Redcraving mit Volllängen-Debüt: "Mirroring", zwischen Harmonie und Krach.

Redcraving. (Fotoquelle: facebook)
Endlich mal wieder etwas Hartes mit Substanz, jauchzt das Herz der Musik-Journaille. Redcraving untermauern mit ihrem Debütalbum "Mirroring" die These, dass gehaltvoller, lauter Krach, der im Hardcore fußt und mit Englisch besungen wird, schon lange nicht mehr ausschließlich aus dem englischen Ausland, geschweige denn von Übersee kommen muss.

"Mirroring" ahmt nicht plump nach. Die Platte mag hier und da natürlich an Genre-Kollegen des (sagen wir mal grob) Post-Hardcore erinnern. Sobald wir das Stilgemisch nun schlussendlich als eigene Schublade festschreiben wollen. Aber das ist eine andere Baustelle.

Redcraving aus Berlin machen laute, mal brutal nach vorne preschende Musik, die durch stimmige Melodien und Harmonien aufklaren, wie ein wolkenbehangener Herbsttag, und die vereinzelten Sonnenstrahlen, die die Tristesse erhellen. All das ist mit sehr viel Herzblut und Gespür für dissonante atmosphärische Brüche geschrieben und inszeniert. Wie oft bei einem Debüt mit ausgewachsener Spieldauer könnte man natürlich erwarten, dass mal die Luft ausgeht - die oben angeführte Tristesse stellt sich aber keineswegs ein. Redcraving zelebrieren ihre Gangart und loten ihren gar metallischen Krach und ihre Harmonien voll aus. Bei letzterem sorgen über alles die wunderschön gesungenen Passagen für diese vermaledeiten Orhwürmer, die man im Falle dieser schön getexteten Lyrik so schrecklich gerne im Gehörapparat behalten möchte.

Entgegen der Klasse der dargebotenen Musik entschied sich die Band außerdem das Album komplett kostenlos als Download anzubieten. Wer der Band etwas Gutes tun möchte, darf auch dafür Geld hinlegen, freiwillig!


Redcraving - "Mirroring"
VÖ: 28.09.2012
via: Midsummer Records

Mehr: Kostenloser Download oder "zahl was du willst" unter  www.redcraving.com

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