Was wäre Stuttgart ohne diese Abende unter der Woche im Juha West? Eindrücke und Impressionen von Loma Prieta, Cavalcades, Rope und Lypurá

Loma Prieta. Foto: mim

Es sind diese Mittwochabende und ähnliche Werktag-Feierabende, die wir regelmäßig im Juha West verbringen, die es in musikalischer Hinsicht lebenswert in dieser Stadt machen. Mit Loma Prieta, Rope, Cavalcades und Lypurá waren vier Bands am vergangenen Mittwochabend in Stuttgart zu Gast, die in dieser Zusammensetzung durchaus Sinn ergeben, und jedoch allesamt komplett unterschiedlich klingen.

"Unterschiedliche Farben des Post-Hardcore" wäre sicherlich eine super tolle Überschrift gewesen. Aber ich wehre mich immer gerne gegen die guten, griffigen Überschriften. Aus Design-Gründen. Style over Content. You know. Die passenden (bunten) Bilder haben wir trotzdem.
Impressionen gibt es hier weiter unten im Post.




Mit Lypurá aus Karlsruhe eröffnete eine der aktuell interessantesten deutschen Bands im Emo/Screamo den Abend. Ein musikalischer Querschlag zwischen allen möglichen Bands, verquirlt in einen angenehm frischen Sound. Rope aus Wales, beziehungsweise Bridgend, Brighton und Berlin, mit ihrem düster schleppenden Postcore-Something durften als Zweite ran. Langsam, schwer, anklagend und spannend rhythmisch. Der Ursprung der Band, Bridgend ist unrühmlich bekannt für eine seltsame Selbstmord-Serie von Jugendlichen. Sogar Stoff für einen ziemlich guten Spielfilm, war das Städtchen mal. Klingt wie ein depressiver Ort. Dabei ist es dort im Süden von Wales eigentlich ganz schön. Schön runterziehend kann die Musik von Rope auch klingen, passt also.

Rope. Foto: mim

Aus Schottland und mit wenig Licht kamen dann Cavalcades auf die Bühne. Früher waren sie mal härter, das wissen wir. Das stimmt auch für fast jede Band im dem eben erfundenen Post-Something-Genre-Schublädchen. Ein bisschen Wave ein bisschen Emo, natürlich alles Post. Eingängige Strukturen, zumindest teilweise. Diese öffneten die Bühne dann für die Hauptattraktion am Abend. Eben die Band mit der weitesten Anreise. San Francisco. Loma Prieta, heißt dunkler Berg und gehört zu den Santa-Cruz-Bergen in Kalifornien, war Namensgeber für die Band. Beziehungsweise ein Erdbeben, das 1989 aus der Bucht von San Francisco ausgehend Schaden in Milliarden-Höhe auslöste und über 60 Menschenleben kostete, das den selben Namen trägt. Danke Wikipedia war namensgebend für die Band aus der Bay Area an der US-West-Küste. Musikalisch schreibt man Loma Prieta Anleihen aus Screamo, Emocore und Power Violence zu. All das war sehr stimmig dargeboten an diesem einen Mittwochabend im Juha-West in Stuttgart. Auch wenn der Schlagzeuger keine Lust mehr auf eine Zugabe hatte. Zugaben sind eh was für Stadion-Rock-Stars. War auch gut, dann kam ich trockenenfußes vor dem Regen nachhause.

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