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Es werden Posts vom September, 2013 angezeigt.

Der Meister des Pathos ist zurück. Erwachsener, mit viel Seele, Post-Indie und Sprechgesang. Casper. "Hinterland".

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Da ist es, das neue Werk von Casper und seiner Band. Mit "Hinterland" wird klar, Casper ist nicht nur ein Rapper. Er ist der Kopf seiner Band. Sein neues Album lebt nämlich hauptsächlich von der grandiosen Musik, der Musiker hinter seiner kantigen Stimme. Zwischen Post-Rock, Indie und Jam-Band ist hier zusammen mit dem Rapper großes komponiert worden. So fühlt sich dieses Rap-Album an, als wäre es von Bruce Springsteens Sohn, der gerne singen könnte.

Aus der Not wird schnell die Tugend, so vermengt Casper harmonische Lieder mit anspruchsvollen Texten, in kantigem Sprechgesang vorgetragen.

Benjamin Griffey, aus den USA und Ostwestfalen, ist erwachsener geworden. Unter dem Namen Casper hat er mit dem Vorgängeralbum "XOXO" fast alles seiner Jugend, seine Verluste, das große Drama verarbeitet. "Hinterland" ist weniger traurig, weniger biestig. Es ist verträumt und voller Sehnsucht. Hier hat der Rapper die Luft sich selbst zu zitieren, bewegte Melodien zu besi…

Schafe, Wölfe, Rap, Elektro, Indie und Ostwestfalen, Baden und Württemberg. Duo Schafe & Wölfe mit "Katzen & Jammern". Häh, was jetzt?

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Eine Überschrift, die sich liest wie eine Tag-Cloud. Ein Song-Titel, der sich liest wie eine Fabel. Eine Band, die sich anhört wie Schafe & Wölfe. Na, zumindest wenn man davon ausgeht, dass ein Schaf neben mäh mäh auch singen kann, und ein Wolf anstatt zu jaulen kratzig daherrappt.

Das Duo aus Lemgo, dessen Wurzeln eigentlich in Karlsruhe und Reutlingen liegen, schickt sich an zu beweisen, dass im Rap noch nicht alles gesagt, und im Elektro-Indie-Pop noch nicht alles gedudelt ist. Mit ihrem aktuellesten Song "Katzen & Jammern" deutet sich schon an, dass da ein schönes Album draus werden könnte.

Ihren Langspieler haben die zwei mit Norman Kolodziej aufgenommen und produziert. Der ist bekannt als Der Tante Renate und als eine der zwei Hälften von Bratze. Außerdem mischt er schon seit ungefähr immer beim Label Audiolith mit. Zwar hat die Platte noch kein Veröffentlichungsdatum, aber trotzdem sollte der Ausblick auf Kollaborationen mit Strizi von Frittenbude oder Egotro…

Neun Briten, zwei Bands, vier Songs. Departures und Moose Blood. Die neue geteilte EP.

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Ja, Emotional Hardcore hat schon lange nicht mehr so viele ansprechende neue Bands hervorgebracht. Gerade in England und dem restlichen alten Königreich scheint sich täglich eine neue Emo-Band zu gründen. Wenn die so gut sind wie Moose Blood, dann ist das auch eine schöne Angelegenheit. So erinnern die doch stark an die späten Neunziger. Und früher war doch alles besser.

Zusammen mit der schottischen Band, Departures, haben sie nun eine neue Split EP gedeichselt. Die beinhaltet zwei brandneue Songs jeder Band. "A Song For The Sunset" und "Closing Doors" auf Seiten der Schotten und "Stay Here" und "Girl" bei den Engländern Moose Blood aus Brighton.

Departures legen mit etwas mehr nordischer Härte vor. Sind aber verspielt genug um den Emo in ihren Hardcore rein zu lassen. Machen nicht auf dicke Hose, verzweifeln und zweifeln lieber. Moose Blood, geografisch an der südlichen Küste Englands angesiedelt, ganz am anderen Ende von Großbritannien, gehen…

Zutaten zur Politsuppe.

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Die Verpackung ist schon ab. Die gelben Säcke sind auf die Straße gebracht. Deutschland hat gewählt. Die ungreifbare Suppe namens Politik ist weiterhin arg verwässert. Die selbe Omi darf sie anrühren. Gut ziehen lassen und lange abwarten. Dann wird aus ein paar Möhren, und Grünzeug auch irgendwann ein leckeres Essen. Vorausgesetzt man mogelt  ein bisschen Fleisch-Inhalt in die Brühe. Dazu benötigt man ein bisschen schwäbische Hinterlistigkeit. Maultäschle, oder sogenannte Herrgottsbescheißerle sorgen dafür. Aber eine christliche Suppenköchin bescheißt leider immer nur die falschen. Nicht die Großen, die mit Geld. Denn was fehlt unter diesen Zutaten auf dem Bild? Wasser? Ja. Brühwürfel? Ja, die auch.

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Stimmt! Die Eier.

Weltfriedenstag versus Wahlkampf, Bundestagswahl und Fußball. Aufgewacht aus der Entpolitisierung?

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Heute ist Weltfriedenstag (International Day Of Peace). Morgen ist Bundestagswahl. Übermorgen marschieren wir weiter in den Krieg. Ist es nicht paradox? Ja. Weil es niemanden interessiert.

Angela Merkel hat es geschafft. Sie hat die Bundesrepublik Deutschland von der Politik befreit. Es war ein harter Kampf. Über zwei Legislaturperioden, sprich acht Jahre hat sie uns zermürbt. Das allgemeine politische Desinteresse nahm über diese Zeit hinweg stetig zu. Heute interessiert es niemanden mehr.

Nicht einmal die Fußball-Bundesliga. Sonntag ist ganz normaler Spielbetrieb. Tut das der Wahlbeteiligung gut? Glaubt wirklich jemand daran, dass Fans die zum Auswärtsspiel nach Stuttgart oder Freiburg pilgern, vorher noch in Frankfurt oder Berlin zur Wahlurne gehen. Dann wenn es nicht um den neuen Vereinsvorsitzenden geht?

Der breiten Gesellschaft scheint die Politik am Arsch vorbei zu gehen. Selbst der größten Sportliga im Land.

Nun sollen wir sie wieder wählen, diese Merkel. Weil "wir sie do…

Soul Punx im Stuttgarter Westen. Letlive. waren zusammen mit Night Verses und The American Scene im JuHa. So schön war das.

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Nicht nur, dass Jason Aalon Butlers Bart immer länger wird, er und seine Band, diese letlive. Soul Punx werden mir immer sympathischer. Oft ist es ja so, dass wenn man mit ziemlich großen Erwartungen zu einer Show geht - man nur enttäuscht werden kann. Ich wusste, dass letlive. ein Live-Brett sind, und habe meine kleine Urlaubsreise extra so gebucht, dass ich zum Konzert in Stuttgart wieder in der Heimat bin. Fanboyistisch gar. Keine Bange, ich habe keine Bleistiftzeichnungen meiner Idole angefertigt. Habe auch keine Kerrang-Poster der Herrschaften in meinem Teenie-Zimmer. Aber ist das nicht schön, dass auch nach einer Übersättigung von Bands und Live-Gigs immer noch Bands für Freude sorgen können?

Da waren die Erwartungen schon vor der Show am Freitag hoch. In einem kleinen Laden wie dem wunderbar heimeligen Jugendhaus West in Stuttgart musste die Band einfach überzeugen. Das ging gar nicht anders. Oder?

Zunächst aber durften zwei Mitbringsel aus den USA die Bühne für die Herrschaft…

Kapitel 7 singt "Über Leben", Sehnsüchte und über elektronische und akustische Klänge drüber.

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Oft ist das siebte Kapitel eines Buchs das spannendste. Oder zumindest sagt mir das meine Intuition gerade. Denn da müsste der dritte Plot-Punkt gerade seinen Höhepunkt erreichen. Die letzte überraschende Wendung vor dem großen Showdown. Kapitel 7 klingen wie die Ernüchterung nach diesem alles in Frage stellenden Ereignis.

Aus dem Alltag gerissene Gedanken, die den Lärm aussperren. Diesen mit Akustik-Gitarre und verträumten Elektro-Welten ersetzen. Im Mittelpunkt der Musik die kantige, verzweifelte Stimme von Frontmann Gavin Karlmaier. Ursprünglich hatte der Kölner sein Musikprojekt alleine gestartet. Über die Zeit wuchs seine Lidermacherei und gewann an Substanz. Nun ist Kapitel 7 eine vierköpfige Band unter der Federführung des Songschreibers.

Musikalisch fasst die Band sich in fünfzehn Minuten und drei Songs auf der neusten EP "Über Leben" zusammen. Dabei gibt es Halb-Hymnen, Halb-Balladen, und ganze Songs. Allesamt erinnert von dem musikalischen Grundgerüst an den Brite…

Musik aus der Soundcloud. Kafka Tamura mit erster EP "Somewhere Else".

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Die beiden deutschen Musiker und Freunde Patrick Bongers und Gabriel Häuser stoßen im vergangenen Jahr über den Internet-Dienst Soundcloud auf Songskizzen von Emma Dawkins. Die 16-jährige Engländerin geht in Southampton zur Schule, fängt mit 13 an eigene Lieder zu schreiben und stellt davon Demos online. Ein paar E-Mails gehen ins Land und schon wandern die ersten Gesangspuren von England nach Deutschland. Der Song „Somewhere Else“ entsteht.

Im Januar 2013 trifft die neue Band Kafka Tamura sich dann das erste Mal in Southampton. Hier enstehen Pläne für weitere Aufnahmen und ein Video. Später spielen die drei gemeinsam Konzerte in England und Deutschland. Das Video zu „Somewhere Else“ sammelt innerhalb weniger Wochen mehr als 70000 Views. Auftrieb für weitere Songs.

Auf seiner ersten EP bettet das Deutsch-Englische Trio den gemeinsamen Erstling "Somewhere Else" in zwei weitere Songs. Stilsicher agieren die beiden Deutschen dabei mit getragener Electronica, die Emmas unglaubl…

Neues zusammengeflickt aus From Autumn To Ashes, Thursday und Glassjaw. Get Involved! mit erstem Song.

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Mit ihrem ersten Song "Apathy" erwecken die fünf Amerikaner in Get Involved! doch gleich mal eine neue Hoffnung für künftigen Screamo. In einem Mix aus Metal, Post Hardcore und New Wave scheinen alle Einflüsse der Künstler und ihrer vergangenen Bands in einem wahnwitzigen Cocktail zusammen zu laufen. Gerne mehr davon.

Get Involved! sind Brian Deneeve, ehemals Gitarist bei From Autum To AshesDerrick Karg, Tucker Rule, ehemals Drummer bei Thursday,  Lars Weiss von der NYC-Hardcore-Band Judge und Todd Weinstock, der mal bei Glassjaw die Axt schwingen durfte.

Die Debüt-EP "Silk Cuts" soll noch diesen Winter erscheinen. Vorab gibt es den Song "Apathy" als kostenlosen Download auf der Webseite der Band. gtnvlvd.com

Folkiger Punk-Rock im Juha West: Apologies, I Have None & The Smith Street Band

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Das muss man sich mal vor Augen führen: GTA V erscheint und im Juha West in Stuttgart findet frech ein Konzert statt. Da habe ich mich also vor den Fernseher gesetzt und musste mich wundern, wie klein die Schrift doch ist. Und für das Fadenkreuz, in Wirklichkeit nur ein winzig kleiner Punkt, bräuchte man fast einen weiteren Hinweis, damit man es entdeckt. Bevor die Augen also komplett den Geist aufgeben, lieber mal los zum Konzert.
Apologies, I Have None sowie deren Tourbegleiter The Smith Street Band machten einen Stopp in Stuttgart. Weder vom mächtig kalten Wetter, noch von GTA V ließ sich das Publikum fern halten. Die hatten bestimmt die gleichen Probleme mit der Darstellungsgröße im Spiel und wollten Frust abbauen. Nun aber genug mit den Vergleichen zu dem ganzen Zockerkram.
Einigermaßen pünktlich hauten die Australier von der "Street Band" in die Klampfen und bezauberten mit fetzig-ehrlichem Punk-Rock und witzig-ehrlichen Worten. Die Folk-Einflüsse, von denen man auf di…

Listener mal live zugehört. In Stuttgart gesehen mit Stumfol und Perfect Youth.

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Es ist nicht normal, dass man das als Zuhörer mag, wenn einer einen die ganze Zeit zutextet. Listener aus Arkansas, USA wählen auf diese Art und Weise ihre Zuhörer schon mal indirekt aus. Der breite Südstaaten-Slang den Frontmann Dan Smith spricht, ist einerseits das Markenzeichen des Trios, andererseits auch für manches Ohr gewöhnungsbedürftig.

Wie eine breite, frenetisch vorgetragene Mundart zur Poesie werden kann ist beeindruckend. Stellt man sich vor das wäre Schwäbisch. Käme das in den USA live so an? Vielleicht. Wobei dort kaum jemand ein Tröpfchen Deutsch versteht.

Die Qualität, die die Band Live zu Tage bringt, ist alles andere als dürftig. Vergangene Woche spielten die bärtigen Herren im gut gefülltem Juha-West. Für einen Mittwochabend war das schon bemerkenswert. Hier war der Sound glasklar abgemischt. So kamen die harten Passagen des neuen Albums "Time Is A Machine" sehr viel mehr zur Geltung als schon von Platte.

Mit viel Wucht und Spielwitz überzeugten Listener…