Nu-Metal ist tot. Lang lebe Nu-Metal. Aber eigentlich geht's um viel mehr. Interview mit Hacktivist.

Hacktivist: Timfy,  Josh, J, Ben & Rich. Fotoquelle: hacktivist.uk.com
Nu-Metal ist tot. Lang lebe Nu-Metal. Oder zumindest so etwas das so klingt und Crossover der 90er mit neuem Schwung zurück bringt (okay, das hat sich jetzt ein bisschen gereimt. Gut). Hacktivist aus Milton Keynes in England bringen gerade den Sound aus Hardcore und Rap-Metal kombiniert wieder auf die Bühne und in die Ohren. Insgesamt drei Vocalists: Ein Sänger und zwei Rapper prägen den durch Breakdowns getriebenen Bastard aus Djent und Rap.

In Deutschland sorgten sie im Vorprogramm vor Enter Shikari für ausgelassene Partys, und das bloß mit einer EP und ein paar Songs im Katalog. Beim Hevy Fest, kürzlich in der Nähe von Kent in Süd-England: das selbe Bild. Eine der besten Shows der Festivals, eine energiegeladene Bühnenshow, die sich direkt auf die Tanzbeine vor der Bühne übertrug.

Während des Hevy Fests habe ich mit Drummer Rich und Sänger und Gitarrist Timfy gesprochen, über mehr als ihren Sound.

Mim: Wie würdet ihr eure Musik beschreiben? Für mich klingt das wie ein Mix aus Rap, Hardcore und irgendwie Metal.

HACKTIVIST (Timfy)
Ja, so grob kann man das schon so nennen, allerdings denken wir gar nicht in Schubladen. Als wir angefangen haben, habe ich einfach irgendwie Songs geschrieben, Ideen gesammelt. Grooves. Das kam dann nach und nach irgendwie so zusammen, in unserem Sound, mit jedem neuen Bandmitglied hat sich der Sound dann zu dem entwickelt was er heute ist.


Mim: Also habt ihr nie gesagt: Hey wir nehmen jetzt ein paar Djent Riffs und packen dann Rap oben drauf..?

HACKTIVIST (Timfy)
(Schmunzelt) Nee, überhaupt nicht. Wir hatten eigentlich musikalisch keinen vorgefertigten Plan. Das entwickelte sich mit dem Rap dann ganz organisch als J und Ben ihren Input gaben.

Mim: Wo kommt ihr musikalisch her, ist da der Rapmetal Einfluss zu finden?

HACKTIVIST (Rich)
Also ich hab früher total viel Classic Rock gehört, von meinem Dad. Hatte eigentlich mit so einer Musik gar nichts zu tun.

HACKTIVIST (Timfy)
Ja, das ist es eben bei uns. Wir kommen alle aus anderen Backgrounds, ich hab da mehr so den „Core“ vielleicht mitgebracht. Keine Ahnung. (Lacht)

Mim: Was beeinflusst eure Musik am meisten?

HACKTIST (Timfy)
Unsere Leben, alles was uns umgibt.

Mim: Sind das dann auch politische Themen? Beispielsweise die Flüchtlings-Situation scheint euch stark zu bewegen.

HACKTIVIST (Timfy)
Ja, ich würde es gar nicht mehr politisch nennen. Es sind Dinge die uns alle was angehen, die ganze Gesellschaft, verstehst du. Die Flüchtlings-Debatte betrifft uns alle. Diese Menschen fliehen aus Kriegsgebieten, haben alles verloren. Hätten auch ihre Leben verloren, wenn sie nicht abgehauen wären, aus ihrer Heimat, ihren alten Leben. Da ist es einfach unsere Pflicht hier in England, einem friedlichen Land, diese Menschen aufzunehmen. Ihnen eine Heimat eine zweite Chance zu geben. Das betrifft uns alle. Vor allem weil es so viele Konservative vom rechten Flügel gibt, die Stimmung gegen diese armen Menschen machen.

HACKTIVIST (Rich) 
In unserer Musik tauchen immer Themen auf, über die wir intern in der Clique im Freundeskreis sprechen.

Mim: Ich habe eure Show vorhin gesehen. Wahnsinnig viel Energie, die sich von der Bühne gleich auf das Publikum übertragen hat. Respekt

HACKTIVIST (Rich) 
Danke!

HACKTIVIST (Timfy) 
Danke, hören wir gerne, darum geht’s uns.

Mim: Genau, worum genau geht’s euch bei der Musik?

HACKTIVIST (Timfy)
Es geht eben um die Community, darum Menschen zusammen zu bringen. Da sollen Grenzen keine Rolle spielen. Auch musikalische Grenzen wollen wir deshalb nicht kennen.

Mim: Wo geht die Reise hin, für Hacktivist, was steht als nächstes an?

HACKTIVIST (Rich)
Das Album, und mehrere Shows. Wir spielen noch eine Tour durch Ost-Europa.

HACKTIVIST (Timfy)
Ja genau, und wenn die Tour durch ist, dann liegt der volle Fokus auf dem Album.

Mim: Was können wir da musikalisch erwarten?

HACKTIVIST (Timfy)
Ja, es wird ein bisschen anders werden als bisher. Wir wollen uns halt nicht wiederholen. So geht es glaube ich jeder Band. Wir packen dann bisschen Folk und seltsame andere Instrumente rein und fiedeln ein bisschen rum.

Mim: Du verarscht mich gerade, nicht war?

HACKTIVIST (Timfy) 
(Lacht) ja, Mann. Natürlich wird's nicht folkig, aber wir schreiben halt neue Songs und dann kann da schon so ziemlich alles passieren.


Mim: Danke für das Gespräch!


Beliebte Posts aus diesem Blog

Neue Hardcore-Band aus Stuttgart. Piranoid aus Mitgliedern der Bands Dead Wrong, Loose Suspense und Reznik Syndrom. Debüt-Album: "Verirrte Projektionen". //Quasi-Album-Rezension.

Es passieren wieder schöne Dinge. Ich fasse mal zusammen worauf wir uns freuen. Live-Gig- und Konzert-Pläne für die kommenden Monate. Stuttgart und Umgebung. //die stadt ohne bling bling

"Teatro d'ira - Vol. I" von Måneskin. Oder warum ich irgendwie froh bin den Eurovision Song Contest angeschaut zu haben. Oder wann hätte ich bitte italienischsprachigen Alternative-Rock gehört? //Album-Rezension.