Für jeden Euro eine Gegenleistung. Featurette über Crowdfunding (2/4).

Die walisische Band Funeral For A Friend. (Fotoquelle: facebook)
Crowdfunding, was ist das? Erstes Teil des Features ->hier nachlesen. Fortsetzung jetzt.

Juristisch gesehen schließen Projektgründer und Projektunterstützer einen Supportvertrag ab, für jeden Euro gibt es eine Gegenleistung, so genannte Incentives. Im Fall Hotel Desire waren das Streaming-Gutscheine für den fertigen Film, von den Schauspielern handsignierte DVDs oder Drehbücher, bis hin zur Erwähnung im Abspann oder einer prozentualen Gewinnbeteiligung (ab 10.000 Euro). Je höher die finanzielle Gabe, desto größer der zugesprochene Gegenwert.

Es handelt sich um Unterstützungen, nicht um Spenden. Pledge Music ist nach Richard Lyne auch keine Investment-Plattform, weil Fans „echte Gegenstände erwerben, die in der Regel versandt werden, nachdem eine Kampagne endet.“ „Als Vergütung für die Fans, die drei bis vier Monate warten, bis ihr Artikel ankommt, laden Bands Extra-Inhalte hoch“ – wöchentlich –, wie beispielsweise Video-Material von den Aufnahmen, Backstage-Fotos und Blogeinträge, die dann nur „für die Leute, die 'gepledgt' haben“ verfügbar seien, so Lyne. Sollte ein Ziel nicht erreicht werden, hat der Fan immerhin den Zusatzinhalt und das Merchandise, das er erworben hat.

Der Erfolg kommt allerdings nicht von alleine: Um auf Crowdfunding-Aktionen aufmerksam zu machen, hat „Pledge Music ein Team von Leuten, die konstant in sozialen Netzwerken wie Facebook über diese Aktionen reden“, erzählt Barry Saint, A&R-Manager bei der englischen Plattenfirma Distiller Music Group. „So stieg die Anzahl der Fans von Funeral For A Friend auf Facebook von 30.000 auf 290.000, nachdem die Pledge-Kampagne zum Album ["Welcome Home Armageddon"] der Band gelaufen war.“ Was also nun passiere, sagt Saint, sei, dass „Labels zusammen mit Pledge Music arbeiten, um das Marketing für bestimmte Künstler zu forcieren.“ Dennoch: Eine gewisse Fanbasis sollte schon vorhanden sein, damit es funktioniert, ist er sich sicher. Weiterhin ist Transparenz ein wichtiges Kriterium. Auch wenn immer ein Restrisiko besteht, dass das fertige Produkt nicht ihren Vorstellungen entspricht, wollen die Unterstützer doch zumindest zu einem Teil wissen, worin sie investieren.

Von Lars Marschollek und Matthias R. Schneider

Fortsetzung folgt kommenden Sonntag.

Die walisische Band Funeral For A Friend geht weiterhin Hand in Hand mit Ihren Fans bei ihren Arbeiten zu kommenden Werken. Als Beispiel ein aktuelles Video das während den Arbeiten am sechsten Album aufgenommen und gepostet wurde.

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