Kurz mal das Pop-Punk-Album des Jahres aufgenommen? I'm In Danger mit ihrem Debüt-Album "Dead & Alive". Anfangen müssen wir eigentlich mit: kurz mal ne regionale Super-Group gegründet. //Album-Rezension.

I'm In Danger! - "Dead & Alive"
VÖ: 16.3.2019
via: diy
I'm In Danger ist eine neue Punk-Rock-Band aus Ludwigsburg, Stuttgart und so. Vor gut zwei Jahren haben sich Freunde aus den Bands The Plastic Smile, An Early Cascade, Planet Watson und Dr. Aleks and the Fuckers in Ludwigsburg im Proberaum in den Baracken zusammen getan um zusammen bissle Punk zu machen. Was dabei rum gekommen ist hat wahrscheinlich keiner erwartet. "Dead & Alive" ist ein unglaublich eingängiges, wahnsinnig unterhaltsames Stück Musik geworden. Die in Nostalgie getauchten Punkrock-Nummern erinnern an Sommer im Skate-Park und müssen sich vor Genre-Größen wie Pennywise, Lagwagon oder Propagandhi nicht verstecken. Allerdings spielen I'm In Danger nichts nach, versuchen nicht zu imitieren. Doch sind auf dem ganzen Debüt-Album Anspielungen auf Punk-Rock-Klischees eingebaut. Beispielsweise unterschiedliche Arten "Huah", oder "Woah" und "Bleh" zu intonieren. Das nervt aber nicht, im Gegenteil: es fühlt sich wie eine humorvolle Hommage an alte Zeiten an.


Eigenständig wird die Musik von I'm In Danger vor allem dadurch, dass trotz all der alten Schule, Kniffe aus moderneren Ecken des Melodic-Punk und Melodic-Hardcore Einfluss nehmen. Das kommt auch über die clever-hymnischen Texte, der eingängigen zwölf Stücke. Hier geht's in den Liedern darum nach dem Leben weiter zu leben. Hier wird das Leben wertgeschätzt, der Tod mit einem Schmunzeln verarbeitet, aber ernst genommen und eine Welt besungen, die in Millionen von Jahren ohne uns Menschen wohl besser dran ist. Auch musikalisch sind das abwechslungsreiche Punk-Rock-Songs. Abgerundet werden diese aber durch die Vocals. Sowohl die passend platzierten Gang-Shouts, aber auch die eigenwilligen Überraschungsmomente und die aufgeweckte Klangfarbe der Leadvocals machen "Dead & Alive" zu einem Anwärter auf das Pop-Punk-Album des Jahres. Wenn genügend Leute davon Wind bekommen - auch überregional, oder meinetwegen international.

Vielleicht erwischt mich das Debüt-Album von I'm In Danger auch einfach auf dem richtigen Fuß. Denn aktuell habe ich ein besonders offenes Ohr für eingängige, poppige Songs, die auch mal gute Laune machen können. Ich kann mir aber vorstellen, dass "Dead & Alive" auch einige Zeit auf dem virtuellen Plattenteller überleben kann.

9/10 Punkte


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Für Freunde von: Propagandhi, Tubelord, Pennywise, Lagwagon, Blink 182

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Zur Release-Show kommt ihr am 23.3.2019 ins Goldmark's in Stuttgart. Hier entlang.

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Hören könnt ihr das Album bei allen gängigen Streaming-Anbietern. Beispielsweise hier.


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