"Was wollt ihr alle? Beißt eure Zähne doch selbst zusammen!" Torpedo Holiday mit Seven-Inch.

Kunstdruck-Cover der Limited Edition bei Coffeebreath and Heartache.
Torpedo Holiday sind so eine Post-Hardcore-Band aus Hamburg. Man ist da oben halt alternativ und indie. Aber dass man da oben halt so ist macht es nicht gleich schlecht. Aber zu behaupten Hamburg sei der Inbegriff für Indie-Hardcore ist vielleicht doch ein bisschen haltbar, für eine gewisse Dauer, bis man dann merkt, dass es doch eigentlich Schnuppe ist wo die Musik herkommt.

Doch im Falle dieser Band spielt die Herkunft vielleicht doch eine Rolle. Denn dieser lässige mit Albernheit behaftete Punk, den ich vorm inneren Auge sehe, wenn ich den Texten von Torpedo Holiday zuhöre, stelle ich mir einfach an der Sternschanze hockend vor. Oder wie er übers Schulterblatt schlendert und leere Pfandflaschen einsammelt.

"Manchmal wünsch ich mir das Ende von Planet der Affen Teil 2 oder 4 und ich denke, dass manchmal manchmal immer ist". Texte wie diese sind für mich sowas von Dittsche, sowas von Hamburg. Argumentativ immer nah am Unfug aber trotzdem irgendwie hinten rum mit Hand und Fuß.

Der neuen Seven-Inch aus Hamburg, jener der fünfköpfigen Band Torpedo Holiday hört man einfach gerne zu. Musikalisch ist das darüberhinaus auch schön echt mit Rhythmen und allem ganz gut dargeboten. Wer nicht so viel Wert auf den gesellschaftskritischen Inhalt mit Punk-Unterton legt, der bekommt einwandfreie Musik im Stile von Amerikanern wie La Dispute oder Listener serviert, dazu dann das eben auf deutsch.

Sehr charmant sind auch die unterschiedlichen Artworks, die mir persönlich beide einfach unglaublich gut gefallen und der Fakt, dass man zu mindest im Internet nirgendwo Promo-Fotos der Band auftreiben kann. Als der Wink mit dem Zaunpfahl: Hören schadet nicht und es ist sowieso bald Weihnachten.


Torpedo Holiday - 7"
VÖ: 13.12.2012
via: Moment of Collapse Records, Coffeebreath And Heartache, 
Tief in Marcellos Schuld Records, 100 Kilo Herz, Uncommonwealth

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