Mittwoch, 21. März 2012

Mit viel Liebe zum Detail. Big Spin zwischen Emo- und Artcore. Album: "Anthropocene".

Big Spin. Bildquelle: Facebook
Big Spin sind eine vierköpfige Band aus Sindelfingen. Das liegt da irgendwo in der Nähe von Stuttgart. Offenbar gedeiht frische, vermeintliche -Core-Musik im Wirkungskreis Metropole im Schwabenländle ganz gut. So haben sich doch erst kürzlich An Early Cascade aus dieser Ecke in ihren bis dato künstlerischen Schaffenshöhepunkt hochgewurschtelt. Ob es der Mut der befreundeten Band war, die mit ihrem Album "Versus" einfach mal den Metalcore abgeschafft hat, der auch Big Spin beflügelt hat?

Oder vielleicht will gut Ding einfach Weile haben. Man merkt es dem Debüt-Album "Anthropocene" von Big Spin an, dass hier viel Zeit in die Details gesteckt wurde. Im Songwriting steckt ziemlich viel progressives Potential, dass die Band bewusst streut. Dabei wechselt sie von furiosen Ritten durch Gittarren-Geschredder und Breakdowns in harmonische Hooks, die wieder einmal an Circa Survive erinnern, die im modernen Emocore momentan einfach einen gewissen Einfluss zu haben scheinen. Neben der Musik muss ich doch glatt sagen; das Artwork, des Covers und dessen Inlay ist sehr schön geworden. Sagt man auch nicht oft.

Aber zurück zum wesentlichen, der Musik: Denn gerade gesanglich hat Frontmann und Gitarrist Philipp Koch einiges drauf. Bestes Beispiel ist der Song "Machines". Zwischen den typischen Shouts kommen zuweilen einfach bemerkenswerte halb-cleane Gesangspassagen daher, die Big Spin von vielen ihrer vermeintlichen Schubladen-Nachbarn absetzt. Wer diese Band grob einordnen möchte, der sollte sich Big Spin umzingelt von Chiodos, Circa Survice, An Early Cascade und Parachutes vorstellen. Wem das kein aussagekräftiges Bild ist, dem empfehle ich doch einfach mal selbst zu hören. Big Spin sind auf jeden Fall genaueres Hinhören wert.



Big Spin - "Anthropocene"
VÖ: 17.2.2012
via: diy / regioactive.de

Hörproben und mehr: big-spin.com

Dienstag, 20. März 2012

Songveröffentlichung als soziales Experiment. "Pass It On" von Adam Tensta. Einmal gehört? Weitergeben!

Reich mal weiter! Adam Tensta. Bildquelle: Pressefreigabe
Adam Tensta, seines Zeichens Musiker, und sicherlich Künstler (wer einen Gameboy auf den Arm tätowiert hat muss Künstler sein), stört sich daran, dass Musik ein selbstverständliches Gut geworden ist. Irgendwo hat der Electronica-Hip-Hop-Artist aus Stockholm damit recht. Überall können wir Musik mit unseren schlauen Telefonen, beispielsweise, empfangen und dann, falls gewusst wie, auch noch kostenlos oder zu mindest kostengünstig hören, immer und überall.

Um den Facebook-Usern klar zu machen, dass es auch anders geht hat er sich folgendes Experiment überlegt. Seinen neuen Song mit dem trefflichen Namen "Pass It On" kann man nur über eine Facebook-App hören. Und weltweit, zur selben Zeit nur ein User, einmal. Danach soll der Song die virtuelle Warteliste weitergereicht werden.

Wer an jenem interessanten Experiment teilnehmen möchte folgt am besten diesem Link gleich -> hier. Vielleicht fühlt man sich danach echt seltsam, auf einen Song gewartet zu haben, den man nach dem eventuellen Hören erst Mal gar nicht mehr wieder hören kann. Vielleicht fühlt man sich danach eines offenen Gutes beraubt? Vielleicht juckt einen die Idee aber auch gar nicht. So ein Terz wegen einem einfachen Lied. Vielleicht aber steht man auch einfach nicht auf Facebook-Apps, nickt mitwissend und lebt sein Leben froh weiter. Vielleicht aber regt das Ganze ja tatsächlich zum Nachdenken an?

Dass sich aber jemand daran stören könnte, dass man dazu bei Facebook angemeldet sein muss, könnte auch sein. Noch hat sie uns nämlich nicht alle, diese Datenkrake. Aber... ich drifte ab.

Mehr zum Künstler: adamtensta.com

Montag, 19. März 2012

Vier mal Hardcore, einmal gigantisch. Bastions, More Than Life, No Omega und Daylight. Live, Hafenklang, Hamburg.

Technisch vielseitiger, tiefgründiger und durchaus moderner Hardcore. Das sind Bastions. Vor allem live wussten die Waliser vergangenen Sonntag, früh am Abend auf ganzer Linie zu überzeugen. An einem Tag an dem vier vielversprechende Bands der härteren Gangart zusammen in Hamburg spielten stachen Bastions mit ihrem eigenartigen, leicht psychotischen Frontmann aus der durchweg gut unterhaltenden Düster-bis-Hardcore-Bandversammlung heraus.

Am selben Abend spielten die Schweden No Omega, die schon um 18 Uhr die Bühne eröffnen durften. Außerdem Daylight aus den USA und mit More Than Life weitere Briten. Letzere befanden sich auf ihrer Abschiedstour, zuvor hatte die Band aus England sich über nur sechs Jahre schon einen gewissen Kultstatus erspielt.

Als sicherlich befangener, und vom Wochenende noch leicht gebeutelter Konzert-Besucher muss ich allerdings feststellen: Bastions waren der eigentliche Headliner. Zu mindest für mich, geben wir diesem vermeintlichen Bericht einfach mal eine ganz persönlich subjektive Note. Diese Band aus dem wohl depressiven Norden von Wales könnte noch eine große Zukunft vor sich haben. Wollen wir einfach hoffen, dass es Bastions nicht auch so ergeht, wie vielen Bands in dieser vermeintlichen Ecke, dass sie viel zu früh die gemeinsame Musikschafferei aufgeben.

Songs wie "Augury" oder "Grief Beggar" überzeugen Live noch eine Schippe deutlicher als schon auf der wunderbaren Platte "Hospital Corners". Alles sowas von empfehlenswert.

Weitere Fotos:
Bastions bei MY INDIE MIND Photo.
Mehr:
CD-Review zu Bastions - "Hospital Corners".
Weitere Tourdaten von Bastions.
Weitere Tourdaten von More Than Life.

Samstag, 17. März 2012

I Hate Our Freedom. Kantiger Post-Hardcore in Albumlänge: "This Year's Best Disaster".

I hate Our Freedom. Fotoquelle: facebook
I Hate Our Freedom sind eine vierköpfige Post-sowas-wie-Rock-and-Roll-Band aus Brooklyn. Frontmann Joseph Grillo ist sicherlich einigen eine bekannte Stimme, durch Bands wie Garrison und God Fires Man. Zusammen mit dem Drummer von Thursday, Tucker Rule, Milhouse-Gitarrist, Justin Scurti, und dem Bassisten von Texas Is The Reason, Scott Winegard, steckt in der New-Yorker Band einiges an Erfahrung.

I Hate Our Freedom bringen nun ihr zweites gemeinsames Album in volle Länge raus. "This Year's Best Disaster" bietet dabei zehn Titel bestechenden Post-Hardcore mit einer unwiderstehlichen Rock-And-Roll-Kante. Man merkt direkt, dass sich Tucker Rule, der leider geschiedenen Thursday, nun komplett auf seine einstige Zweitband I Hate Our Freedom konzentrieren konnte. Sein Schlagzeugspiel ist eine Klasse für sich. Durch die Rhythmussektion peitscht er die Band mal nach vorne, und bricht das Tempo genau so konsequent für grandiose Grooves zu denen Frontmann Joseph Grillo gesanglich in Ekstase seiniges beitragen kann.

Zwei Songs sind dafür prädestiniert, dass man sich direkt in sie hinein verlieben möchte. Der zweite auf der Platte, "Sans Sympathie" bringt Emo-Rock á la Jimmy Eat World zusammen mit einem tanzflächenfüllenden Groove so auf den Punkt, dass sich ein breites Grinsen auf der Visage des Zuhörers automatisch abzeichnen muss. Zu guter Letzt knallt "You're Perfect, No Really", der abschließende zehnte Song im Bunde, noch einmal alles gegen die Wand, was I Hate Our Freedom noch nicht komplett verfallen ist. Sehr empfehlenswertes Album.

Wer jetzt noch nicht komplett überzeugt ist, kann vorab den Song "Sans Sympathy" -> hier kostenlos herunterladen.



I Hate Our Freedom - "This Year's Best Disaster"
VÖ: 23.3.2012
via: Arctic Rodeo Recordings

Mehrfacebook.com

Ashes Of Pompeii teasern ihre "Places" an.

Ashes Of Pompeii. Fotoquelle: Pressefreigabe
In gut einem Monat erscheint die neue Platte von Ashes Of Pompeii. Sie trägt den Namen "Places" und klingt nach verheißungsvollem neuen Futter für die bodenständige Hardcore-Fraktion, die gerne im Postrock Fuß fasst. Ohne an Schubladen denken zu wollen, könnte man meinen das dritte Album würde sich im Wirkungskreis von Kollegen wie Hot Water Music, Make Do And Mend oder gar Thrice recht wohl fühlen.

Am 13. April erscheint das neue Album "Places" von Ashes Of Pompeii via Midsummer Records. Vorab will die Band bis zur Veröffentlichung, von jetzt an jeden Sonntag zwei Songs online als Appetithäppchen reichen. Um nichts zu verpassen, am Besten die Facebook-Präsens der Band im Auge behalten.


ashes of pompeii - places - 13.04.2012 from ashes of pompeii on Vimeo.

Mehrfacebook.com/ashesofpompeii

Donnerstag, 15. März 2012

Gute Aussichten: More Than Life, Bastions, Daylight und No Omega am Sonntag im Hafenklang zu Hamburg.

Bastions aus Wales. Fotoquelle: facebook
Konzert-Empfehlung. Am Sonntag sollte gewiss ganz Norddeutschland ins Hafenklang in Hamburg pilgern. Dort gibt es die einzigartige Möglichkeit More Than Life und Bastions zusammen in einem Paket zu erleben. Beide Bands sind momentan separat auf Europa-Tournee, und dank einer freudigen Überschneidung bekommt Hamburg am Sonntag die geballte Ladung, modernen britischen Hardcore.

More Than Life befinden sich gerade auf ihrer letzten Europa-Tour. Bastions hingegen wahrscheinlich nur auf ihrer größten. Zusätzlich haben beide jeweils einen Hochkaräter im Schlepptau. So spielen im Hafenklang außerdem die Amerikaner Daylight und die Schweden No Omega.

Das Ganze ist am Sonntag im Hafenklang außerdem eine Matinee-Show. Das heißt: es geht früh los, und Anreisende können gemütlich am späten Abend wieder nachhause pendeln. Also vorher nochmal schön Kaffee trinken gehen, und zum Abendbrot wird feinste Hardcore-Kost serviert.

Termin: Sonntag, 18.3.2012: 
More Than Life, Bastions, Daylight, No Omega
Live im Hafenklang, Hamburg. Einlass 17 Uhr, Beginn 18 Uhr. -> Mehr zur Show (hafenklang.org).

Mittwoch, 14. März 2012

Hinschautipp: Mia und der Minotaurus


MIA und der MINOTAURUS -TRAILER from florian schnell on Vimeo.

"Mia liebt Geschichten und ihren großen Bruder Levin. Aber in letzter Zeit stimmt etwas mit ihm nicht. Die achtjährige Mia muss begreifen, dass sie ihrem drogenabhängigen Bruder nicht helfen kann, indem sie ihm das gibt, was er verlangt!

Bei ihrem Versuch Levin zu retten stellt sie sich dem bösen Minotaurus im Labyrinth von Kreta. Dabei vermischen sich für Mia Realität und Fantasie immer weiter miteinander und werden zu einem viel größeren Abenteuer, als es die kleine Heldin anfänglich geahnt hätte.
"

Mia und der Minotaurus ist ein liebevoller Film, der durch die Filmakademie Baden-Württemberg und, wie es im deutschen Film so üblich ist, etliche Kooperationen und Förderungen verwirklicht werden konnte. Seine Optik besticht vor allem durch seine wunderschönen animierten Sequenzen. Der Film lief bis dato unter anderem auf dem namhaften Max Öphuls Film-Preis in Saarbrücken. Im Mai zeigt der Bayrische Rundfunk den ambitionierten Film zum ersten Mal im Fernsehen.

Sendetermin: 9.5.2012, 23:40 Uhr, BR.

Mehr zum Film:
miaundderminotaurus.de
Regie: Florian Schnell
Art Direction: Martin Flores (Schwarze Katze)
schwarzekatzeklub.de