Die deutsche Antwort auf Hacktivist? Tamas mit seinem neuen Album "Kopf.Stein.Pflaster" und Rap und Metal.

Tamas. Underground-Rapper aus Berlin. Foto: Promo
Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis die Generation-K.I.Z. den Rap-Metal wieder entdeckt. Bei dem Rapper aus der Berliner Untergrund-Szene war ein Einsatz des SEK, eine eingetretene Türe und beschlagnahmte CDs der Anlass dafür, noch wütender als bei früheren Projekten zu agieren. Anarchistisch von Links pöbelt Tamas  den älteren Song seiner Crew DeineLtan "Fickt die Cops" (auch Auslöser für den Einsatz des Sondereinsatzkommandos) jetzt noch garstiger mit seinem Rap auf Metal.

Ganz so hip und modern klingt seine Interpretation von Rapmetal jetzt nicht wie die von Hacktivist aus England. Kein Djent mehr Thrash-Metal, als hätte Porn From Spain von Callejon die Vorlage geliefert. Kein Wunder, spielte er seine letzte Tour im Vorprogramm der Düsseldorfer Deutsch-Metalcore-Band. Das Passt wie das Riff auf den Rhyme.

Inhaltlich erinnert Tamas damit sicherlich an gute alte Body Count Zeiten, musikalisch tatsächlich auch an das krasse Nu-Metal-Album von Vanilla Ice. Ich kenne viele Leute dessen neues Lieblingsalbum "Kopf.Stein.Pflaster" sein könnte. Ich find's für Metal erstaunlich unterhaltsam. Tamas Texte sind außerdem eigentlich echt verdammt gut. "Jesus schießt" gefällt mir besonders gut. Die gut platzierte Blasphemie ist das richtige Salz in der Wunde unserer immer seltsamer werdenden Gesellschaft, die sich auf dem Weg zurück ins Mittelalter befindet.

"Nicht mit uns" scheißt dann auf die reiche Oberschicht. Also Tamas benennt die Probleme beim Namen. Ein rappender Punk mit Metal-Sound-Gewand. Kannste machen. Einen Vorgeschmack bietet das unten stehende Video zu "Jesus schießt".



Tamas - "Kopf.Stein.Pflaster"
VÖ: 29.1.2016
via: AUF!KEINEN!FALL! / Chapter.One / Universal

Mehr: aufkeinenfall.com




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