heisskalt, La Dispute, Casper. Rein musikalisch, blendet man die Vocals aus, finde ich in den härteren Ecken des Albums sogar Passagen, die mich an Versus The Mirror erinnern. Nehmen wir all das und den Zusatz eines Cello...

Von komplexem Innenleben und dem Mut zu Raum in der Musik. Seahaven - "Halo of Hurt". //Album-Review.

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  Seahaven - "Halo of Hurt" VÖ: 20.11.2020 via: Pure Noise // Seahaven . Die vier Musiker aus Los Angeles hatten die vergangenen sechs Jahre immer mal wieder Zweifel hinterlassen, ob die Post-Hardcore-Band jemals wieder neue Musik veröffentlichen würde. Dann kam im Oktober vergangenen Jahres die Single "Moon" und die Neugierde auf mehr war geweckt. Jetzt sprechen wir über das gesamte neue Werk, das Album dazu. "Halo of Hurt". Mit einem leeren Brummen bahnt sich das Album gemächlich den Weg. Düster, mit viel Raum für Stille, finstere Gedanken und getragene Rhythmik, die einen fallen lässt und immer wieder aufnimmt. Vocals, die sich einschmeicheln können und einen ebenso verzweifeln lassen können. Hier ist ganz viel da, vor allem was über den Mut entsteht, der Musik Raum zu lassen. "I don't belong here", "Void", "Living hell",  allein die Songtitel sprechen Bände, dass das hier kein positives Album ist, und genau das macht e...

Svalbard - "When I die. Will I get better?" Zwischen zerbrechlicher Harmonie und brutalem Hardcore. //Album-Review.

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  Svalbard - "When I die. Will I get better?" VÖ: 25.9.2020 via: Holy Roar Records Svalbard sind eine dieser britischen Bands, der man die Kälte anmerkt - das schlechte Wetter, aber auch die gesellschaftlichen Herausforderungen und vor allem die soziale Kälte. Auf "When I die. Will I get better?" geht es um Gerechtigkeit, Gleichstellung von Unterschiedlichen, von Frau und Mann und der einfachen Erkenntnis: Frauen sind kein Lustobjekt. Themen, die in dieser Ecke des Hardcore, Screamo und vermeintlichem Post-Black-Metal, Crust-Punk und Power Violence gerne bearbeitet werden. Doch Svalbard haben den Vorteil dabei authentisch zu sein. Sängerin und Gitarristin Serena Cherry trägt da einen Großteil dazu bei. Eine Frau kann solche Themen logischerweise aus erster Hand bearbeiten. Da fällt das Mansplaining mal eben weg. Musikalisch verpackt Svalbard das in einen dynamischen Bastard aus brutalem Hardcore, der sich im Metal und Power Violence und Screamo bedient und federt d...

Leitkegel - "Bis zum Ende". Drei Songs, drei Gefühlswelten, drei Gesichter einer Band. //EP-Rezension.

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Leitkgel - "Bis zum Ende" VÖ: 28.8.2020 (digital) 13.11.2020 (Vinyl) via: Broken Silence / Lala Schallplatten Leitkegel spielen Punk, Hardcore, Emo, Indie und Post Hardcore, singen deutschsprachig, mehrstimmig. "Bis zum Ende" ist eine eigenständige neue EP, die ganz gut als Fortsatz ihres letzten Albums "Wir sind für dich da" funktioniert. Allerdings funktioniert "Bis zum Ende" auch verdammt gut als Schaulaufen einer Band, die viele Genre kennt, sie nie benennt und treffsicher zwischen laut und leise, Kraft und Lethargie, Leichtsinn und Scharfsinnigkeit wechselt und deren Wechselwirkungen inszeniert. Wer Leitkegel noch nicht gehört hat, der findet mit "Bis zum Ende" den perfekten Einstieg. Denn jeder Song zeigt ein komplettes Gesicht dieser Band. Titel eins "Du Hörst mich nicht" startet ruhig, baut sich auf, bricht aus. Kein neues Rezept, aber mit dieser Fallhöhe und in dieser Tiefe selten erreicht. Titel zwei "Das darf m...

Deftones - "Ohms". Diese alten Herrschaften wissen eben wie die Gratwanderung zwischen Modern Metal und Post-Something funktioniert. //Album-Rezension.

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  Deftones - "Ohms" VÖ: 25.9.2020 via: Reprise Records / Warner Records Deftones muss ich nicht erklären. Oder? Okay, der Vollständigkeit wegen. Die Band aus Sacramento, Kalifornien, um Stimme Chino Moreno, wurde in den Neunzigern immer dem Nu Metal zugeschoben. Dabei waren Deftones immer schon progressiver und unterschiedlicheren Genres offener, als viele Kollegen des Crossover-Genres Nu Metal. Klar, Crossover sagts schon: All over the Place und die Genregrenzen sind Journalistengemacht und lösen sich täglich weiter auf. Doch im Falle von Deftones möchte ich noch viel mehr von einem Band-typischen Sound sprechen als von einem Genre. Denn kaum eine Band prägt die aktuellen Modern-Metal- und Metalcore-Ausbrüche vermeintlich junger Bands mehr als das was diese Band um Chino Moreno. Dabei tut sie eben das was sie schon seit Anbeginn macht: sich neu erfinden, doch den eigenen Sound immer unverkennbar beibehalten. Einprägsam war das 2010 mit Deftones' Album "Diamond Eye...

Hundreds - "The Current". Hamburg-Indie-Ambient-Dream-Pop at its best. Oder ist das dann Electronica mit Klanghölzern? //Album-Rezension.

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Hundreds - "The Current" VÖ: 27.3.2020 via: Embassy of Music / Tonpool Die Milner Geschwister, Eva und Philipp, sind mittlerweile seit über zwölf Jahren Hundreds . Vor einiger Zeit haben die beiden Hamburger ihren Live-Drummer Florian Wienczny in die Band eingebürgert und sind nun ein Trio. Musikalisch hat sich da über die Zeit spürbar nur verändert, dass alle samt sicherer und noch experimentierfreudiger wurden und inhaltlich eventuell etwas optimistischer als noch auf dem Vorgängeralbum. "The Current" ist das aktuelle und vierte Album der düsteren Electro-Pop-Band aus dem Norden. Ich erinnere mich immer wieder gerne daran, als ich zu Studienzeiten in Hannover bei einem kleinen Festival namens Bootboohook in der Live-Location FAUST auf einer kleinen Nebenbühne Hundreds das erste Mal erhaschte. Wie dieses Blog-Archiv belegt, war das 2010 . Damals hatte ich schon gemeint, die hätten Großes verdient. Mittlerweile ist die Band recht erfolgreich - für Indie-Pop in Deuts...

O'Brother - "You and I". Neues von der Band, die jeden immer wieder überrascht, weil sie niemand wirklich auf dem Schirm hat. //Album-Rezension.

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O'Brother - "You and I" VÖ: 01.05.2020 via:  CMND CNTRL / Favorite Gentlemen O'Brother, für jeden, der die US-amerikanische Band aus Atlanta nicht kennt, spielen ein spezielles Blend Post-Rock. Mit immer häufiger, aber dezent eingesetzten Elektro-Elementen und Trip-Hop-Anleihen. Mit ihrem 2020er Album "You and I" melden sie sich düster-atmosphärisch zurück. Mal sphärisch, mal druckvoll. Sänger Tanner Merritt besticht mit seiner unverkennbaren Stimme, die irgendwo zwischen Thom Yorke (Radiohead), Dustin Kensrue (Thrice) und John Baizley (Baroness) rangiert. Was eine Range! Willst Du da alleine bei diesem aberwitzigen Namedropping schreien. Und ja genau das ist es eben. O'Brother bedienen nicht nur gesanglich sondern gesamtmusikalisch eine wahnsinnige Bandbreite, die sich von bedächtig ruhig, dynamisch-progressiv in tosend laut wandeln kann, wie kaum eine andere Band. Noch mehr Namedropping? Auf dem Song "Halogen Eye" ist Simon Neil von Biffy C...

Is this a new beginning, or are we close to the end? Gute Frage. Enter Shikari - "Nothing Is True & Everything Is Possible" //Album-Rezension.

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Enter Shikari - "Nothing is True & Everything is Possible" VÖ: 17.04.2020 via:  SO Recordings / Silva Screen Records Limited "Nothing is True & Everything is Possible". Kaum ein Titel passt besser in unsere Zeit. Alle Ungewissheiten, zwischen Falschmeldungen, Hetze und Verschwörungstheorien. Enter Shikari aus St Albans bei London waren schon immer ein Meister der politisierenden Krawallmusik. Auch auf dem neuen Album schwingt Gesellschaftskritik mit, im Clown-Zelt, auf der Hardcoreshow und der Straße. Das und alles dazwischen findet hier innerhalb von 15 Songs statt. Das ist ein Album das weh tut, dass es in einer solchen Krise erscheint. So ein Album will laut im Club, bei einer Live-Show gefeiert werden. Die Abriss-Parabel möchte ich jetzt gar nicht bemühen. "We're Apocaholics drinking Gin and Tonics." Tja und wenn wir beim Trinken gestörte werden gehen wir auf die Straße demonstrieren, weil unsere Freizeit eingeschränkt wird. Ohne...

Hat nichts mit Tocotronic zu tun. Leitkegel - "Wir sind für Dich da". //Album-Rezension.

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Leitkegel - "Wir sind für dich da" VÖ: 13.12.2019 via: LaLa Schallplatten / My Favourite Chords / Broken Silence 1247 Facebooklikes, 8 Alben/Veröffentlichungen auf Bandcamp, fast 9 Bandlebensjahre auf dem Buckel. Leitkegel aus Essen (respektive Düsseldorf und Ravensburg) sind an Zahlen kaum zu messen, denn unterschätzen sollte man diese nicht. Weil ich jetzt keine krasse Überleitung schreiben will: 9 Songs mit insgesamt 32 Minuten sind auf dem neusten Album von Leitkegel drauf. Vier Herrschaften, zwei Daniels, ein Sebastian und ein Hendrik stehen dahinter. Musikalisch "spielen (Leitkegel) das was Du hören willst". Hits in deutscher Sprache. Nicht dem Mainstream tauglich. Einflüsse sind da Emocore der 90er, kontemporärer Indie-Rock und Hardcore-Punk und Prog-Rock. Einmal quer durch den Gemüsegarten, wie man so schön sagt, wenn man tief in die Floskel-Tonne reinspringt, versteht sich. Frontmann Daniel weiß mit Worten umzugehen, und diese sind oberflächlich ne...

Mindead. Die Ludwigsburger Metal-Institution mit neuem wegweisendem, selbst-betitelten Album. Alte Lasten werden erdrückt und ein neuer Sound gefunden. //Album-Rezension

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Mindead - "Mindead" VÖ: 6.12.2019 via:  Metalapolis Records Mindead. Eine Ludwigsburger Band, die im Großraum Stuttgart seit sechzehn Jahren eine gesetzte Nummer im Metal-Zirkus ist. In den letzten Atemzügen des vergangenen Jahres haben die fünf Musiker dieses Album, das nur den Namen "Mindead" trägt, auf die digitale Gemeinde losgelassen. Schnell sprach sich rum, dass da etwas Größeres auf uns zu kommt. Als nicht gigantischer Metalfan kenne ich Mindead vor allem wegen diesem einen Song. "Dark Places" läuft hier um Stuttgart früher oder später in jeder Metal-Disse. Klar ist das ein guter Song, aber der funktioniert nach klassischem Nu Metal Strickmuster. Kein Wunder, das erste Release des Songs war 2008 und wurde ganz schön lange mitgeschleppt. Auf dem neuen Album von Mindead sind alle Songs neu. Und ihre Stärken spielt die Band vor allem dann aus, wenn das klassische Muster durchbrochen wird. Und das geschieht auf "Mindead" regelmäßig....

Feral Sofía - "Desert Ride". Von Buenos Aires über Stuttgart in die Welt. //Album-Rezension.

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Feral Sofía - "Desert Ride" VÖ: 3.10.2019 via: Inlé Records Feral Sofía ist eine Solokünstlerin aus der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Durch die dortige Musikszene hat sie sich in unterschiedlichen Formationen durchgespielt. Unter anderem in der Post-Punk-Band Las Kellies. Mit dieser tourte sie durch den Rest der Welt, auch durch Europa und irgendwie blieb sie dann hier hängen. Über das neue Stuttgarter Label Inlé Records veröffentlicht sie jetzt ihr Solo-Debütalbum "Desert Ride". Das beinhaltet über 30 Minuten neun Titel, die hypnotischer kaum sein könnten. Sie entwickeln einen schleppenden Sog, der einen durch diese halbe Stunde quasi hindurch reicht. Dabei passiert mit simplen Mitteln recht viel, immer wieder schieben sich Melodien in die Gehörgänge und die vordergründig produzierten Basslinien sorgen für den anhaltenden Drive. Es ist ein spezielles Album, das sich lohnt gehört zu werden. Bei längeren Autofahrten immer und immer wieder. Das Al...