Es sind die unwichtigen Dinge









Es sind die unwichtigen Dinge, die die Welt bewegen.

Wochenlang werden nun im Iran unschuldige Demonstranten von der Miliz unterdrückt. Bei friedlichen Demonstrationen wird mit scharfer Munition auf jugendliche Studenten geschossen. Die Bilder der verletzten Jugendlichen gehen durch die Zeitungen, doch keinen Leser in der westlichen Welt scheint das so richtig zu berühren.

Nun stirbt der betagte, vermeintliche King of Pop und alles weint.

Nachdem Micheal Jacksons Tod bestätigt war, wankte das Internet im Fundament. Der Webdienst Twitter hatte schwer zu kämpfen, mit der Flut von Beileidsbekundungen und geschmackloser Witze zum Ableben des ehemaligen Weltstars. In den USA waren laut Bericht von Zeit-Online viele Nachrichtenportale überlastet. Ganze Webseiten, die sich lediglich damit beschäftigen niveaulose Witze über den Verstorbenen zu sammeln, wurden ins Leben gerufen. Fast sämtliche Statusmitteilungen bei den sozialen Netzwerken sind mit Nachrichten über Micheal Jackson gespickt. Wichtige Themen scheinen die Mehrzahl der Internetnutzer nicht zu erreichen.

Wenn jemand wichtige Botschaften im Internet verteilt, dann Offizielle.

Um Petitionen und Anteilnahme und Botschaften zu tatsächlich wichtigen Ereignissen zu erlangen, muss man bei MySpace und Co schon einem offiziellem Profil einer politischen Organisation folgen. Wenn man dem MySpace-Profil des Webteams vom Europäischen Parlament folgt, weiß man auf einmal bescheid, darüber wie es um Hu Jia, die Freiheitskämpferin, die in China immer noch inhaftiert ist, steht. Außerdem erfährt man auch tatsächlich über die Ungerechtigkeit und Brutalität, die im Iran momentan herrscht, einiges. Wünschenswert ist die Entwicklung, dass viele offizielle politische Organisationen in die jungen Gefilde des Web 2.0 auch endlich Einzug finden, doch nun liegt es auch an den Usern dies wahr zu nehmen. Das Bildzeitungs-Niveau darf nicht für immer die Masse dominieren. Denn noch scheint sich die Öffentlichkeit auch nicht dafür zu interessieren, dass sich Deutschland in Afghanistan im Krieg befindet, und schon die ersten Opfer zu beklagen hat.

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