Eigenwillig schräg, scheppernd und verträumt zwingend. Hop Along mit "Get Disowned".

Hop Along. Fotoquelle: facebook
"Get Disowned" von Hop Along fängt ganz klein an. So klein, und schräg wie ein kleiner schräger Indiefilm. So zurückgenommen und in sich gekehrt, und gleichzeitig so scheppernd und offen. Hop Along ist eine dreiköpfige Band. Sie lebt vor allem durch den queren Kopf von Sängerin und Gründerin Frances Quinlan. Sie startete in Philadelphia mal Solo, rekrutierte dann ihren Bruder Mark für das Schlagzeug und ihren gemeinsamen Freund Tyler Long für den Bass.

Die Songs auf "Get Disowned" sind eben diese kleinen Indie-Stücke, die immer das Potential haben mal richtig laut und daneben zu werden. Mit einem gemütlichen, vertrackten Punk-Hintergrund passieren da die irrwitzigsten Klanggebilde, die durch die eigenwillig, nölende, mal kreischende, mal säuselnde Sängern wunderbar in ein absurdes Eigenleben aufsteigen. Zunächst mutet das an wie das nächste Lemuria, ist aber dann doch irgendwie ganz anders. Es ist irgendwie diese offene ehrliche Art des Emo, die es der Band erlaubt, alles so zu machen wie sie es macht. Dabei entstehen keine Songs, die eine Konzerthalle füllen können. Es ist keine Musik, die gemacht wird um damit cool zu wirken. Es ist aber irgendwie Musik die berührt. Parallelen zu frühen Werken von Portugal.The Man kommen dann noch dazu. Somit wird schon klar, dass die drei ganz genau wissen was sie hören wollen - und das spielen sie dann so wie sie wollen.

So sind die 10 Titel auf "Get Disowned" sicherlich nicht die einfachsten Indie-Pop-Songs, aber irgendwie ziehen Hop Along zu guter letzt doch jeden in ihren Bann. Vorausgesetzt, man kommt über den verqueren Einstieg ins Album hinaus. Spätestens beim dritten oder vierten Hören der Platte ist nämlich genau das Verquere, das was man an dieser Platte so geniest.


Hop Along - "Get Disowned"
VÖ: 10.05.2013
via: Big Scary Monsters / Alive

Mehr: hopalongband.tumblr.com, Song geschenkt und Tourtermine, nach dem Knick.




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