Das Maifeld Derby 2016 rekapituliert. Zwei Augen, zwei Ohren. Ein Bericht.

Sonne und Wunderwolken. Der Himmel war so abwechslungsreich wie das Musikprogramm.
Schlendern wir im Kopf nochmal über das Maifeld Derby, das vergangenes Wochenende am Maimarkt in Mannheim seine sechste Auflage feierte.

Schon am Freitag fallen mir einige Überraschungen ein. Nachdem die Autobahn zwischen Stuttgart uns erst einmal 3 Stunden schleppend zähen Verkehr bescherte, machte das Wetter in Mannheim tatsächlich was wir wollten. So wurde Freitag heiß. Das leckere regional naheliegende Bier in den bekannten Bechern gebechert und einen guten Nachmittag mit Mø und Käpt'n Peng und den wahnsinnsgeilen Metz und ihrem Noiserockgewitter, besorgte tatsächlich Flume am späten Abend den besten Abriss des Freitags. Elektro-Pop vom DJ-Pult gemischt, kann unter genügend Wodka-Bull und Bier tatsächlich für wahnwitzige Euphorie sorgen.

Weiter geht's mit Tag 2.



Regenwetternacht beiseite. So ein bisschen Gewitter machte uns zum Glück auf dem Zeltplatz wenig aus.

Das gesamte Gelände konnte die Unwetter des Wochenendes gut ab. Der Boden absorbierte das meiste Wasser, sang und klanglos. Die paar Pfützen machten dann auch nichts. Wir hatten alle die Bilder von Chaos bei Rock am Ring gesehen. Wir wollen jetzt gar nicht zynisch sein, aber ich war am Wochenende mehrmals wirklich froh das richtige Festival ausgewählt zu haben. Gut, dass ich die großen Festivals schon lange nicht mehr mag. Gut, dass mir die kleinen Indie-Künstler auf dem Maifeld besser taugen als die Metallicas. Und schon sind wir allerdings beim Highlight der samstägigen Show von Drangsal. Neben den Radionummern, die live wesentlich wuchtiger daher kamen, war das Restprogramm des Pfälzers leider eher flach. Zu guter letzt haute er mit seiner Band aber noch das T-Shirt beiseite und ein lupenreines Cover von "For Whom The Bell Tolls". James Blake beiseite, den Festival-Tag allerdings, vielleicht sogar das gesamte Derby gewannen Explosions In The Sky für mich. Die Show der Post-Rock-Instrumentalisten war auf den Punkt, der Wahnsinn.

Oh, BOY.
Während sich am Sonntag die Sonne nach einem weiteren morgendlichen Gewitter anschickte, rekapitulierten wir Maifeld-Derby-Besucher das Erlebte. Freitag war schon gut was losgewesen, an Samstag und Sonntag fühlte sich das alles jedoch noch voller an. Die offiziellen Zahlen belegten das dann. Am Freitag wurden 4000 Besucher gezählt. Samstag und Sonntag jeweils 4500. Rekorde für das klein angelegte Festival in Mannheim. Jedoch blieb alles immer gut überschaubar, die vier Bühnen gut zu erreichen. Das einzige was sich künftig bessern könnte: die Essstände. Qualitativ genial, leckeres Essen. Jedoch zur rar. Die Schlangen wurden vor allem Nachmittags endlos lang, und am Sonntag war das meiste Futter ausverkauft. Falafel kamen nicht mehr im Wrap, sondern im Brötchen und Handbrot bekam kein Schmand-Häubchen mehr. Außerdem gab's im großen Palast-Zelt keine Cola mehr.

Musikalisch war der Sonntag allerdings wie gewohnt eine Wucht. Daughter, Boy, Battles und Isolation Berlin sorgten für abwechslungsreiche Kost und volle Zelte. Glücklicherweise konnten alle trocken und wohl auf das Gewitter der Sonntagnacht im Palastzelt überstehen, und Daughter fertig sehen. Nur auf der kleinen Bühne mussten zwei Künstler ausfallen, und die Stände früher geschlossen werden. Unwetter richteten währenddessen anderswo in der Republik wesentlich mehr Schaden an.

Isolation Berlin hätten 'ne größere Bühne gebraucht :D
Stimmungsmäßig war das Publikum außerdem über alle Tage sehr euphoriebereit und selbst Post-Rocker bekamen nicht nur nickenden Applaus, sondern wertschätzendes Gegröle. Vielen Dank für ein zauberhaftes Wochenende. Nächstes Jahr gerne wieder.

Mehr: maifeld-derby.de

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