Gedanken zwischen den Jahren.

In wenigen Stunden sind wir es los. Dieses Jahr. Ein schwieriges Jahr. Unterhaltung und Selbstbetäubung liefen auf hochtouren, während eine Gesellschaft stetig verblödete, und die Intelligenz abstumpfte.

Wenn ich das große Ganze betrachte war das ein verdammt schlechtes Jahr. Politisch vereinen sich die letzten Vollidioten um zusammen das Abendland zu retten. Rassismus und Fremdenhass feiern ein neues Hoch. Die Menschheit, vor allem die deutsche Gesellschaft ein unerwartetes Tief. Aber ich hätte es eigentlich kommen sehen können. Nachdem jeder daher gelaufene Prolet sich im Sommer im nationalen Fußballstolz suhlte, während sich ein normalsterblicher Fernsehzuschauer immerhin über eine sportliche Großleistung hat freuen können. Wenn es ihm denn danach war.

Denn schon während all dessen war die Welt im kalten Krieg versunken. Schwarz-Weiß-Maler fingen an alte Feindbilder aufzuwärmen. Aus Trotz schwangen Besserwisser ins Gegengewicht um, und glorifizierten ein Russland, das in vielen Belangen nicht besser und sogar faktisch wesentlich menschenverachtender ist als jene USA, die für das besserwisserische Anti-System-Rudel im Herzen Europas plötzlich wieder als großer Verräter gebrandmarkt sind.

Aber ich will los lassen, die runterziehenden Beobachtungen der Realität hinter mir lassen. Ab jetzt werden wieder die eigenen Problemchen angepackt. Das große Ganze kann mich mal gern haben. Zu mindest für diese eine Nacht, und den einen Katerschlaf morgen. Ich will keinen unnötigen Ballast mit rüber nehmen.

Ich sortiere mich nach Bedarf neu. Ich weiß ich werde wieder auf die Straße gehen müssen. Ich werde irgend etwas tun müssen um diesen politischen Sumpf aus Gleichgültigkeiten und Dummheit aufzumischen. Neu zu verdünnen, und die dicksten ekligen Klumpen, die werden wir vielleicht gemeinsam auch noch los.

Was ist eigentlich in diesem 2014 passiert? Das vermeintliche Wir wurde Fußballweltmeister der Herren. Merkel ist immer noch Kanzlerin. Netflix ist in Deutschland angekommen. Ein positives hatte das Jahr damit ja immerhin.

Ich kann nichts anfangen mit althergebrachten überholten Gedanken. Wenn das Ende dieses Jahres, das Ende aller Dummheit markiert, dann fresse ich einen Besen. Aber zu mindest hat dieses Ding mal ein Ende. War ja nicht mehr auszuhalten. Ich befürchte nur, dass wenn wir nichts machen, geht das mit der 15 gerade so weiter. Schluss mit der Schwarzmalerei. Das Leben ist bunt, wir wissen das. Eine laute Minderheit will das nicht wahrhaben, aber die überzeugen wir auch noch. Gemeinsam, oder?

Auf ein Jahr voller Neuanfänge, neuer Ideen und fortschrittlicher, weltoffener Ideale.
Matthias & MYINDIEMIND.de - Stuttgart, den 31.12.2014


Zum Schluss noch ein Lied. Lassen wir unsere Vergangenheit hinter uns. 

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