Hardcore-Konzerte im Goldmark's am Charlottenplatz, mitten in Stuttgart, anstatt im Westen im Jugendhaus. Erstauflage: The Saddest Landscape, Svalbard und Ziffer.

The Saddest Landscape brachten im Januar ihren Emotional Hardcore ins Goldmarks. Foto: Janik Fregin
"Bis Juni müssen wir noch warten, bis im Juha wieder Konzerte statt finden können", erzählt Flo an die Theke gelehnt, mit einem Bier in der Hand. Auf der Bühne steht gerade die englische Band Svalbard, beim Soundcheck im Goldmarks - der kleinen Punk-Kneipe, direkt neben dem Club Universum, quasi in der U-Bahn-Halte Charlottenplatz.

Flo ist in der Stuttgarter Szene bekannt als der nette zuvorkommende Veranstalter. Der Typ, der die Hardcore-Shows in das Jugendhaus-West bucht. Dort ist er auch als Jugend-Sozialarbeiter fest angestellt. Aktuell wird das Jugendhaus an der Bebelstraße allerdings saniert.



Der öffentliche Betrieb ist zwar wieder aufgenommen, doch die Veranstaltungsräumlichkeiten sind noch mit einer durchsichtigen Baufolie abgehängt. Brandschutz, Wärmedämmung, et cetera sollen dort auf den neusten Stand gebracht werden. Erst im Juni kann der eigentlich rege Konzertbetrieb wieder aufgenommen werden.

Um aber nicht allen Bands, die Anfragen stellen, absagen zu müssen, veranstaltet Flo aktuell einmal im Monat wenigstens eine Show im Goldmarks, besagter Punk-Kneipe am Charlotteplatz. Er und die lokalen Bands sind deshalb auch froh, dass es wenigstens noch einen solchen Anlaufpunkt in der kommerziell schwierigen Stuttgarter Innenstadt gibt.

Die erste Show, die Flo hier am Charlottenplatz auf die Bühne und gut über die Bühne gebracht hat, war am 10. Januar der Tour-Stopp der US-Amerikaner The Saddest Landscape. Die moderne, emotionale Hardcore-Band hatte Flo schon mal gebucht, und nur positive Erfahrungen gemacht. The Saddest Landscape spielen aktuell ihre 15-Jahre Jubiläums-Tournee, zusammen mit den Süd-Engländern Svalbard. Ein Debüt im Debüt feierte an dem Abend außerdem die neue Stuttgarter Emocore-Band Ziffer als lokaler Support. (Anm. d. Redakteurs: meine eigene Band, deshalb genug davon).

Es gehört schon immer zu Flos Philosophie auch neuen lokalen Bands eine Chance zu geben, und dann auch das Risiko einzugehen diese Bands zu etablierten internationalen Größen dazu zu buchen. Die Show am 10. Januar war auch für alle Beteiligten ein Erfolg. Dadurch, dass allerdings die Getränke-Einnahmen nicht in die Taschen des Jugendhaus-West fließen sondern, wie es auch richtig so ist, in die des Betreibers des Goldmarks, ist dort die Gewinn-Marge etwas weiter. Die Show wäre gut besucht gewesen, aber für ein Plus dann leider noch nicht ausreichend, erklärt Flo. Für künftige Shows wünschen wir also noch mehr zahlende Gäste. Die lokale Szene dankt das dann auch.


Die nächste Hardcore-Show im Goldmarks findet am 10. Februar statt. Dabei handelt es sich um die Album-Release-Party von Start A Fire. Diese feiern zusammen mit Younger Us und Hell & Back die Veröffentlichung ihrer neuen Platte "Schattenjagd". Stuttgart-Emo-Hardcore, wie er im Buche steht.


Hier erfahrt ihr mehr zur kommenden Veranstaltung von Flo im Goldmarks: fb.com/event-start-a-fire



Und hier gibt's jetzt noch Bilder von der ersten Show. Mit The Saddest Landscape, Svalbard und Ziffer. 









Das neuste Werk von Start A Fire:

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