Australisches Metal-Hardcore-Prog-Crossover: Deadlights - "The Uncanny Valley". //Album-Rezension.

 

Deadlighs - "The Uncanny Valley"
VÖ: 21.5.2021
via: Greyscale Records

Ich könnte jetzt gut den Hobby-Rentner raushängen lassen und erzählen: manche Dinge sind Fluch und Segen zugleich. Genau wie diese Streaminganbieter - wie Spotify. Einerseits bekommen Künstler von diesen Plattformen erschreckend wenig für ihre Werke gezahlt, andererseits spült der Algorithmus schon immer wieder einmal richtig gutes Zeug in die Playlisten der Nutzer. Ich könnte aber auch erzählen, dass ich im Sommer eine richtig gute Band aus Brisbane, Australien, durch Zufall entdeckt hatte und seitdem meine Ohren an dieser hängen geblieben sind. Ich erzähle jetzt beide Geschichten nicht. Deadlights hängen grob mit anderen Matelcore-Bands aus 'Stralia in einem Internet-Klüngel rum, deshalb bin ich auf ihr neustes Werk "The Uncanny Valley" geschubst worden. Was eine sehr große Freude darstellt und dafür sorgt, dass ich dieses Album - wenn auch reichlich spät - einer Leserschaft vorstellen will. Deadlights haben darauf mehrsprachigen Gesang und eine musikalische Inszenierung zu bieten, die weit weg von Metalcore-Klischees funktioniert und beim Hören jedes Mal wieder mehr Bock darauf macht. "The Uncanny Valley", zu Deutsch: das unheimliche Tal, spielt in jedem Song mit der Frage ob es einen Gott gibt und beantwortet diese immer einnehmend mit einem klaren "Nein".  Auch wenn das nie so konkret ausgesprochen wird. Dabei schiebt hier auch niemand ein "aber" hinterher. Zu plakativ geht die Band dabei mit dem antireligiösen Gedanken allerdings auch nicht hausieren. Das macht das Album auch inhaltlich immer wieder interessant. Der Begriff Uncanny Valley beschreibt zudem frei nach einem japanischen Robotiker die Akzeptanz von Robotern oder Avataren, die beim Zuschauer immer höher zu sein scheint, desto menschenähnlicher, realistischer sie dargestellt sind. Das hat jener Herr Masahiro Mori laut Wikipedia in den 1970ern so ähnlich gesagt. Ich zu mindest bin der Meinung, dass wenn man sich vor diesem Hintergrund nochmals mit den Texten auf Deadlights Album befasst, eine relativ schlüssige Spinnerei dazu kommt. Solche Gedankengänge und Recherchen belegen wiederum, wie sehr mich dieses Album beschäftigt hat. Sehr. Und. Positiv.

9/10 Punkte

Für Freunde von: Poison The Well, Fear Before The March Of Flames, Architects, While She Sleeps, Periphery

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