Wie so ein Best-Of der totesten Screamo-Bands: PSSGS mit der Debüt-EP

Darmstadter Idylle in ein wenig unscharf. Foto: Maxim Abrossimow

Wenn man dieser Zeiten Post-Hardcore aus dem süddeutschen Raum erwähnt, muss man gezwungener Maßen auch The Tidal Sleep nennen. Coole Band, schöne Musik, damit hätten wir das Thema aber abgehakt. Denn PSSGS aus Darmstadt mögen zwar in eine ähnliche Kerbe einschlagen, setzen musikalisch aber ein Jahrzehnt früher an. Das machen sie nicht nur mit ungemeiner Hingabe, sondern auch mit einer Menge Fingerspitzengefühl. Deshalb möchten wir euch die erste EP wärmstens ans Herz legen … um genauer zu sein aus den folgenden Gründen.

Nun, die Self-Titled umfasst insgesamt vier Titel und ist nach etwa 18 Minuten leider schon durch. Während dieser vier Songs gibt es aber ein kleines musikalisches Emo- & Hardcore-Feuerwerk, das an die frühen Götter des Genres wie At The Drive-In oder Funeral Diner erinnert. Schon wieder dieses Name-Dropping, ist ja widerlich. Aber so klingen die Jungs eben echt, dafür können wir nix. Das hört sich im Jahre 2014 folglich so an, als wäre auf Saetias „Some Natures Catch No Plagues“ nicht jahrelang nur Post-Hardcore im Stile von A Day To Remember gekommen, sondern die logische Weiterentwicklung darauf.

PSSGS sind sozusagen mehr ein Schritt zurück als einer nach vorne. Aber kennt ihr das, wenn ihr nach einigen Jahren einen alten Freund trefft, den ihr irgendwie doch arg vermisst habt? Genau so fühlt sich die EP an. Das Jahr 2000 klopft an der Tür und bringt den lieb gewonnenen Mix aus Emo, Screamo und Hardcore der Jugend mit. Viel Melodie, viel Singsang und unglaublich viel Potential. Wir freuen uns unglaublich auf die ersten Konzerte der Band, zum Beispiel am 9. Oktober bereits in der schönen Oetinger Villa in Darmstadt. Ihr freut euch bestimmt auch, aber hört euch jetzt bitte erst mal die Self-Titled an.

Übrigens: PSSGS » Passages. Bei uns hat es auch etwas gedauert, wir Trottel.




PSSGS - "Self-Titled"
VÖ: 09.10.2014

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