Arbeiterklassen-Rock revisited. Restorations mit ihrer zweiten LP.

Restorations aus Philadelphia. Foto: Promo
Die Ärmel vom Flanellhemd hochgekrempelt, geneigter Zuhörer und an die Arbeit. Restorations, restaurieren (Kalauer intended) den alt-eingesessenen Springsteen-Rock von The Gaslight Anthem, und holen sich ein bisschen Energie beim Post-Postcore-Verein Hot Water Music ab.

Vor allem in Parade-Songs wie "Quit" ist eine Menge Herz zu hören, viel echte Theatralik und Make-Do-And-Mend-sche Bodenständigkeit. Gerade diese Bodenständig beschreibt die Musik, die wir auf der zweiten Platte von Restorations aus Philadelphia zu hören bekommen. Die im Foto fröhlich lachende Truppe reißt keine Bäume aus. Macht halt gemütlich diese typisch amerikanische Arbeiterklassen-Mucke. So könnte auch der Titel des Albums aus einem Handwerksberuf stammen. Pragmatisch und auf den Punkt. "LP2" liest sich wie eine Maschinenbeschriftung und erzählt mal so rein gar nichts. Außer das offensichtliche Longplayer Nummer zwei.

Man möchte hier nichts schlecht reden was wirklich nicht schlecht ist. Man findet kein Haar in der Suppe. Nach vollzieht der Hörer die gemütliche, träumerische Einstellung, die musikalisch transportiert wird, ergibt das alles Sinn. Dieses alles. Dieses Leben. Man lebt halt. Und hat einen langen Weg vor sich. Aber wenn ich auf diesem Weg nur diese Musik hören würde - die doch irgendwie immer gleich klingt, dann wäre das ein sehr eintöniger Lebensweg. Hot Water Music in allen Ehren, aber irgendwann ist auch mal gut. Das ist Musik für die passende Landschaft. Für einen Highway, auf dem man mit 90 rumdümplen muss. Und man es dabei nicht einmal eilig halt.

Wer bei den angerissenen Bands immer - wirklich immer ein Strahlen ins Gesicht bekommt, der macht mit Restorations auch nichts verkehrt. Bei allen anderen wird das allerdings sehr abhängig von der persönlichen Stimmung sein. Neu ist hier nix.


Restorations - "LP2"
VÖ: 5.5.2013
via: Sideonedummy / Cargo

Mehrrestorations.tumblr.comGratisdownload von "D".




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